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7. Januar 2004, 15:18 Uhr

"Das ist so schmerzhaft"

Fassungslos soll Prinz Charles auf die Nachricht einer neuen Untersuchung des Todes von Prinzessin Diana reagiert haben. Freunde fürchten lächerliche Spekulationen und die Belastung für die Söhne William und Harry.

Seit Ankündigung der Untersuchung wird Prinz Charles noch weniger in der Öffentlichkeit gesehen© David Davies/ dpa

Mit Fassungslosigkeit hat Prinz Charles (54) nach Angaben eines Freundes auf die Nachricht reagiert, dass Scotland Yard nun über ein Jahr lang die Mordtheorien zum Tod von Prinzessin Diana untersuchen wird. "Das ist so schmerzhaft für den Prinzen und die Jungs (William und Harry)", zitierte die 'Times' am Mittwoch einen Freund des Thronfolgers. "Diese neue Untersuchung wird die lächerlichsten Spekulationen legitimieren." Nach einem Bericht der 'Daily Mail' machen sich Charles' Freunde sogar Sorgen, dass der Prinz depressiv werden könnte. "Die Krise, die jetzt über den Thronfolger hereinbricht, stellt sämtliche Krisen der vergangenen zehn Jahre in den Schatten", urteilte das Blatt.

Die Ankündigung einer umfassenden Untersuchung zu allen Spekulationen rund um den Unfalltod Dianas im Jahr 1997 habe Charles am Dienstag völlig unvorbereitet getroffen, berichtete die Presse. Er sei vorab nicht informiert worden. Schockiert habe ihn auch die Veröffentlichung eines Briefes von Diana, in dem sie geschrieben hatte: "Mein Ehemann plant einen 'Unfall' in meinem Fahrzeug, ... so dass der Weg für seine Wiederheirat frei wird." Dianas Ex-Butler Paul Burrell, der dem Boulevardblatt 'Daily Mirror' diesen Brief zugespielt hatte, stellte unterdessen klar, es sei nicht mit ihm abgesprochen gewesen, den Namen von Charles zu nennen.

'The Sun': "Charles ein Mörder? Lachhaft"

Die Anschuldigung, Charles könne Dianas Tod geplant haben, wurde in der britischen Presse als absurd bewertet. Die Boulevardzeitung 'The Sun' kommentierte: "Charles mag ein komischer Kauz ohne Bezug zur Realität sein, aber ein kaltblütiger Mörder? Lachhaft." Der anti- monarchistische 'Guardian' spottete auf der Titelseite in Anspielung auf die Bisexualitäts-Vorwürfe gegenüber dem Kronprinzen, demnächst werde die Polizei noch prüfen, ob Charles die Unfall-Limousine vielleicht "zusammen mit mehreren schwulen Höflingen aus einem Hubschrauber" beschossen habe. Auch die 'Times' sprach von einer "Farce".

Königlicher Leichebeschauer: Diana war nicht schwanger

Nach Angaben des früheren königlichen Leichenbeschauers zum Zeitpunkt ihres Todes nicht schwanger. John Burton, der bei der Obduktion der Leiche zugegen war, bezeichnete anders lautende Berichte als falsch. "Ich war anwesend, als sie untersucht wurde", sagte er in einem am Mittwoch veröffentlichten Interview mit der Zeitung "The Times". "Sie war nicht schwanger." Burtons Nachfolger Michael Burgess hatte am Dienstag eine umfassende Untersuchung zu allen Spekulationen über die Todesumstände angeordnet.

Im vergangenen Monat hatte die Zeitung "The Independent on Sunday" eine französische Polizeiquelle mit den Worten zitiert, Diana sei schwanger gewesen, als sie 1997 bei einem Autounfall in Paris ums Leben kam. Auch Mohammed Al Fayed, der Vater des mit Diana verunglückten Dodi Al Fayed, hat immer wieder behauptet, sie habe ein Kind von seinem Sohn erwartet.

Kein Ende der Spekulationen erwartet

Das Argument der Behörden, eine umfassende Untersuchung werde die wilden Spekulationen beenden, konnte die Presse nicht überzeugen. Auch ein Freund der Diana-Familie Spencer sagte: "Trotz einer offiziellen Untersuchung gibt es auch nach 40 Jahren immer noch Spekulationen über den Tod von John F. Kennedy." Im Internet finden sich über 10 000 Websites zu Dianas Todesumständen.

dpa
 
 
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