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Trennung im Abendrot

Bereits vor zwei Wochen ist Maria Shriver aus der gemeinsamen Villa ausgezogen. Nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur steht Arnold Schwarzenegger nun vor einem doppelten Neuanfang.

Von Frank Siering, Los Angeles

Die Umzugswagen kamen im Schutze der Dunkelheit. Schon vor zwei Wochen hatte Maria Shriver einen Schlussstrich unter die Beziehung mit ihrem Ehemann Arnold Schwarzenegger gezogen und war aus der gemeinsamen Villa in Los Angeles ausgezogen. Leise und ohne großes Tamtam.

Genauso wie sie auch die vergangenen 25 Jahre durchs Leben gegangen war. Mit einem Mann an ihrer Seite, der eigentlich immer das genaue Gegenteil von Shriver war: laut, grell, bombastisch.

Nun also ist es vorbei. Kurz nach dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur von Kalifornien endet nun auch die Bilderbuch-Ehe. Die "Los Angeles Times" hatte es zuerst gewittert. Aber erst auf Anfrage der Zeitung wurde die Trennung am gestrigen Montag in einer Erklärung von Schwarzenegger bestätigt. "Es war eine Zeit von großer persönlicher und beruflicher Transformation für uns", heißt es in dem Statement. Und weiter: "Nach viel Nachdenken, Reflektion, Diskussion und Gebet sind wir zu dieser Entscheidung gekommen."

Und das Power-Paar bestätigt dann auch noch, dass sie schon nicht mehr zusammen wohnen, aber weiterhin an der Zukunft ihrer Beziehung arbeiten werden. Schwarzenegger und Shriver, sie stammt aus der Kennedy-Dynastie, haben vier gemeinsame Kinder.

Als Gouverneur gescheitert

Die gescheiterte Ehe kann als weitere Niederlage Schwarzeneggers gedeutet werden. Schon als Gouverneur konnte er nicht halten, was er den Kaliforniern beim Amtsantritt im Jahre 2003 versprochen hatte. Statt blühender Landschaften und Vollbeschäftigung hinterließ er einen bankrotten Bundesstaat mit einer Arbeitslosenquote von mehr als zehn Prozent, so hoch wie nie zuvor.

Kurz nach der Bekanntgabe der Trennung verschwendeten einige kritische US-Medien keine Zeit, erneut alte Anekdoten um den "Terminator" aufzuwärmen. Die "Los Angeles Times" erinnerte daran, dass Schwarzenegger eine recht kontroverse Vergangenheit hat, was seinen Umgang mit Frauen angeht.

Kurz vor der Amtsübernahme als Gouverneur kam der Verdacht auf, Schwarzenegger hätte diverse Frauen unsittlich berührt. Damals stellte sich Maria Shriver vor ihren Ehemann und verhalf ihm durch ihre Popularität zum Wahlsieg. Der Gouverneur gab später bei einer Veranstaltung in San Diego zu, sich "nicht immer astrein gegenüber anderen Personen verhalten zu haben".

Seit dem Ende von Schwarzeneggers Amtszeit sah man das Paar immer seltener zusammen. Shriver widmete sich einem Website-Projekt für Frauen, tourte mit ihrem Sohn Patrick durch diverse Colleges an der Ostküste und ließ Schwarzenegger allein zu Haus im Millionärsviertel von Brentwood.

Zurück zum "Terminator"

Seit dem Ende seiner Amtszeit als Gouverneur tourte Schwarzenegger durch Brasilien (mit Regisseur James Cameron), flog nach London, um dort mit Michail Gorbatschow dessen 80. Geburtstag zu feiern, machte Skiurlaub in Frankreich und verbrachte Zeit in Washington D.C. "Er war wie auf der Flucht", so ein enger Freund des einstigen Bodybuilders.

Schwarzenegger selbst signalisierte in letzter Zeit immer häufiger eine Rückkehr auf die Hollywood-Leinwand. "Ich bin ein Mann, der gerne und viel arbeitet. Ich kann nicht einfach nur zu´Hause herumsitzen", sagte Schwarzenegger kürzlich in einem Interview.

Sein erstes Projekt nach der politischen Karriere in Sacramento ist ein Comic-Strip, der Schwarzenegger als Verbrechensbekämpfer zeigt. Der "Gouvernator" wird von Marvel verlegt und soll in naher Zukunft als Zeichentrickfilm in die Kinos kommen. Ebenfalls neu aufgelegt werden soll die alte "Terminator"-Serie von und mit Schwarzenegger.

Probleme mit der Umstellung

In einer auf YouTube ausgestrahlten Diskussionsrunde zeigte Shriver schon vor einigen Wochen, dass die Familie einige Probleme mit der Umstellung habe, den Familienvater jetzt wieder rund um die Uhr zu Hause vorzufinden. Shriver sagte am 28. März: "Es ist schon arg stressig, wenn du nicht weißt, was du als Nächstes machen willst."

Das Paar hatte sich 1977 zum ersten Mal bei einem Tennisturnier getroffen. Damals arbeitete Shriver als NBC-Korrespondentin im Fernsehen. 1986 wurde die Ehe geschlossen. Ungewöhnlich deshalb, weil Shriver aus einer politisch sehr liberalen Familie stammt - 2008 unterstützte sie laut trommelnd Barack Obama - und Schwarzenegger nie einen Hehl aus seinen konservativen Wurzeln gemacht hatte. Er setzte sich im selben Jahr für den republikanischen Widersacher Obamas ein, Senator John McCain aus Arizona.

Künftig werden die beiden nicht nur politisch getrennte Wege gehen.

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