. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
31. März 2009, 11:22 Uhr

Burgeressen mit Mr. President

Anders als sein Vorgänger George W. Bush sucht Barack Obama die Nähe zum Volk. Seine Frau Michelle greift für den guten Zweck sogar zur Suppenkelle und bedient Obdachlose. Ist die öffentliche Inszenierung der Obamas reines Privatvergnügen oder politisches Kalkül? Von Ulrike von Bülow, New York

Obama, barack, michelle, usa, präsident

Michelle und Barack Obama im "Kennedy Zentrum für darstellende Künste", wo sie ein Tanztheater besuchten© Yuri Gripas/AFP

Neulich besuchte Barack Obama ein Basketball-Spiel. Die Chicago Bulls, seine Lieblingsmannschaft, waren zu Gast in der Hauptstadt, sie traten bei den Washington Wizards an, und in Reihe Eins saß der Präsident, schwarze Hose, schwarze Jacke, er hatte ein Bier in der Hand, scherzte mit einem Kind, das neben ihm saß, aber dann guckte er ein bisschen sparsam: Es war kein schönes Spiel, seine Bulls lagen meistens hinten, vier Minuten vor Schluss gar mit 20 Punkten - da stand Barack Obama auf und verließ die Halle.

Es war das erste Mal seit zehn Jahren, dass sich ein US-Präsident ein Basketball-Spiel des Hauptstadt-Teams live anschaute. Und so sagte hinterher Joe Clark, ein Anwalt, der einen Platz ganz in der Nähe von Mr. Obama hatte: "Es war ziemlich surreal, ihn da sitzen zu sehen. So nah. Ich hätte ihm die Hand schütteln, mit ihm sprechen können!"

Die Menschen in Washington D.C. wundern sich ein bisschen über ihren Präsidenten und auch über seine First Lady, denn die Obamas, die gerade mal zwei Monate im Weißen Haus wohnen, sind mächtig viel in der Stadt unterwegs, nicht nur dienstlich, sondern auch privat. "Egal, wo man hingeht, es könnte sein, dass man ihnen begegnet", sagt Adrian M. Fenty, Bürgermeister von Washington D.C., der kürzlich mit den Obamas zu Mittag aß. Man kannte das nicht mehr in Washington, wo in den vergangenen acht Jahren ein Mann regierte, der als Stubenhocker galt: Wenn George W. Bush Gesellschaft wünschte, lud er sich ein paar Kumpels in Weiße Haus ein.

Nicht so die Obamas, die gehen aus: Sie waren schon zweimal im "Kennedy Zentrum für darstellende Künste", einmal mit ihren Töchter Malia und Sasha, da sahen sie sich ein Tanztheater an, und einmal ohne ihre Töchter, da lauschten sie einem musikalischen Tribut für Senator Edward M. Kennedy. Sie treffen sich gern mit Freunden zum Essen, wurden in gehobenen Restaurants gesehen, wie dem "Equinox", "Bobby Van's Steakhouse" oder "Georgia Brown's" (wo Michelle Obama gerade mit Jill Biden speiste, der Gattin des Vizepräsidenten), aber auch in urigen Burger-Buden wie "Ben's Chili Bowl" (wo der Präsident kürzlich zum Lunch einkehrte). Die Obamas tauchen so häufig irgendwo auf, dass schon spekuliert wird, ob das aus reinem Privatvergnügen geschehe "oder aus politischem Kalkül", wie die "New York Times" vor ein paar Tagen schrieb.

Nun ist Barack Obama aber nicht aus dem etwas hinterwäldlerischen Texas nach Washington D.C. gezogen wie George W. Bush, sondern aus einer lebhaften Metropole, aus Chicago, wo seine Gattin und er ziemlich selbstverständlich und sehr gern am gesellschaftlichen Leben teilgenommen haben. "Ich fand es immer wichtig, ein Teil der Gemeinschaft zu sein", sagte Michelle Obama kürzlich. "Das geht mir jetzt nicht anders, wo wir in Washington zuhause sind." Die Obamas wollen ihr Leben "nicht auf das Weiße Haus begrenzen", sagt Valerie Jarrett, die Beraterin des Präsidenten und enge Freundin der Obamas. "Sie möchten etwas mitbekommen von der Stadt."

Vermutlich werden die Menschen in Washington eines Tages nicht mehr besonders überrascht sein, wenn sie plötzlich irgendwo Michelle und/oder Barack Obama begegnen. Noch aber sind sie dann meist so sprachlos wie Bill Richardson, ein Obdachloser, 46 Jahre alt: Als Mr. Richardson neulich in "Miriam's Kitchen", einer Suppenküche, vorbei schaute, stand dort Mrs. Obama und reichte ihm ein Pilz-Risotto, die, begleitet von einem Tross von Fotografen und TV-Teams, bei der Essenausgabe half. Richardson fiel beinahe in Ohmacht, er schaffte es kaum, sich bei ihr zu bedanken, so sehr stotterte er. "Wow", sagte Richardson später, als er wieder bei Worten war, "ich dachte, ich bekomme einfach etwas zu essen, und dann ist da die Frau des Präsidenten...! Ich muss sofort meine Mutter anrufen, das glaubt die mir nie im Leben!"

Von Ulrike von Bülow, New York
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
MisterBrezeldent (01.04.2009, 13:14 Uhr)
Schrecklich...
Kein Wunder, dass sich dann militante Burgerrechtsbewegungen formieren, wenn ihnen die Ausrottung durch Verspeisen droht. So war die Sache mit dem "mündigen Burger" bestimmt nicht gemeint und hoffentlich artet das Ganze jetzt nicht in einen Burgerkrieg aus.
gmathol (01.04.2009, 08:44 Uhr)
Moege Obama seine 1 malige Amtszeit geniessen.
Veraendert oder veraendern hat oder kann er nichts, da sind naemlich die 80% Zionisten die er in seinem Kabinett berufen hat.
Das der jaemmerliche Versuch die Finanzblase wieder aufzublasen nichts bringen oder fruchten kann und auch nicht die Jobs in den USA oder sonstwo zurueckbringt das wird die bittere Wahrheit werden. Was solls "Der Kongress tanzt" das gab es ja schon des oefteren.
"Politics by Hollywood".
barbaros68 (01.04.2009, 08:04 Uhr)
Was erwartet man
Hier war ein Post wo jemand meinte "was hat Obama bis jetzt schon getan". Nun er ist jetzt fast 2 Monate im Amt und hat ein riesiges Milliardenpaket auf den Weg gebracht. Er hat ganz klar Stellung zu Fragen der Manager-Boni, der Organisation des Finanzsystems, zur Rolle der USA bei der Finanzkrise und zu einer Vielzahl von anderen Themen Stellung bezogen. Das ist mehr als Bush in seinem letzten Jahr vollbracht hat. Ob es Sinn macht so riesige Geldpakte zu schnüren und sie in die Wirtschaft zu pumpen sei dahin gestellt. Nur haette er bis jetzt nichts gemacht waere das Finanzsystem total eingebrochen, und ich will mir die Situation nicht vorstellen. Er versucht dieses "Change" seines Wahlkampfes umzusetzen. Klar wird er Fehler machen, aber bisher macht er seinen Job besser als so mancher "erfahrener" Politiker in Europa. Sehen wir mal was die Zukunft bringt!
Gisella (31.03.2009, 14:18 Uhr)
ich denke
die Obamaaaaas sind "echt"-aber als President mit dem Bush-Erbe-auweia. Das "Theater" um ihn , machen wir doch. Genauso wie es um die Merkel und unsere abgetretenen Kanzler gemacht worden ist-was hat es uns denn gebracht??? wo befinden wir uns denn gerade-fast am Abgrund.Es ist erschreckend.
det_lef (31.03.2009, 14:10 Uhr)
Authentisch
In Chicago haben sie es so gehalten, nun tun sie es in Washington.
Ist doch ok.
FleurdeLis (31.03.2009, 13:40 Uhr)
@dieterschulz
Machen Sie mal halblang. Ich habe Obama in keinster Weise persönlich kritisiert. Was mich ärgert ist das allgemeine Auftreten der Amerikaner, wenn ihr Präsident ins Ausland fährt. Die bitten nicht, die stellen harte Forderungen, umgekehrt müssen sich aber Staatsgäste, die in die USA reisen, mit dem zufrieden geben, was die Amis ihnen gestatten und können keine Wünsche äußern. Wenn Sie in Kehl wohnen würden und während des NATO-Gipfels für 16 Stunden nur in Begleitung eines Polizeibeamten aus dem Haus dürften, nur weil Obama für 20 Minuten auf dem Rhein ein Fotoshooting hat, würden Sie sich auch bedanken. Davon abgesehen, was hat Obama bisher gemacht, außer Managerboni verteufelt und vollmundige Projekte vorgestellt mit einer Finanzierung, die kein normaler Mensch mehr nachvollziehen kann?
mupfeline (31.03.2009, 13:31 Uhr)
Ist doch mal ne nette Abwechslung
Zur Abwechslung mal ein Mensch im weißen Haus der auch Mensch bleiben möchte und sich nicht jeden Spass verderben lassen will. Und wenn ein wenig politisches Kalkül dabei ist? Na und, wen stört es? Sie sind nebenbei auch eine Familie mit Kindern, Freunden, Sorgen und Nöten.
Etwas ganz anderes ist es - WAS von seiner Amtszeit irgendwann übrigbleiben wird. DAS wird die Zukunft zeigen.
tobix (31.03.2009, 13:29 Uhr)
Naja.
Ich finde, man kann Obama durchaus Kalkül unterstellen. In der Suppenküche auszuhelfen ist eine Marketingaktion - für die Suppenküchen und die Obamas. Sich volksnah zu präsentieren ist auch super fürs Image.
.
Nicht ganz nachvollziehen kann ich diesen riesigen Hype um Obama. Ja, wir hoffen(!) alle, dass er ein besserer US-Präsident als Bush ist. Aber bewiesen ist bis jetzt noch garnichts. Und solange werd ich ihn auch nicht heilig sprechen :)
Vincent_Vega (31.03.2009, 12:51 Uhr)
soll er doch rausgehen....
George W. Bush und Co. waren natürlich viel gefährdeter. Schließlich aht kaum ein Präsident so polarisiert wie George W.
Bei Barack Obama dagegen täte es sogar Terroristen(okay, ist übertrieben) leid, von bin Laden den Befehl zu erhalten ihn zu erschiessen.
dieterschultz (31.03.2009, 12:48 Uhr)
Zum Kotzen!!!!
Da regeb wir uns alle jahrelang über Geroge W. Bush auf. Hoffen, dass er endlich verschwindet. Nun hat die USA, hat die Welt, endlich einen neuen amerikanischen Präsidenten, der endlich tut, was wir uns jahrelang erhofft und gewünscht haben! Und nun?? Nun gibt es u.a. den STERN oder Solche Menschen wie Fleurde Lis, die alles wieder versuchen zu vermiesen... Womit haben wir dies nur verdient?
MEHR ZUM ARTIKEL
Michelle Obama Mrs President

Harvard-Absolventin und Mutter, Stilikone, Vorbild für Schwarze - noch nie hat eine amerikanische First Lady die Welt so sehr fasziniert wie Michelle Obama. In der neuen Rolle steht der selbstbewussten Frau nun ihr Meisterstück bevor: Gattin des mächtigsten Mannes der Welt zu sein, ohne sich zu verlieren. mehr...

Präsident privat Obama hat's gern kuschelig

Aufatmen im Weißen Haus: George W. Bush war ein berüchtigter Frühaufsteher, sein Nachfolger Barack Obama frühstückt lieber erst mal gemütlich mit der Familie. Auch sonst ist vieles anders im Oval Office. Anzug- und Krawattenpflicht gibt's nicht mehr, dafür läuft die Heizung auf vollen Touren. mehr...

Michelle Obamas Stil "Dress, she can"

Wenn Michelle Obama morgens in ihren Kleiderschrank greift, dann wählt sie nicht nur ein Outfit, sie dreht mit ihrer Wahl jedes Mal am Glücksrad der Modeindustrie. Über Nacht schreiben unbekannte Designer Geschichte. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft