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Ich bin die Sass - ich hol jetzt aus

Als Maden-König hat Peer Kusmagk längst abgedankt: Seine "50.000 Knatter" bekam er post Dschungelcamp trotzdem um die Ohren gehauen. Eine aufreibende Woche im Schlagschatten der Sexismus-Debatte.

Von Ingo Scheel

  Peer Kusmagk, seines Zeichens Maden-Monarch in der fünften Dschungelcamp-Staffel, bekam während seines Auftritts bei Lanz so einiges zu hören.

Peer Kusmagk, seines Zeichens Maden-Monarch in der fünften Dschungelcamp-Staffel, bekam während seines Auftritts bei Lanz so einiges zu hören.

  • Ingo Scheel

Einsam und verlassen weht Klaus Baumgarts Schiesser Feinripp im australischen Abendwind, die Pritschen sind verlassen, das Baumhaus leer. Über allen Wipfeln ist Ruh? Pustekuchen. Das Dschungelcamp hat im Nachgang noch einmal Fahrt aufgenommen - und wie. Dem Sams wurde das unter vollem Körpereinsatz erkämpfte und ermampfte Salär gepfändet, "Ich bin ein Star - holt mich hier raus"-Sieger Joey musste nicht nur Economy statt Business Class fliegen, sondern kollabierte ebendort auch noch kurzzeitig. So richtig was an die Backen bekam jedoch ein König, der eigentlich längst abgedankt hatte. Peer Kusmagk, seines Zeichens Maden-Monarch in der fünften Staffel, hatte sich bei Lanz eingebucht, um über Sexismus, Dschungelcamp et al zu parlieren. Die Rechnung hatte er jedoch ohne den Wirt, beziehungsweise ohne eine seiner Beisitzerinnen gemacht.

"Ich bin die Sass - ich hol jetzt aus" - Katrin Sass, "Good Bye Lenin"-Aktrice, Bambi-Gewinnerin und Trägerin des Goldenen Ochsen, platzte beim bloßen Erwähnen des Camps aber sowas von die Hutschnur. Basierend auf der Brandreden-Formel "Kinski mal Trappatoni geteilt durch Pumuckl" haute die Schwerinerin dem bedauernswerten Kusmagk seine royalen Ehren um die heißen Ohren. Schwänze kann man nicht mit Würde kauen - eine der Grundthesen der Sass-Tirade. Nicht nur Buschlageristin Fiona dürften vor der Röhre die Chips aus der Hand gefallen sein, hatte das Erdmännchen eine Woche zuvor doch eindrucksvoll das Gegenteil bewiesen.

Von Gehirn-weg-Mützen und Schummelhöschen

Der Bodensatz der Unkultur, dann auch noch mit Grimme-Preis in Griffweite - zuviel für die Frau, die wir aus Tatort, Tatort und Tatort kennen. Ach ja - und Polizeiruf 110. Letzte Rolle: "Heiratsschwindler küsst man nicht". Ist es die ungeheure Gage von 50.000 Euro, die da den Futterneid unter den Leuten des Schaugewerbes befeuert? Oder liegt es womöglich an Markus Lanz? Vor Jahresfrist war die Schauspielerin schon einmal in dessen Talkshow und fabulierte von sich als "Ärschefetischistin". Seien wir ehrlich - das ist doch genau die Art von Bekenntnis, die sich prima am Lagerfeuer des Dschungelcamps machen würde.

Auch Verena Kerth hätte in dieser Spielklasse einiges zu bieten. "Ich trage eine Bauch-weg-Unterhose" gestand die einstige Hüterin von Olli Kahns Kulturbeutel. Bisher dachte man lediglich, sie würde eine Gehirn-weg-Mütze tragen, nun also die Schummelhöschen-Beichte. So klingen Bewerbungsschreiben fürs Kakerlaken-Camp, man kann nicht früh genug damit anfangen.

Heino in der Bel Étage der deutschen Rockmusik

Apropos Dschungelbewohner in spe - wer sich dieser Tage fragt, was eigentlich aus Lena Meyer-Landrut wurde, der wende den Blick in der nächsten Woche gen ProSieben. In der Narhalla-Hölle von Kölle namens "TV Total Prunksitzung", bevölkert unter anderem von Klum senior und De Höhner, gab die einst so kapriziös-coole Eurovisions-Diseuse für die Troisdorfer Tanzgruppe das Tanzmariechen. Darüber könnte sich Frau Sass mal aufregen.

Unser aller Heino hat sich derweil weiter in der Bel Étage der deutschen Rockmusik eingerichtet. Hat augenscheinlich Mötley Crües "The Dirt" auf dem Nachtschränkchen liegen, sich von Hannelore die Nieten auf der ollen Lederjoppe polieren lassen und macht längst keine Gefangenen mehr: "Ich bin Rocker und haue alles kurz und klein", die neueste Standortbestimmung des Herrn Kramm. Es würde nicht verwundern, stünde der Name des Sonnenbrillenträgers in Kürze auf dem Plakat des Wacken-Festivals.

Altherren-Salbaderei

Kein Ende in Sicht in Sachen Sexismus-Debatte: Zuletzt talkte man sich bei Illner im Zweiten um Kopf und Kragen. Wir lassen uns das Flirten nicht verbieten - Brüderle-Buddy Wolfgang Kubicki blieb dabei standfest wie eh und je. Und während Claudia Roth angesichts derlei Altherren-Salbaderei ein ums andere mal die eh schon vorwitzigen Augen vor Rage aus dem Kopf traten, war bei den Betroffenen selbst in Teilen Entwarnung angesagt. Oder wie Sophia Thomalla ihre Haltung zu Anbaggern und Anmachsprüchen formulierte: Sie könne so eine Sache "sehr gut schlucken". Na also, Sophia, den Stern hast du dir aber redlich verdient. Mahlzeit.

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