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Oliver Stone nennt Edward Snowden einen "Helden"

Ausgerechnet am amerikanischen Unabhängigkeitstag kritisiert Hollywood-Regisseur Oliver Stone die amerikanische Regierung - und löst in den USA eine Sturm der Entrüstung aus.

Von Frank Siering, Los Angeles

  Kritische Töne am Nationalfeiertag: US-Regisseur Oliver Stone verärgert patriotische Landsleute

Kritische Töne am Nationalfeiertag: US-Regisseur Oliver Stone verärgert patriotische Landsleute

Ausgerechnet am 4. Juli, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, hat Hollywood-Regisseur Oliver Stone eine verbale Breitseite gegen sein Heimatland abgefeuert. NSA-Whistleblower Edward Snowden sei ein "Held", der Rest der Welt sollte endlich den Mut aufbringen "und der mächtigen USA Paroli bieten", sagte der 66-Jährige beim Karlovy Film Festival in Tschechien.

Und Stone legte gleich noch nach mit einer deftigen Kritik an der Obama-Regierung: Es sei "eine Schande, dass Obama eher daran interessiert sei, Snowden zu jagen, denn die alten Aushorchtaktiken der George Bush-Ära zu reformieren", so Stone weiter.

Der Regisseur, der für seinen Film "Born on the Fourth of July" einen Oscar gewonnen hatte und für seine Verschwörungstheorien bekannt ist, verbrachte den amerikanischen Unabhängigkeitstag in Tschechien, um dort seine neue TV-Serie "The Untold History of the United States" vorzustellen. Stone hatte sich schon diverse Male dafür ausgesprochen, Snowden, der mittlerweile in 21 Ländern Asyl beantragt hat, ohne Androhung einer Anklage zurück nach Amerika zu lassen, um ihn dort nicht wie einen Vaterlandsverräter vorzuführen, sondern wie einen "Verfechter der freien Meinungsäußerung" zu feiern.

"Peinlich", "unpatriotisch", "schandhaft"

Stones Kritik an der Regierung seines Heimatlandes schwappte via Internet in Windeseile am Feiertag auf die mobile Geräte grillender und Fähnchen schwingender Amerikaner. Im Eiltempo hatte Stone einen Feuersturm im Netz ausgelöst. Im Geiste der Red-White-and Blue-Mentalität einer stolzen Nation wurde der Regisseur als "peinlich", "unpatriotisch" und von dem konservativen Blogger Noel Sheppard gar als "schandhaft" bezeichnet.

Stone scheinen die virtuellen Buhrufe nicht zu stören. Im Gegenteil: Er ist fest davon überzeugt, dass die USA heute "vom Weg abgekommen und nur noch von nationaler Sicherheit" besessen seien. Gegenüber überwiegend europäischen Journalisten forderte der Filmemacher: "Wir brauchen Länder, die Nein sagen zu den USA."

Snowden im Transit-Limbo

Edward Snowden sitzt derzeit noch immer im Transitbereich des Flughafens Scheremetjewo. Die USA hatten seinen Pass für ungültig erklärt. Das Angebot Putins, in Russland zu bleiben, hatte Snowden abgelehnt, da Putin als Gegenleistung verlangt hatte, dass Snowden keine weiteren Dokumente veröffentlichen dürfe, die den USA schaden könnte.

Der 30-jährige Amerikaner hatte im Rahmen seiner Tätigkeit als Systemadministrator für die CIA herausgefunden, dass es Programme in der US-Regierung gibt, die zur Überwachung der weltweiten Internetkommunikation dienen. Snowden gab diese Informationen an den Guardian-Journalisten Glenn Greenwald weiter. Seit dem 14. Juni wird Snowden daher wegen des Vorwurfs des Geheimnisverrats und des Vorwurfs der Spionage in den USA angeklagt.

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