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10. August 2007, 05:12 Uhr

Ehefrau, Prinzessin, Stil-Ikone

Sie war die meistfotografierte Frau der Welt: Zum zehnten Todestag von Diana hat die National Portrait Gallery in London der Prinzessin eine Ausstellung gewidmet. stern.de-Mitarbeiter Frank Diebel hat sie besucht.

Eine von Fotografen umringte Diana. Das Foto ist Teil der Ausstellung© Ian Tyas/AFP

Aus Anlass ihres 10. Todestages am 31. August ist Prinzessin Diana eine Ausstellung gewidmet, die zurzeit in der National Portrait Gallery in London stattfindet. 15 Fotos der Princess of Wales zeigen sie als Ehefrau, Prinzen-Mutter, Helferin und Stil-Ikone - von ihrer Verlobung mit Prinz Charles 1981 bis zu einem Protest gegen Landminen in Angola 1997. Im Mittelpunkt steht eine Schwarzweißaufnahme des bekannten peruanischen Mode-Fotografen Mario Testino: Diana lachend in einem eleganten schwarzen Abendkleid. Das Bild hebt sich nicht nur durch Größe und Platzierung von den anderen ab: "Meine erste Reaktion war, sie in ihrer traditionellen Rolle als Märchenprinzessin zu fotografieren", erinnert sich Testino. "Aber dann wurde mir klar, dass das aufregendste Bild von ihr wäre, wenn man den Eindruck hätte, als ob man mit ihr allein wäre."

Ein Besucher betrachtet ein Diana-Foto© EPA/Lindsey Parnaby

Die Testino-Fotos aus dem Jahr 1997 gehörten zu einer Coverstory des US-Magazins "Vanity Fair" und waren eine Sensation: Noch nie hatte sich ein Mitglied der britischen Königsfamilie so "cool" in der Öffentlichkeit präsentiert. Testino machte seinem Namen alle Ehre, indem er genau das einfing, was Diana zu diesem Zeitpunkt war: eine moderne, selbstbewusste und attraktive Lady. Die Prinzessin hatte durch ihre Wandlung vom schüchternen Teenager zur emanzipierten Frau nicht nur sich selbst, sondern auch das freudlose Image der britischen Königsfamilie aufpoliert. Vor Diana galten die Royals als steife, arrogante und ewig-gestrige Aristokraten. Traditionell hatten sie sich in der Öffentlichkeit auch immer dementsprechend präsentiert. Nicht so Diana. Sie hatte auch keine Berührungsängste und wusste dies geschickt auszunutzen. Sie erschütterte damit zwar nicht gerade die Grundfesten der Monarchie, aber dank der jungen Frau hielt zumindest eine gewisse Lässigkeit Einzug in das Königshaus. Andere Fotos zeigen Diana in ihrer traditionellen Rolle als Ehefrau und Mutter. Eine Aufnahme des britischen Aristokraten und Ex-Mannes von Princess Margaret, Lord Snowdon, aus dem Jahr 1981 gehört zu den offiziellen Verlobungsfotos von Charles und Di. Berühmt ist auch die Schwarzweißaufnahme des britischen Starfotografen David Bailey von 1988: Diana, edel gekleidet mit schwarzer Nadelstreifenhose und weißer Bluse, schenkt dem Betrachter ein strahlendes Lächeln. Die Porträts entstanden im Auftrag der National Portrait Gallery und sollten das wachsende Stilbewusstsein der Prinzessin dokumentieren.

Ein schöner Schnappschuss ist das Bild des ehemaligen David-Bailey-Assistenten John Swannell: Diana alberte in einer Pause der offiziellen Fotosession für Weihnachtskarten mit ihren Söhnen William und Harry herum - die Prinzessin in ihrer Rolle als Mutter der zukünftigen Könige. Zeitgemäß lässig gibt sich Lady Di auf einem Bild des Londoner Fotografen Terence Daniel Donovan von 1987 - mit Latzhosen! Abgerundet wird die Ausstellung durch ein Foto, das Jose Manuel Ribeiro 1997 für die britische Nachrichtenagentur Reuters schoss. Das Bild zeigt die Prinzessin vor einem Minenwarnschild in Angola, wo sie das Internationale Rote Kreuz beim Kampf gegen Landminen unterstützte. Das Foto von Lady Di in einem nur zum Teil geräumten Minenfeld wurde 1997 in Zeitungen auf der ganzen Welt abgedruckt. Eine kleine, aber feine Ausstellung, die nicht wirklich etwas Neues zeigt, aber ein unterhaltsamer Streifzug durch das Leben einer der meist fotografierten Frauen der Welt ist.

Frank Heinz Diebel
 
 
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