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In Malmö bin ich Deko

Die Geissens haben das Hungertuch in Reichweite. In Großbritannien schreibt man mit Bonnie Tyler erneut an einem Stück Pop-Geschichte. Und Harald Glööckler hat mal wieder alles vorher gewusst.

Von Ingo Scheel

Die Frage, die man sich in diesen Tagen stellt, die durch unser aller Köpfe spukt und uns fest im Griff hat wie ein flirrender Tinnitus, ist doch: Wie sieht es aus in jenen Hinterzimmern der Macht? In den Schaltzentralen einer Welt jenseits aller Vorstellungskraft, bar jeden irdischen Daseins? An den Tischen dieser Runden, die erwägen und verwerfen. Die nicht Nacht kennen noch Tag. Jenen zirzensischen Zirkeln, die Stund um Stund das Denken bündeln, es verdichten, bis es einer von ihnen vernehmlich ausspricht.

Irgendwo schlägt eine Uhr.
Ein Hund bellt.
Ein Wasserhahn tropft.

Zeit zerdehnt sich und wird zu weißem Lärm. Jemand nickt. Der eine flüstert es dem anderen ins Ohr. Ein weiterer schreibt es auf. Eine Signatur. Ein Telex. Plötzlich quillt weißer Rauch aus dem Schornstein. Und wenig später ist es in der Welt: Bonnie Tyler. Und die Welt sagt: Danke. Danke, du großes Großbritannien. Hatte das vereinte Königreich des Pop schon im vergangenen Jahr beim Grand Prix zu beeindrucken gewusst, toppt es nun einen Geniestreich mit einem noch größeren.

Das Schlachtross der 80er soll Britanniens Ehre retten

Und wie gern erinnern wir uns an den ESC 2012! An den Erzengel Engelbert. Den beseelten Barden mit dem Schmelz aus Schmalz und dem Haarteil wie ein Wischmop hatte man ins ferne Baku geschickt, um um Punkte zu singen. Ein nicht ganz idealer Platz am unteren Ende des Tableaus kam dabei heraus. Im Jahr 2013 soll es nun besser werden. Und wer sich ein bisschen in der Pop-Historie des UK auskennt, der weiß, wie man hier beidhändig aus dem Vollen schöpft. Beatles, Britpop, Bonnie Tyler. Great, Britain! Das Schlachtross der 80er Jahre, diese Kreuzung aus Hans Hartz und einer Jahresproduktion Drei-Wetter-Taft. Die Erfinderin der Pop-Röhre. Verloren in Frankreich. Hitstorm in Malmö. Bonnie Tyler - twelve Points. Wenn das man reicht. König Midas verkommt dagegen zum Seuchenvogel.

Neben Großbritanniens tönendem Beitrag zur Diskussion um Arbeitszeitverlängerung und Best Ager gerät der Rest an Schlagzeilen, wenn gleich kaum weniger essentiell, zur Marginalie. Das Drama um die Geissens etwa. Die "beliebteste Millionärsfamilie im TV" pleite? Das Modelabel "Roberto Geissini" - auf so einen Namen muss man erstmal kommen - das Haus in Sankt Tropätz, das Stück Land in Kitzbühel, alles nur auf Pump? Mutter Carmen gibt Entwarnung: "Solange mein Handtuch fettiger ist, als manch anderem seine Suppe, sollten sich die Leute keine Gedanken machen". Na also, alles in Butter.

Die Dschungel-Zicke Georgina Fleur boxt aus Sat1

Nichts in Butter dagegen bei Georgina Fleur. Georgina who? Die Spätgeborenen erinnern sich vielleicht an das Sams der letzten "Dschungelcamp"-Ausgabe. Während Mitinsassin Olivia Jones ihren Career Plan im Visier hat und mit der Inthrosinierung als DSDS-Mutti/Vati weiter auf der Karriereleiter nach oben stakst, geht es für La Fleur in gleichmäßigem Tempo den Bach hinunter. Vorerste letzte Station ihrer Karriere: "Promi"-Boxen auf Sat1. Vor der Versenkung sich noch einmal etwas Backenfutter von TicTacToe-Jazzy verpassen lassen, das ist ihr Plan. Größte Sorge macht ihr dabei das Outfit: "Ich sehe aus wie eine Prostituierte". Oh je. Vielleicht mal bei Harald Glööckler anfragen.

Was macht der milde Modemogul eigentlich gerade? Oft belächelt, und doch nie erreicht. Und immer einen Schritt voraus. Der Gute hatte Bonnie Tyler mental schon exhumiert, als die noch nicht einmal wusste, dass sie wieder singt. Im Herbst heiratet der herzige Harald seinen langjährigen Lebenspartner Dieter Schroth und die Planungen laufen auf Hochtouren. Weiße Kutsche, Tauben, der ganze Zipp und Zapp. Wer Glööckler kennt, weiß, dass hier ganz besonders viel Wert auf guten Geschmack gelegt wird. Und eine Wunsch-Trauzeugin hat der Gute auch schon. Wen? Natürlich: Bonnie Tyler.

Unglaublich? Aber so steht es geschrieben.

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