Rassismus-Vorwürfe gegen Prinz Charles

14. Januar 2009, 13:23 Uhr

Nach Prinz Harry sieht sich auch dessen Vater Prinz Charles mit der Verwendung eines rassistischen Ausdrucks konfrontiert. Die Zeitung "The Daily Telegraph" berichtete, die Nummer zwei der britischen Thronfolge nenne einen indischstämmigen Bekannten "Sooty"- zu deutsch "rußig".

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Muss sich dem Vorwurf des Rassimus stellen: der britische Thronfolger Prinz Charles©

Die Aufregung über Prinz Harrys abfällige Bezeichung eines militärischen Kameraden hat sich kaum gelegt, da fördern die britischen Medien einen neuen Rassimus-Skandal zu Tage. Dieses Mal geht es um Prinz Charles, Vater von Prinz Harry. Der britische Thronfolger benutzt seit Jahren für einen dunkelhäutigen asiatischen Freund den Spitznamen "Sooty" (etwa: rußig), wie britische Medien berichteten. Bei dem Freund handele es sich um ein Mitglied eines Poloclubs, in dem auch Charles sowie seine Söhne Prinz William und Harry spielen. Der Club liegt in der Nähe von Charles' Landsitz Highgrove.

Der "Sooty" genannte Freund verteidigte den Thronfolger gegen Kritik: "Der Prince of Wales ist ein Mann ohne Vorurteile", teilte Kolin Dhillon in einer Stellungnahme mit. Der Spitzname sei ein Ausdruck von Zuneigung. Der Begriff werde von seinen Freunden nicht abschätzig verwendet und von ihm auch nicht so verstanden. Charles habe mit Sicherheit keine Vorurteile, und seine beiden Söhne William und Harry hätten sich immer respektvoll verhalten, betonte Dhillon "Es ist absolut lächerlich zu unterstellen, dass der Prince of Wales rassistisch ist", sagte ein Sprecher des Thronfolgers. Charles hatte sich in der Vergangenheit immer für den Dialog der Kulturen und Toleranz stark gemacht, ist Ehrendoktor der islamischen Al-Azhar Universität in Kairo.

Erst vor wenigen Tagen war Charles Sohn, Prinz Harry, in die Kritik geraten, weil er im Jahr 2006 einen pakistanischen Kameraden beim Militär "Paki" genannt hatte, was in Großbritannien ein sehr abwertender Begriff ist. Britische Kommentatoren zeigten sich empört und fragten, ob Harry denn nicht aus seinen Fehltritten der Vergangenheit gelernt habe. Im Jahr 2005 war Prinz Harry mit einer Hakenkreuz-Armbinde auf einer Kostüm-Party aufgetaucht. Der britische Premierminister Gordon Brown verurteilt Harrys verbale Entgleisung aufs Schärfste. Dies sei inakzeptabel und habe keinen Platz im Leben Großbritanniens, sagte Brown dem Fernsehsender GMTV. Der Prinz entschuldigte sich daraufhin öffentlich für die bereits vor drei Jahren gefallenen Äußerungen. Der Prinz habe niemanden beleidigen wollen, erklärte das Büro von Harry und seinem älteren Bruder William.

Queen Elisabeth II. dürften die Rassimusvorwürfe gegen ihren Sohn Charles und ihren Enkel Harry gar nicht schmecken. Das Image der königlichen Familie ist zunehmend angekratzt. Kurz vor Weihnachten veröffentlichten britische Zeitungen unschöne Bilder von Prinz Edward. Darauf war zu sehen, wie der jüngste Sohn der Queen seine Jagdhunde mit eine Stock traktierte. Tierschützer beschimpften den Prinzen daraufhin als Tierquäler und verurteilen Edwards Verhalten als "erbärmliche, feige und boshafte Tat". Ein Palastsprecher wies die Vorwürfe jedoch zurück und kommentierte den Vorfall wie folgt: "Er hat einen Streit zwischen seinen Hunden beendet und Fotos zeigen ihn einen Stock schwingend. Wir können jedenfalls nicht bestätigen, ob er den Hund getroffen hat." Vielmehr habe Prinz Edward die Hunde trennen wollen, so der Sprecher des Buckingham Palastes.

Dabei war es nicht das erste Mal, dass sich das britische Königshaus dem Vowurf der Tierquälerei stellen musste. Vor acht Jahren war ein Foto von Königin Elisabeth II. aufgetaucht, das dokumentierte wie die Queen bei der Jagd den Hals eines Fasanes umdreht. Fast schon legendär sind die Fehltritte von Prinz Philip, dem Gatten der Queen. Aborigines in Australien fragte er, ob sie noch mit Speeren nacheinander werfen würden, britische Austauschstudenten warnte er während eines Peking-Besuches im Jahr 1986: "Wenn Sie länger hier bleiben, werden Sie alle Schlitzaugen bekommen" und den damaligen deutschen Bundeskanzler Helmut Kohl begrüßte Prinz Philip 1997 mit den Worten "Guten Tag, Herr Reichskanzler!". Entgleisungen, die niemandem gut zu Gesicht stehen. Für das britische Königshaus könnten sie jedoch zu einem irreparablen Imageschaden führen.

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KOMMENTARE (10 von 10)
 
Huxley_82 (15.01.2009, 11:38 Uhr)
Uuuh
Ich nenn meine Türkischen Freunde im scherz auch oft kanacken und wir alle lachen darüber, genauso wie ich über "kartoffel" lache... Meine Fresse, man kann sich aber auch anstellen...
undueberhaupt (15.01.2009, 10:55 Uhr)
So so...
Camilla: "Hey Chalrly, nächste Woche nach Klosters, Urlaub?"
Charly: "Nee, geht nicht, ich muß zur Vereidigung von dem Nigger!"
Ikarus7 (15.01.2009, 10:05 Uhr)
Stern/Spiegel Doppelmoral...
Mal ehrlich, ich finde diese Boulevardmanie von sogenannten "Nachrichtenmagazinen" zum Kotzen.
Da sehe ich auf Spiegel einen Artikel über einen Marokkaner, mit der Überschrift "Schwarz aus Überzeugung", weil er in der Jungen Union ist. Direkt daneben "Pöbelprinz Harry ist außer sich".
So ein Schwachsinn, man muss auch mal auf dem Teppich bleiben was solche Worte angeht. Nur weil ich meinen Kumpel Mohammad scherzhaft unter uns "Araber" nenne, muss sowas doch keinen rassistischen Hintergrund haben.
Aber was soll man schon von Magazinen erwarten, die seit Tagen als zweitwichtigste Artikel nur über "Geilheit siegt über Hunger"-Dschungelcamp-Peinlichkeiten zu berichten wissen ...
Willkommen in der Kai-Diekmann-Welt, lieber Stern.
Kodiac (15.01.2009, 09:41 Uhr)
Wenn die wüßten..
.. wie sich manche Stammtischbrüder gegenseitig betiteln, oder wie dessen Spitznamen lauten. Es muß doch partout ein Skandal zu finden sein, wenn nicht, erfinden wir halt einen. Und der Stern schreibt natürlich gerne darüber.
dutchinmex (15.01.2009, 06:55 Uhr)
Kann man
bitte die Politisch Korrekte und alle, die unbedingt andere ihre Meinung vorschreiben wollen, nicht nach Afrika umsiedeln lassen? Diejenigen, die dann hier bleiben, tauschen sie gerne gegen die primitive Piraten von dort; mit denen lebt es sich um jede Menge leichter.
Pengolodh (14.01.2009, 22:36 Uhr)
*seufz*
Jedesmal, wenn ich so einen Artikel lese, denke ich, daß "politisch korrekt" nur das politisch korrekte Synonym für "Vollpfosten" ist. Und fast jedesmal findet sich ein Poster wie vegefranz, der beweist, daß die beiden Begriffe doch nicht synonym sind. :-(
Halodri73 (14.01.2009, 19:28 Uhr)
Ich nenn meinen besten Freund gern mal
Molukk.
Muss ich mich jetzt bei ai melden? Der ist persischer Abstammung...
Bin ich jetzt Rassist????
Selten so einen überflüssigen Scheiss gelesen, die Englische Presse hat mal echt nen Sockenschuss Kaliber45!!
Benkku (14.01.2009, 16:59 Uhr)
Korinthenkackerei.
Viel Geschrei und wenig Wolle, sagte der Bauer, als er die Sau schor.
Bombori (14.01.2009, 16:16 Uhr)
Rassismus-Vorwürfe dementiert...
... sollte eigentlich der Titel heißen, wenn es Ihnen um Berichterstattung ginge. Sie erzeugen mit dem Titel nur Neugier, um sie im Text wieder zu entkräften. Schreiben sie doch lieber für die Bildzeitung
Countryjoe (14.01.2009, 15:31 Uhr)
Nitpicking
Jetzt wird aber im heiligen Eifer der politischen Überkorrektheit in den Krümeln herumgepickt. Wer steckt wohl dahinter? Etwa die, die offen für Terrorsiten eintreten und die christlichen Briten aufs übelste beschimpfen? Will man etwa die Monarchie gegen ein Kalifat tauschen?
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