Leiden im Namen der Familie

14. Mai 2013, 11:07 Uhr

Sie selbst wuchs ohne Vater auf, jetzt tut sie alles, um ihre eigene Familie intakt zu halten. Angelina Jolies Entscheidung zur Brustamputation ist auch ein Signal: Ihre Kinder sollen es besser haben. Von Julia Kepenek

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Mitte Februar besuchte Angelina Jolie eine Filmpreis-Verleihung in Los Angeles. Dort trat sie als Laudatorin auf und überreichte Regisseur Dean Semler den Preis für sein Lebenswerk. Zur Oscar-Verleihung zwei Wochen später kam sie nicht. Nun ist klar warum: Jolie unterzog sich einer doppelten Mastektomie. Die Eingriffe fanden zwischen dem 2. Februar und dem 27. April statt. In einem Beitrag für die Zeitung "New York Times" sprach Jolie nun erstmals über die Behandlung. Sie habe sich für den drastischen Schritt entschieden, weil sie ein Gen in sich trage, das ihr Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, erhöhe. Ihre Ärzte hätten bei ihr ein 87-prozentiges Risiko errechnet. Jolies Mutter Marcheline Bertrand kämpfte sieben Jahre gegen die Krankheit und erlag ihr schließlich im Januar 2007. Sie wurde nur 56 Jahre alt.

Bislang habe sie die doppelte Brustamputation geheim halten wollen, schreibt Jolie. Nun gehe sie aber an die Öffentlichkeit, damit andere Frauen von ihren Erfahrungen profitieren könnten. In ihrem Beitrag, der den Titel "My Medical Choice" ("Meine medizinische Entscheidung") trägt, schildert Jolie ausführlich das medizinische Prozedere. Demnach wurde das Gewebe aus Jolies Brüsten entfernt, ihre Brustwarzen aber erhalten. Heute trägt die Schauspielerin Implantate. Von den Eingriffen seien nur kleine Narben geblieben, so Jolie. Trotz der Mastektomie zeigte sich Angelina Jolie in der Zeit in der Öffentlichkeit.
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