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Superstars wie du und ich

"In der Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt sein", sagte Andy Warhol 1968. Entsprechend diesem Motto scharte der Künstler in den 60er und 70er Jahren mehr als 30 Persönlichkeiten um sich, die er filmte und dann "Superstars" nannte. 

Ultra Violet

Die Künsterlin und Autorin Isabelle Collin Dufresne gehörte zum Kreis der Persönlichkeiten, die Andy Warhol zum "Superstar"machte. Die gebürtige Französin war zunächst die Muse von Salvador Dalí, der sie 1963 mit Warhol bekannt machte. Schon bald schloss sie sich seinem Kreis an und verkehrte in der "Factory". 1964 gab Warhol ihr den Künstlernamen Ultra Violet - der auf die von ihr in jener Zeit bevorzugte Haarfarbe anspielt. Dieses Foto entstand 1971. 

Nach unserem herkömmlichen Verständnis ist der Begriff "Superstar" an großen Erfolg und noch größere Berühmtheit gekoppelt. Ein Superstar verkauft unglaubliche viele Platten, spielt in großen Hollywoodfilmen mit, ist ein erfolgreicher Sportler oder schafft es auf sonstige Weise, Millionen von Menschen zu begeistern. In jedem Fall muss dieser Sicht zufolge ein Mensch irgendetwas besonderes können oder leisten, um ein Superstar zu werden.

Doch in der heutigen Zeit geht es auch anders: It-Girls wie Paris Hilton oder ziehen das Interesse einer breiten Öffentlichkeit auf sich, ohne über ein erkennbares Talent zu verfügen oder besondere Leistungen zu vollbringen. Ein Konzept, das Andy Warhol gefallen hätte. Der 1987 verstorbene Künstler hat diese Entwicklung kommen sehen: Dass in Zukunft Menschen einfach so berühmt werden könnten, hat er bereits in den 60er Jahren prognostiziert. Von ihm stammt das berühmte Diktum "In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes" ("In der Zukunft wird jeder 15 Minuten weltberühmt sein"), das er 1968 im Rahmen einer Ausstellung in Schweden ins Programmheft schrieb.

Jeder kann ein Star werden

Es gibt unzählige Interpretationen dieses Satzes, der sich in verschiedener Hinsicht bewahrheitet hat. Eine mögliche Sichtweise ist die, dass jeder ein Star werden kann, weil eben keine besonderen Fähigkeiten mehr nötig sind. Dieses Konzept hatte Warhol damals bereits ausgearbeitet. Er scharte mehr als 30 Persönlichkeiten um sich, die er filmte und dann als "Superstar" bezeichnete. Darunter befanden sich die Models Edie Sedgwick und Nico, die mit der Band Velvet Underground und später solo Musik machte. Auch die Küstlerin Ultra Violet gehörte dazu, die 1988 ihre Autobiografie veröffentlichte mit dem Titel: "Famous for 15 Minutes: My Years with Andy Warhol".

Die Fotostrecke zeigt einige der Menschen, die Warhol zu "Superstars" gemacht hat. 

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