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Der Weiße mit Schuss

Ein Schuss zuviel: Sturzbetrunken hat David Hasselhoff endlich eingesehen, dass nicht er die Mauer zum Einsturz gebracht hat. Nüchterner ist da schon das Geständnis von Hera Lind.

Von Jens Maier

Da dachte man, Halloween sei endlich vorbei, und dann das: MTV ließ für seine Preisverleihung der Europe Music Awards in Berlin ein alterndes Idol auf die Zuschauer los, mit dem sich in der Geisterbahn auch gut Kinder erschrecken ließen. Nein, die Rede ist ausnahmsweise nicht von Jopie Heesters, sondern von David Hasselhoff. Anders als der 105-Jährige bei seinen Auftritten, hatte der abgehalfterte Baywatch-Star aber leider kein Klavier zum Festhalten auf die Bühne gestellt bekommen. Leicht schwankend hielt er seine "Lall"-datio, in der er zu der Erkenntnis kam, nicht er habe vor 20 Jahren mit seinem Hit "Looking for Freedom" die Mauer zum Einstürzen gebracht, sondern die Berliner selbst. Während in Leipzig daraufhin schon erste Montagsdemonstrationen angemeldet worden sein sollen, gönnte sich Hasselhoff wahrscheinlich erstmal eine "Weiße mit Schuss" - oder auch zwei oder drei!

Apropos Schuss: Den hört Lothar Matthäus schon lange nicht mehr. Nachdem er noch im Sommer gejammert hatte "Warum holt mich keiner?", schien unser Loddar nun endlich ein Opfer, äh einen Verein, gefunden zu haben, der ihn aufnimmt. Das argentinische Team "Racing de Avellaneda" wollte den gelernten Raumausstatter als Trainer verpflichten. Aufatmen in der Bundesliga, Panik bei den Gauchos. Denn was die nicht geahnt hatten: Wo Loddar hingeht, da ist auch Liliana nicht weit. Die Ukrainerin und vierte im Reigen der Matthäus-Ehefrauen soll einen Modelvertrag als Bedingung für einen Umzug nach Argentinien gemacht haben. Dumm nur, dass das südamerikanische Land nicht gerade arm an dunkelhaarigen Schönheiten ist. Deshalb kann sie jetzt in Deutschland eine Gesangskarriere starten, mit "Don't cry for me Argentina" zum Beispiel. Denn das Ende vom Lied lautet: Matthäus geht nicht nach Argentinien, dafür die Angst in der Bundesliga wieder um. An alle Vereine ohne Trainer: Jetzt bloß nicht "den Sand in den Kopf stecken"!

Getreu diesem Sprichwort handelt auch Schnulzen-Autorin Hera Lind. Die 52-Jährige hat sich aus den Schulden geschrieben, die sie in den 90er Jahren mit krummen Immobiliengeschäften angehäuft hatte. Im Frühjahr habe sie "den letzten großen Batzen Geld an die Banken überwiesen", verriet sie der Illustrierten "Bunte" und fühle sich jetzt "20 Kilo leichter". Damit dürfte sie den Sand in ihrem Kopf meinen, den sie in ihre Romane geschüttet hat.

Diese Woche meldete sich auch Estefania Küster zurück. Wir erinnern uns: Sie war 2001 in die großen Fußstapfen von Naddel, Verona Feldbusch und anderen als Partnerin von Dieter Bohlen getreten. Fünf Jahre und ein Kind später war die Beziehung zu dem Poptitan allerdings zu Ende und Estefania schlagartig aus den Schlagzeilen und der Boulevardpresse verschwunden. Statt die Öffentlichkeit mit Sensationsmeldungen aus ihrem langweiligen Leben mit Dieter in Tötensen zu nerven, hüllte sich die inzwischen 30-Jährige wohltuend in Schweigen. Das ist offenbar auch das Erfolgsrezept für ihr entspanntes Verhältnis zu Bohlen: "Seit drei Jahren habe ich kein einziges Wort mit Dieter gesprochen - noch nicht einmal ein schlichtes Hallo", verriet sie jetzt in einem Interview und zeigt damit allen, wie man dem Oberproll der Nation offenbar am besten den Mund stopft: Ignorieren!

Das wird mit dem neuen und ersten Buch von Andre Agassi allerdings schwierig. Seine Beichte, er sei 1997 oft vollgepumpt mit der Lifestyle-Droge Crystal Meth auf dem Tennisplatz gestanden, dominierte in der vergangenen Woche die Titelseiten der Boulevard-Presse. Mit seiner Enthüllung schade Agassi nicht nur seinem Ruf, sondern der ganzen Tennisbranche, sagt jetzt einer, der es wissen muss: Boris Becker. Und das, obwohl er nun schon seit zehn Jahren mit Details aus seinem Privatleben wesentlich dazu beiträgt, dass das deutsche Fernsehen ohne Drogen nicht mehr zu ertragen ist. Die "Bunte" hat übrigens rausgefunden, was die Biografie von Agassi wirklich ist: "Eine einzige Hymne auf Steffi Graf". Denn: "Die schönsten Passagen dieses Buches scheinen dahinzusegeln wie ein chinesisches Laternenfeuer unter einem sehr stillen Himmel", wie die Autorin der Illustrierten in ihrem Artikel schreibt. Mit welchen Drogen wird eigentlich in München gedealt?

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