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Keine Lust auf die schwangere Kate

Die Briten jubeln, die Korrespondentin stöhnt: Annette Dittert, London-Expertin der ARD, ist genervt von Kates Schwangerschaft und macht das öffentlich.

  Der - inzwischen gelöschte - Facebook-Post von Annette Dittert, in dem sie befürchtet, dass ihre Themenauswahl für die kommenden Monate äußerst eingeschränkt sein wird

Der - inzwischen gelöschte - Facebook-Post von Annette Dittert, in dem sie befürchtet, dass ihre Themenauswahl für die kommenden Monate äußerst eingeschränkt sein wird

In Syrien fallen Bomben, in Gaza sterben Menschen, in Griechenland regiert die Korruption. In Großbritannien jedoch, im Vereinigten Königreich, gibt es derzeit nur ein Thema: Das Thronfolgerpaar William und Catherine erwartet ein Kind. Seit die beiden 30-Jährigen die Schwangerschaft bekanntgaben, befindet sich das Land im Ausnahmezustand. Jedes noch so kleine Detail ist von Interesse. Allein die Tatsache, dass William lächelnd das Krankenhaus verlässt, in dem Catherine wegen schwerer Schwangerschaftsübelkeit behandelt werden muss, ist eine Meldung wert. Die Masse an Informationen, die - ob gewollt oder nicht - bis zur Geburt über die Briten und den Rest der Welt hereinbrechen wird, lässt sich nur erahnen. Ein gewisser Grad an Genervtheit ist also nicht auszuschließen.

Annette Dittert, London-Korrespondentin der ARD, hat schon jetzt die Nase voll. Über ihre Facebook-Seite "Annette Dittert London Calling" machte sie ihrem Unmut Luft: "Oh mein Gott. Muss ich mich wirklich in den kommenden sechs Monaten täglich damit beschäftigen? Muss ich alle Details über Schwangerschaftsübelkeit kennen? Ich, die sich bewusst entschieden hat keine Kinder zu bekommen und nie mit solchen Themen belästigt werden wollte. Oh mein Gott! Wozu habe ich Philosophie studiert?" Ditterts Beitrag wurde mehrfach kommentiert und geliked. Ein Facebooknutzer rät der 50-Jährigen, den Standort zu wechseln. Österreich, zum Beispiel. Dort gäbe es ja kein Königshaus mehr.

Dass sich Dittert über den Hype, der rund um Kates Schwangeschaft entsteht, amüsiert, ist nachvollziehbar. Die Briten lechzen nach allen Details, seien sie auch noch so privat. Muss man wissen wann und wo das Kind gezeugt wurde? Nein. Will man erfahren wie oft am Tag sich Kate übergeben muss? Nein. Interessiert die neue Fülle von Kates Wangen? Nein. Als London-Korrespondentin kommt Dittert aber nicht umhin, zu berichten, dass das britische Thronfolgerpaar ein Kind erwartet. Vor allem, wenn es beim Volk so beliebt ist wie William und Kate.

Zu den Menschen, die von Kates Schwangerschaft eher genervt als begeistert sind, gehört auch Zoe Williams. Die Kolumnistin des "Guardian" hat auf amüsante Weise zehn Geschichten zusammengetragen, die man nicht wissen will. Darunter Details über das Sexleben von William und Kate oder die Frage, wann Kates Schwester Pippa Nachwuchs erwartet.

Man kann den Hype um die Schwangerschaft ignorieren, verhindern kann man ihn nicht. Auch Annette Dittert wird für ihren Arbeitgeber ARD sicher die ein oder andere Kate-Geschichte abliefern müssen. Das war schon 2011 so, als William und Catherine in der Westminster Abbey heirateten. Nun, fast zwei Jahre später, sind wieder alle Augen auf das Paar gerichtet.

Aktualisierung, 15.45 Uhr: Annette Dittert hat das beschriebene Posting mittlerweile von ihrem Facebook-Profil gelöscht.

jum

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