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4. Januar 2008, 09:27 Uhr

Im Vollrausch ins Krankenhaus

Mehrere Polizei- und Krankenwagen wurden gestern Abend zum Haus von Britney Spears gerufen. Erst mussten die Beamten einen Streit zwischen Spears und ihrem Ex-Mann schlichten, dann wurde die Sängerin, die unter Drogen- und Alkoholeinfluss gestanden haben soll, ins Krankenhaus eingeliefert. Von Frank Siering, L.A.

Auf einer Trage wurde Britney Spears ins Krankenhaus abtransportiert© KCBS-TV/AP

Am späten Donnerstagabend herrschte Aufruhr vor dem Haus von Britney Spears in Beverly Hills. Mehrere Streifenwagen, die Feuerwehr und ein Rettungswagen fuhren vor. Die Paparazzi lauerten begierig auf Fotos. Der US-Fernsehsender CNN zeigte Livebilder von der Polizeiaktion. Spears hatte der Website tmz.com zufolge ihre Söhne Jayden James (1) und Sean Preston (2) nicht rechtzeitig zu ihrem Ex-Mann zurückgebracht, der das Sorgerecht für die beiden hat. Gegen 23 Uhr Ortszeit seien die Kinder schließlich bei Federline gewesen, berichtet tmz.com.

Fernsehbilder zeigten, wie die 26-Jährige auf einer Trage in einen Krankenwagen gehoben wurde. Sie habe unter dem Einfluss von Drogen, Alkohol oder einer anderen, nicht bekannten Substanz gestanden, sagte Polizeisprecher Jason Lee.

Der Tag hatte für die Sängerin bereits alles andere als gut begonnen. Britney Spears kam mal wieder viel zu spät. Zwei Stunden zu spät. Die Anhörung im Anwaltsbüro von Kevin Federline war für 9.15 Uhr geplant. Aber Mark Kaplan schien nicht zu wissen, dass Frau Spears zu dieser frühen Tageszeit meist noch im Schlafanzug durch ihre Villa hüpft.

Und so wurde aus neun Uhr, zehn und schließlich elf Uhr. Dann gegen 11.30 Uhr endlich fuhr der weiße Mercedes vor. Heraus kletterte Britney Spears. Knallrotes Kleid, wie aus einem Chris de Burgh-Video entstiegen. Ahnungslos, gleichgültig und wie immer in letzter Zeit ein bisschen traurig, stolzierte sie in die Fänge jener, die sie seit Monaten jagen.

Von allen Seiten unter Beschuss

Kaplan, der hochbezahlte Profi-Jurist, der selbst seine eigene Großmutter enterben würde, so er das vor einer TV-Kamera erledigen dürfte, Kevin Federline, Ex-Ehemann von Spears, schmieriger Möchtegern-Rapper und Vater von zwei knuffigen Kindern. Und die Medienmeute. Die Paparazzi. Die Britney nur noch dann fotografieren, wenn sie etwas ganz Außergewöhnliches anstellt. Und was ist bei einer Frau, die sich den Kopf kahlgeschoren hat, ständig Autounfälle baut und höschenlos die Fotografen zum Abschuss geradezu einlädt, noch außergewöhnlich?

Nun also sollte endlich die vielzitierte "Deposition", die unter Eid vorgenommene Erklärung in Sachen Sorgerecht von Britney Spears aufgezeichnet werden. Aber nach 13 Minuten war alles schon wieder vorbei. Britney stakste aus der Kanzlei. Und Kaplan vor die Kameras. Er faselte etwas vom "Leiden seines Mandanten", von einem "neuen Termin", von "nicht genügend Zeit". Und das Spielchen geht weiter.

Britney Spears gleicht auch 2008 nur noch einem tragischen Häufchen Elend. Eine Frau, die seit Monaten am Abgrund steht und - dafür muss man keine psychologischen Gutachter zurate ziehen - längst alle Hoffnung, allen Kampf aufgegeben hat. Dass ihr Anwalt, Sorrell Trope, jetzt auch noch das Handtuch wirft, der dritte Jurist in Folge, ist bezeichnend. Britney Spears hört nicht mehr zu,"sie hat fertig". Warum aber lassen die Jäger sie nicht endlich zufrieden? Warum muss diese Frau einem Skript folgen, das kein Happy Ending kennen kann? "Britney treibt wehrlos dahin. Sie scheint keinen Widerstand mehr leisten zu können", glaubt auch Suzanne Lopez, Hollywood-Psychologin. Ein neuer Anwalt wird vorpreschen, das hohe PR-Profil von Spears für sich zu nutzen wissen. Und Kaplan und Federline werden weiterhetzen. Wie auch die Paparazzi. Denn das ganz große Foto fehlt noch immer. Wenn es so weitergeht, dann müssen die Fotografen nicht mehr lange warten, bis Frau Spears mit Absicht in den entgegenkommenden Verkehr abbiegt.

mit DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 13)
 
WeitWeg (05.01.2008, 15:38 Uhr)
Draus lernen
Jetzt einfach die Berichterstattung einzustellen wäre auch nicht das Wahre - das Signal wäre doch wohl dann nur "gefallene Stars sind nur noch Dreck wert". Nein, aus Britney Spears Beispiel sollten Presse und Konsumenten viel eher lernen (mal wieder, bis es endlich sitzt), dass Stars auch nur Menschen sind und dass sie Mitgefühl brauchen, wenn es ihnen so offensichtlich dreckig geht.
..
Ich glaube kaum, dass Britney noch in der Lage ist, gesunde und vernünftige Entscheidungen zu treffen, selbst wenn sie das bewusst wollte/will. Sie ist doch längst an einem Punkt angekommen, wo sie sich nicht mehr aus eigener Kraft auf die Beine helfen kann... die Frau braucht Hilfe: als Kind, als Mutter, als Mensch.
..
Diejenigen, die hier einfach so schadenfreudig über sie urteilen, sollten sich mal fragen, wie es um die eigene Menschlichkeit bestellt ist...
nandang (05.01.2008, 02:39 Uhr)
wie waere es....
haben wir uns nun satt gesehen? reicht es nicht langsam oder brauchen wir noch mehr? presse, erklaert doch mal, dass die arme person fuer einen monat nirgendwo abgebildet wird! vielleicht hat sie noch eine chance. verdient waere es - hat sie uns doch in alle abgruende blicken lassen. es waere ein signal der menschlichkeit! STERN???
ironponys (04.01.2008, 21:29 Uhr)
wunderbar
das ist typisch Britney, nur weiter so. Bis zum naechsten mal.
Dein Rehab
OskarRumpel (04.01.2008, 19:07 Uhr)
Dattelpalme
genial! Guter Kommentar. lol
Roy05441 (04.01.2008, 17:21 Uhr)
Wenn ich so aussehen würde,
wäre es mir egal, ob ich mich öffentlich vom Balkon stürzen, oder an der nächsten Dattelpalme aufhängen würde!
Idioten haben mit ihrem Mitgefühl geprahlt, damit eine dumme Schnecke ohne Hirn bezahlt!
MarthaMuse (04.01.2008, 17:18 Uhr)
Text weg... das gehört noch unten zum Kommentar
Was der Stern zu erwähnen vergessen hat , Federline ist derjenige in diesem Drama, der bisher noch keine einzige Negativschlagzeile geliefert hat. Er wurde weder habnackt,noch völlig bedröhnt, noch unfall-verursachend gesichtet. Man muss ihn nicht mögen, aber er ist derjenige, der sich zurückhält und deutlich zu erkennen gibt, dass er, zum Wohl seiner Söhne, ganz offensichtlich zurücksteckt und sich bemüht, ein normaler Vater zu sein... sofern die narzisstische Mutter der beiden es zulässt. Ob er nun Rapper ist oder Kohlenhändler, spielt dabei gar keine Rolle.
MarthaMuse (04.01.2008, 17:13 Uhr)
Partei ergriffen
Zitat: >>>...Kevin Federline, Ex-Ehemann von Spears, schmieriger Möchtegern-Rapper und Vater von zwei knuffigen Kindern.
faustjucken_de (04.01.2008, 15:04 Uhr)
Hollywood-Psychologin?
Herrlich, wer denkt sich nur solche Titel aus?
Das ist ja noch besser als Society-Expertin
faustjucken_de (04.01.2008, 15:04 Uhr)
Warum aber lassen die Jäger sie nicht endlich zufrieden?
Damit der STERN auch weiterhin schön drüber schreiben kann
CerberusDoe (04.01.2008, 14:40 Uhr)
eben...
jaulen aber dann doch fotos und bilder bringen..das ist billig. aber was erwartet man?
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