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"Keiner muss so dünn sein wie ich"

Die ehemalige "Germany's Next Topmodel"-Gewinnerin Barbara Meier hat ein Buch über Körpergewicht geschrieben. Der stern sprach mit dem Model über Magerwahn in der Mode und ihre Körper-Philosophie.

Barbara Meier

Schlank durch Sport statt Diät: Barbara Meier hungert nicht mehr für Jobs.

2007 gewann Barbara Meier bei "Germany's Next Topmodel" und startete eine internationale Karriere als Werbe-Model. Mittlerweile will sich die 29-Jährige neu aufstellen: Sie arbeitet an einer Schauspielkarriere, noch im Frühjahr finden die Dreharbeiten zu ihrem ersten Hollywood-Film statt. Und sie hat ein Buch geschrieben - höchstpersönlich, wie sie betont. "Mein Weg zum Glücksgewicht" heißt es - ein Abnehm-Ratgeber, ausgerechnet. Meier arbeitete ein Jahr daran, las wissenschaftliche Studien, holte sich Beratung von einem Fitness-Trainer. Der stern sprach mit ihr über ihre Erfahrungen mit dem Magerwahn in der Modewelt.

Sie haben ein Buch über gesundes Abnehmen geschrieben. Noch ein Model mit Ernährungs- und Sport-Tipps  - muss das sein?

Klar hatte ich auch Zweifel. Aber mir hat ein Model gefehlt, das sagt: 'Du musst nicht super-dünn sein. Ich bin nicht die Norm‘. Keiner muss so dünn sein wie ich - nicht dünne, sondern gesunde Körper sind schön! Mein Buch zielt auf den gesunden Menschenverstand ab. Es ist kein Ernährungsratgeber, es soll nicht um Verzicht gehen, sondern um kleine Dinge, die das Leben verändern.

Sie schreiben, dass Sie als Model oft als zu dick abgelehnt wurden. Haben Sie Erfahrung mit Crash-Diäten?

Ich hab viel probiert, sogar die Kohlsuppendiät, die ja nicht gerade sexy ist. Einmal habe ich wochenlang nur Eiweiß-Shakes mit Wasser zu mir genommen. Das war furchtbar eklig und hat geschmeckt wie abgestandenes Spülwasser. Vier Kilo waren dann zwar runter - aber mir ging es nicht gut. Ich war kraftlos, meine Haut war schlecht, ich bin bei Shootings oft eingeschlafen. Als Model stand bei mir eher wenig Essen statt Sport im Fokus - das war die falsche Richtung. Damals hatte ich Größe 34.

Für ein Model eine normale Größe, bei den Schauen für die Haute Couture sieht man oft noch dünnere Frauen.

Barbara Meier

"Dein Weg zum Glücksgewicht" von Barbara Meier ist im Dorling Kindersley Verlag erschienen. 114 Seiten, 14,95 Euro.

Ein Model darf dünn sein. Ich kann auch die Designer verstehen. Die haben ein Kleid, das allen passen und möglichst immer gleich fallen soll. Aber ab Größe 38 wird das schwer: die eine hat mehr Po, die andere mehr Busen. Deshalb brauchen sie eine einheitliche, dünne Größe. Was man manchmal auf den Laufstegen sieht, finde ich aber auch nicht gut. Ich fände es toll, wenn sie die ganz extremen Magermodels verbieten würden.

Hat es Sie gestört, dass Sie nicht mit den Laufsteg-Models mithalten konnten?

Nein, nicht wirklich. Ich habe viele Jobs nicht bekommen, weil ich zu dick dafür war. Aber mir macht Werbung sowieso mehr Spaß - auch wenn in der Modewelt oft darüber die Nase gerümpft wird. Ich werde eben für meine Ausstrahlung gebucht, weil ich ein Gefühl transportieren soll. Das ist ähnlich wie beim Schauspielern, da will man ja auch an die Zuschauer rankommen. Das gefällt mir.

Welchen Tipp haben Sie für ein gesundes Körperbewusstsein?

Bei mir war es mein erster Marathon, der mir gezeigt hat, was der Körper alles leisten kann. Danach hab ich gemerkt, dass ich entspannter, glücklicher und dünner war. Aber es muss kein Marathon sein, das Entscheidende ist Bewegung im Alltag. Unbedingt Sitzen vermeiden und viel zu Fuß gehen. Ich nehme die Treppen statt Aufzug und lauf zum Beispiel immer beim Telefonieren durch die Gegend. Das macht viel aus, dazu gibt es spannende Studien.

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