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Strahlend: Verona setzt sich in Szene
Unter dem Diven-Gehabe der Grammatik-Turnerin leidet vor allem das Betriebspersonal des Show-Biz. Make-up-Arbeiter, Regieassistenten und Beleuchter, in Veronas Augen das Fußvolk ihres Glanzes, werden von ihr legendär schlecht behandelt. Sie kommt mit Verspätung, sie lässt ganze Kamerateams stundenlang warten, weil sie Zeitung lesen muss oder telefonieren will. Gern wird die Geschichte von einem Werbedreh erzählt, bei dem erst ein hoher Verantwortlicher des zahlenden Konzerns die Feldbusch nach vier Stunden aus ihrem Schminkzimmer befehlen konnte. »Sie schwankt«, sagt eine Make-up-Frau, »mal ist sie zuckersüß, und man ist schon nach zwei Stunden mit ihrem Gesicht fertig, dann wieder kann es vier Stunden dauern, weil Frau Feldbusch die linke obere Wimper nicht gefällt.«
Aber die Zicke kann auch anders. Umgeben von ihrer kleinen Entourage aus Franjo Pooth, Alain Midzic und einem bulligen Leibwächter, kann die Feldbusch noch zu später Stunde kiloweise Charme und Unterhaltendes abliefern - solange sie die Themen bestimmt. Dann beugen sich sogar die Spitzen der Gesellschaft ihrem Zeitverständnis: Einmal ließ Madame einen ganzen Saal mit Ferdinand Piech, Friede Springer und anderen Kapitänen eine halbe Stunde lang schmoren, bis ihr wohlig war und alle applaudierten.
Der 32-jährige Architekt und Marketing-Agent Pooth nimmt seltsam gleichmütig zur Kenntnis, dass die Gerüchte, er sei nicht die Liebe, sondern eine begleitende Nullnummer an der Verona-Seite, nicht enden wollen. Hölzern sagt er: »Was immer für Gerüchte um uns herum aufkommen: Ich möchte mit Verona glücklich sein.« Dann wieder erzählt er amüsiert, dass ihm das Gereise von Show zu Talk Spaß mache, »wir sind eine Schaustellerfamilie, und ich bin ein Mitreisender«. Bei Bedarf nimmt sie hinterm Rücken Franjos Hand, wie beim Partyauflauf der Comet-Verleihung, ganz so, als suche Verona im Meer der schreienden Eitelkeiten eine Boje zum Festhalten. Fragt man sie und ihre Umgebung, ob es Liebe sei, kommen viele Antworten, aber nicht ein schlichtes »Ja«.