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2. Juni 2004, 15:56 Uhr

Newton ruht neben der Dietrich

Helmut Newton wurde in Berlin beigesetzt. Gerhard Schröder, Roger Moore und Siegmund Jähn geleiteten den verstorbenen Starfotografen zu seiner letzten Ruhestätte.

Witwe June Newton zwischen Gerhard Schröder und Klaus Wowereit© DPA

Der Starfotograf Helmut Newton ist in Berlin in einem Ehrengrab beigesetzt worden. Seine Urne wurde unmittelbar neben dem Grab von Marlene Dietrich auf dem Friedhof Stubenrauchstraße beigesetzt. Die Trauerfeier fand im engsten Freundes- und Familienkreis statt.

Zu den Trauergästen gehörten außerdem Bundeskanzler Gerhard Schröder, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie die Schauspieler Roger Moore und Rupert Everett. Auch Kosmonaut Sigmund Jähn, erster Deutscher im All und Ehrenbürger Berlins war anwesend.

Die Öffentlichkeit hatte nach der Trauerfeier die Möglichkeit, auf dem Friedhof von Newton Abschied zu nehmen. Das Land Berlin hatte am Mittag zu einer Erinnerungsfeier ins Rote Rathaus eingeladen. Anschließend war eine Gedenkfeier angesetzt.

Der in Berlin geborene Newton war am 23. Januar bei einem Verkehrsunfall in Los Angeles ums Leben gekommen. Der 83-Jährige verlor bei der Ausfahrt von einem Parkplatz des Hotels Chateau Marmont die Kontrolle über seinen Cadillac und fuhr in eine Mauer auf der anderen Straßenseite. Er wurde ins Krankenhaus gebracht, wo er wenig später starb.

June Newton nimmt Abschied von ihrem Mann© DPA

Kurz vor seinem Tod hatte Newton entschieden, den größten Teil seines fotografischen Werks und das seiner Frau Jane der Stiftung Preußischer Kulturbesitz als Dauerleihgabe zu überlassen und dauerhaft in Berlin auszustellen. Die rund 1.000 Fotos sollen in wechselnden Ausstellungen präsentiert werden, darunter sind Arbeiten, die noch nie zuvor in Deutschland gezeigt wurden. Den Anfang machen die Ausstellung "Sex and Landscapes" und die Serie "Us and them". Das "Museum für Fotografie" in der Jebensstraße hinter dem Bahnhof Zoo wird am 4. Juni eröffnet.

Newton wurde am 31. Oktober 1920 als Sohn eines jüdischen Knopffabrikanten geboren und flüchtete 1938 vor den Nationalsozialisten nach Singapur und anschließend nach Australien. 1957 kehrte er nach Europa zurück. Mit großformatigen Akt- und Modefotos erlangte er Weltruhm. 1948 heiratete er die Schauspielerin June Brunell, die ab 1970 als "Alice Springs" ebenfalls Karriere als Fotografin machte.

 
 
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