Startseite

Tilda Swinton schläft im Glaskasten

Tilda Swinton erklärt das Nickerchen zum Kunstwerk: Die Oscar-Gewinnerin legt sich im Museum of Modern Art in New York in einem Glaskasten schlafen - und alle dürfen zugucken. Na dann: gute Nacht!

Von Frank Siering, Los Angeles

  • Frank Siering

Da liegt sie nun. Den Kopf sanft auf ein Kissen gebettet, in Jeans und Bluse gekleidet. Die Schuhe hat sie angelassen, nur die schwarze Hornbrille liegt ordentlich zusammengeklappt neben dem Kopfkissen. Oscar-Gewinnerin Tilda Swinton macht ein Nickerchen. Kein normaler Nachmittagsschlaf in ihrem New Yorker Apartment, sondern eine Ruhepause für die Kunst. Neben den Bildern von van Gogh, Picasso und Miró haben die Kuratoren des Museum of Modern Art (MoMA) einen riesigen Glaskasten aufgestellt.

Die 52-jährige Britin ("Der seltsame Fall des Benjamin Button", "Michael Clayton") liegt den ganzen Tag dort und lässt sich von den Besuchern des Musems beobachten. Die Aktion wurde nach Auskunft des Museums als "Überraschung" angekündigt und nennt sich "The Maybe" (Das Vielleicht).

Nicht die erste Aktion der exzentrischen Künstlerin

Am Samstag legte sich Swinton das erste Mal in den Glaskasten, doch bei einer Show soll es nicht bleiben, ließ das MoMA verlauten. In einer Stellungnahme hieß es aber auch, dass es weder einen Zeitplan noch eine Mitteilung des Museums oder von Swinton selbst zu weiteren Schlafeinlagen geben wird.

Für die Besucher des Museums bedeutet das, dass sie keinerlei Vorkenntnis von den Schlafaktionen der Oscar-Gewinnerin haben werden. "Sie (Swinton) sagt uns erst an dem Tag, an dem sie vorbeikommen wird, Bescheid", so ein Sprecher des Museums.

Es ist nicht das erste Mal, dass die als exzentrisch geltende Swinton an einer solchen Aktion teilnimmt. "The Maybe" fand das erste Mal 1995 in der Serpentine-Galerie in London statt und wenig später im Museo Barracco in Rom. Hinter dieser Aktion steckt laut MoMA der Ansatz, Kunst als gegenwärtigen Teil unseres Alltags zu verstehen. "Jetzt sehen wir die Kunst und dann ganz plötzlich nicht mehr", heißt es in einer Erklärung des Museums.

Frank Siering, Los Angeles

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Wie heißt der Film?
Hallo, seit langer Zeit bin ich auf der Suche nach einem Film, den ich vor ca. 25 Jahren gesehen habe. Es ist ein französischer Film von oder in der Art wie Eric Rohmer. Der Titel könnte "Betrug" oder ähnlich lauten. Es geht um eine Dreiecksgeschichte, bei der ein Mann von seiner Ehefrau und seinem besten Freund betrogen wird. Der Film erzählt seine Geschichte in Rückblenden und steigert die Spannung dadurch, dass der anfangs unwissende Zuschauer von Rückblende zu Rückblende mehr Informationen erhält, bis er gegen Ende sogar wissender ist als die Darsteller. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Frage durch den Film: Wer hat zu welchem Zeitpunkt was gewusst. - Ab wann wusste der betrogene Ehemann, dass er betrogen wurde? - Ab wann wussten die Betrüger, dass der Ehemann wusste, dass er betrogen wurde usw. Der Film beginnt äußerst langatmig. Wenn ich mich recht erinnere mit einer 20-minütigen fast statischen Kameraeinstellung. Zwei Personen (Ehefrau und Liebhaber) sitzen an einem Tisch eines sehr einfachen Restaurants. Aus dem Gespräch erfährt man, dass sie früher einmal ein Verhältnis hatten. Im Laufe der Unterhaltung verdichtet sich allmählich die Befürchtung, der Beste Freund/ Ehemann könnte eine Ahnung gehabt haben. Dann folgt die erste Rückblende. Dieses Prinzip von sich verdichtender Ahnung verstärkt sich immer mehr und verleiht dem Film eine - wie ich finde - einzigartige Dramaturgie. Wäre wundervoll, wenn jemand helfen könnte. Gruß Leo

Partner-Tools