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5. August 2008, 12:53 Uhr

Auf High Heels in die Krabbelgruppe

Es gibt sie im Zebra- oder Leopardenlook, schwarz- und pink glänzend oder einfach nur in Samt: High Heels für Babys sind in den USA total angesagt. Ein harmloser Modegag, sagen die Erfinderinnen. Kritiker bemängeln, dies sei das krankhafte Modeverständnis von Müttern. Von Jens Maier

Kein Spielzeug: Mini-High-Heels für Babys© Hersteller

Die Promi-Muttis Nicole Richie, Minnie Driver und Tori Spelling sollen ihre wenige Monate alten Babys bereits damit ausgestattet haben: High Heels für Kinder. Neben Baby-Parfüm, Sonnenbrillchen und Designer-Strampelhosen sind die Minischuhe der neuste Schrei bei modebewussten amerikanischen Müttern.

Die Schuhe für Babys im Alter bis zu sechs Monate sind bereits für 35 Dollar zu haben. Es gibt sie im Zebra- oder Leopardenlook, pink oder schwarz glänzend oder einfach nur in Satin. Durch ihre klobige Form erinnern sie allerdings nicht an Manolo Blahniks, sondern eher an das Schuhwerk von Marge Simpson oder Daisy Duck.

"Heelarious" haben die Erfinderinnen Britta Bacon und Hayden Porter ihre Baby-Schuh-Kollektion mit den Absätzen genannt. Das Fantasiewort setzt sich zusammen aus den englischen Begriffen "Heel" (für Absatz) und "Hilarious" (für lustig) und soll damit deutlich machen, dass es den beiden Amerikanerinnen mit ihren Babyschuhen nicht bierernst ist.

Absätze der Baby-High-Heels sind aus Schaumstoff

Obwohl Britta selbst nie High Heels mochte, hatte sie die ungewöhnliche Idee für die Schuhe. Irgendwann überlegte sie sich, dass es lustig wäre, wenn sie ihrer eigenen Tochter auf einer Babyparty von Schuh-verrückten Freundinnen High Heels anziehen würde. Mit ihrer Freundin Hayden zusammen bastelte sie einen Schaumstoffschuh, der aussah wie ein High Heel - die "Heelarious" waren geboren.

"Mögen diese Schuhe so viele Lächeln und Lacher in ihr Leben bringen, wie sie es in unserem getan haben", schreiben die beiden auf ihrer Website www.heelarious.com. Doch die Baby-Schuhe stoßen nicht nur auf Zuspruch. Sie sind zwar aus orthopädischer Sicht unbedenklich, da sie komplett aus Schaumstoff gemacht und nur für Kinder im Krabbelalter gedacht sind. Selbst bei Gehversuchen würden die Absätze sofort einknicken. Trotzdem hagelt es Kritik.

Kritik am Erwachsenen-Look

"Unsere Kinder müssen Kinder bleiben dürfen", sagt die Kinderschutzvereinigung "Love Our Children" aus den USA und wendet sich damit gegen einen Trend, der besonders in Amerika zu beobachten ist: Kinder - selbst im Babyalter - werden angezogen und ausgestattet wie kleine Erwachsene. Auch in deutschen Internetforen, zum Beispiel auf der Seite der Frauenzeitschrift "Emma", ist das der Hauptkritikpunkt. "Ich find' so etwas abartig. Habe schon einige Dokumentation darüber gesehen, in der kleine Kinder von ihren Eltern zu Models gedrillt werden" schreibt einer der User.

"Die Schuhe sollen die Leute lediglich zum Lachen bringen. Sie sind sicher und verletzen die Kinder nicht", begegnet Hayden Porter der Kritik - offenbar mit Erfolg. Nachdem die Schuhe Ende Juni auch in Europa auf den Markt kamen, wurden innerhalb von zwei Wochen zweitausend Stück an Kunden in London, Irland und Belgien verkauft. 50 Geschäfte in Amerika verkaufen die Schuhe und auch online sind sie zu ordern.

Die Erfinderinnen planen schon ihr nächstes Projekt. Diesmal für Jungs. Was genau es wird, das will Hayden Porter nicht verraten. "Wir werden es 'He-larious' nennen, und es kommt Ende August auf den Markt, also halten Sie danach Ausschau", sagt sie.

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Von Jens Maier
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
sportartmakler (06.08.2008, 11:40 Uhr)
den armen kindern
wird von klein auf gezeigt worauf es in diesem oberflächlichem leben anzukommen hat. laßt kinder kinder sein, auch in hollywood müßten die kinder hin und wieder im schlamm spielen, übertrieben gesagt.
senf-dazu-geben (05.08.2008, 21:46 Uhr)
Kindesmissbrauch
... und da wundert sich die Welt darüber, wenn Kinder als Sexualobjekte wahrgenommen werden. Wenn kleine Mädchen, inzwischen sogar schon Babies, wie erwachsene Frauen ausgestattet werden, ist das schon ganz schön krank. Dekadente Scheiße. Die Verantwortung tragen dann die Eltern.
.
Überlegt man sich zusätzlich, dass auch die Fotowerbung für Marken wie H&M oft mit aufgedengelten 14jährigen Models gemacht wird, werden die Zusammenhänge klarer.
deinemama (05.08.2008, 19:06 Uhr)
Hatten wir doch schonmal
...und schon da ist das Produkt mit Pauken und Trompeten durchgefallen.
Sagen Sie, kriegen Sie Geld von reedeeculous.com?
chriwol (05.08.2008, 17:54 Uhr)
OMG
Das finde ich nicht, sieht eher nach einer weiteren Errungenschaft der modernen Gesellschaft aus. Nur blöd dass selbst Erwachsene Probleme mit Highheels bekommen können - Stichwort Sehnenverkürzung. Man sollte sich mal überlegen ob es vielleicht möglich wäre, dass diese Kinder später ziemliche Probleme mit den Füßen bekommen und ob die modebewusste Mutter ihrem Kind damit wirklich gutes tut. Finde das ziemlich traurig.
Cienne (05.08.2008, 16:26 Uhr)
Oje
Also wenn die Leute dieser Welt, die mit zuviel Geld gesegnet sind schon alles für Schwachsinn ausgeben müssen, dann ist das im Artikel genannte immer noch besser, als Hunde oder Katzen in Pullover zu stecken.
 
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