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Rassismus-Vorwürfe gegen Prinz Charles

Nach Prinz Harry sieht sich auch dessen Vater Prinz Charles mit der Verwendung eines rassistischen Ausdrucks konfrontiert. Die Zeitung "The Daily Telegraph" berichtete, die Nummer zwei der britischen Thronfolge nenne einen indischstämmigen Bekannten "Sooty"- zu deutsch "rußig".

Die Aufregung über Prinz Harrys abfällige Bezeichung eines militärischen Kameraden hat sich kaum gelegt, da fördern die britischen Medien einen neuen Rassimus-Skandal zu Tage. Dieses Mal geht es um Prinz Charles, Vater von Prinz Harry. Der britische Thronfolger benutzt seit Jahren für einen dunkelhäutigen asiatischen Freund den Spitznamen "Sooty" (etwa: rußig), wie britische Medien berichteten. Bei dem Freund handele es sich um ein Mitglied eines Poloclubs, in dem auch Charles sowie seine Söhne Prinz William und Harry spielen. Der Club liegt in der Nähe von Charles' Landsitz Highgrove.

Der "Sooty" genannte Freund verteidigte den Thronfolger gegen Kritik: "Der Prince of Wales ist ein Mann ohne Vorurteile", teilte Kolin Dhillon in einer Stellungnahme mit. Der Spitzname sei ein Ausdruck von Zuneigung. Der Begriff werde von seinen Freunden nicht abschätzig verwendet und von ihm auch nicht so verstanden. Charles habe mit Sicherheit keine Vorurteile, und seine beiden Söhne William und Harry hätten sich immer respektvoll verhalten, betonte Dhillon "Es ist absolut lächerlich zu unterstellen, dass der Prince of Wales rassistisch ist", sagte ein Sprecher des Thronfolgers. Charles hatte sich in der Vergangenheit immer für den Dialog der Kulturen und Toleranz stark gemacht, ist Ehrendoktor der islamischen Al-Azhar Universität in Kairo.

Erst vor wenigen Tagen war Charles Sohn, Prinz Harry, in die Kritik geraten, weil er im Jahr 2006 einen pakistanischen Kameraden beim Militär "Paki" genannt hatte, was in Großbritannien ein sehr abwertender Begriff ist. Britische Kommentatoren zeigten sich empört und fragten, ob Harry denn nicht aus seinen Fehltritten der Vergangenheit gelernt habe. Im Jahr 2005 war Prinz Harry mit einer Hakenkreuz-Armbinde auf einer Kostüm-Party aufgetaucht. Der britische Premierminister Gordon Brown verurteilt Harrys verbale Entgleisung aufs Schärfste. Dies sei inakzeptabel und habe keinen Platz im Leben Großbritanniens, sagte Brown dem Fernsehsender GMTV. Der Prinz entschuldigte sich daraufhin öffentlich für die bereits vor drei Jahren gefallenen Äußerungen. Der Prinz habe niemanden beleidigen wollen, erklärte das Büro von Harry und seinem älteren Bruder William.

Queen Elisabeth II. dürften die Rassimusvorwürfe gegen ihren Sohn Charles und ihren Enkel Harry gar nicht schmecken. Das Image der königlichen Familie ist zunehmend angekratzt. Kurz vor Weihnachten veröffentlichten britische Zeitungen unschöne Bilder von Prinz Edward. Darauf war zu sehen, wie der jüngste Sohn der Queen seine Jagdhunde mit eine Stock traktierte. Tierschützer beschimpften den Prinzen daraufhin als Tierquäler und verurteilen Edwards Verhalten als "erbärmliche, feige und boshafte Tat". Ein Palastsprecher wies die Vorwürfe jedoch zurück und kommentierte den Vorfall wie folgt: "Er hat einen Streit zwischen seinen Hunden beendet und Fotos zeigen ihn einen Stock schwingend. Wir können jedenfalls nicht bestätigen, ob er den Hund getroffen hat." Vielmehr habe Prinz Edward die Hunde trennen wollen, so der Sprecher des Buckingham Palastes.

Dabei war es nicht das erste Mal, dass sich das britische Königshaus dem Vowurf der Tierquälerei stellen musste. Vor acht Jahren war ein Foto von Königin Elisabeth II. aufgetaucht, das dokumentierte wie die Queen bei der Jagd den Hals eines Fasanes umdreht. Fast schon legendär sind die Fehltritte von Prinz Philip, dem Gatten der Queen. Aborigines in Australien fragte er, ob sie noch mit Speeren nacheinander werfen würden, britische Austauschstudenten warnte er während eines Peking-Besuches im Jahr 1986: "Wenn Sie länger hier bleiben, werden Sie alle Schlitzaugen bekommen" und den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte Prinz Philip 1997 mit den Worten "Guten Tag, Herr Reichskanzler!". Entgleisungen, die niemandem gut zu Gesicht stehen. Für das britische Königshaus könnten sie jedoch zu einem irreparablen Imageschaden führen.

Julia Mäurer mit DPA

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