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8. Januar 2008, 17:14 Uhr

Denver-Clan und Ponylook

Keine Politikerin schockt oder beglückt uns mit so vielen Frisuren wie Hillary Clinton. Star-Stylist Armin Morbach hat ihre Looks für stern.de unter die Lupe genommen und gnadenlos mit ihrem Friseur abgerechnet.

Ein bisschen Christel Carrington: Hillary Clinton 1994© Wally McNamee/Corbis

Es ist nicht gerade einfach, über die bald vielleicht mächtigste Frau der Welt zu schreiben. Gott sei Dank beschäftige ich mich mit dem äußeren Erscheinungsbild und nicht mit politischen Ansichten. Wer die Bilder der vergangenen Jahre von Frau Clinton anschaut, erkennt ganz wunderbar, was zur jeweiligen Zeit groß im Trend war und welche Rolle sie als Präsidentengattin spielen wollte und musste.

Fangen wir 1991 an: die perfekte, brave Hausfrau mit Haarreifen und makelloser Ponyfrisur - ganz so wie unsere Familienministerin Ursula von der Leyen. Doch schon Mitte 1993 siehts ganz anders aus. Irgendwie scheint sie sich emanzipiert zu haben und kommt mit einem Look daher, den man als Lady Diana meets Madonna zur Zeit Ihres Bildbandes "Sex" bezeichnen könnte. Damit war sie damals irgendwie im Trend, was nur niemand wahrgenommen hat. Vielleicht ein generelles Problem, wenn man im Schatten eines großen Mannes steht. Aber das sieht heute ja ganz anders aus!

Damals wurde sie dann wohl zurückgepfiffen und 1994 musste schnell wieder ein sauberes Image her. Die Haare eher streng, leicht klosterhaft, mit einem Hang zum extrem spießigen. Aber wenn man mal vergleicht, weiß man bei wem sich Angela Merkel inspirieren ließ. Irgendwie hat unsere Kanzlerin bei Ihrem Friseur wohl eine ganz alte Ausgabe aus dem Lesezirkel in die Hände bekommen.

Ende 1994, Anfang 1995 muss es dann wohl eine enge Freundschaft zu Bette Midler gewesen sein, die Hillary zu diesem Look inspirierte. Oder sie hat einfach zu viele Folgen Denver-Clan auf DVD gesehen. Auf jeden Fall die perfekte Kopie einer Durchschnittsamerikanerin. Und das zu einer Zeit, als Bill an den Abenden mit einer gewissen Praktikantin Überstunden schieben musste. In den folgenden Jahren passierte nicht viel. Ein Auf und Ab im Volumen des Bobschnitts. Mal schmal, mal hoch, mal breit. Etwas heller oder auch mal dunkler. Ich denke, man sieht ihr an, dass sie lange unter ihrem Mann gelitten hat.

Der tragische Höhepunkt 2001. Plötzlich sieht sie älter aus als Ihre eigene Großmutter. Waschen, legen, fönen. 13,50 EUR beim Friseur. Liebe Hillary, das geht auch besser! Mit wachsendem politischen Engagement und weltweitem Medieninteresse passierte auch wieder mehr auf dem Kopf. Aber was genau? Ein Schlagabtausch von Mutter Beimer bis hin zur Tolle aus Verrückt nach Mary. Alles wurde ausprobiert.

Und jetzt, Ende 2007. Was bekommen wir da zu sehen? Wer spricht da zu uns? Melissa Etheridge? HALLO! Die leicht in der Gesichtsmimik eingeschränkte Frau Clinton scheint den gleichen Berater wie Corinna May angeheuert zu haben. Bleibt zu hoffen, dass ihre Politik konsequenter ist, als das Auf und Ab auf ihrem Kopf.

Der Autor: Armin Morbach

Der Autor: Armin Morbach Ob Naomi Campbell oder Eva Padberg: Seine Schere mögen sie alle! Armin Morbach ist einer der erfolgreichsten Stylisten Deutschlands. Als Jury-Mitglied in der ersten Staffel von "Germany's next Topmodel" ist er auch Fernsehzuschauern bekannt geworden, in Hamburg führt er sein renommiertes Unternehmen "Ballsaal" und arbeitet nebenbei als Autor, unter anderem für stern.de.

Armin Morbach
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Alex64 (09.01.2008, 08:01 Uhr)
Geeenau,
liebe maryan und rettiner... - NUR die Frauen...
Oder wie war das noch gleich mit dem (nicht)gefärbten Haar des Medienkanzlers oder der obstförmigen Kopfform des Vorgängers?
Immer schön emanzipiert bleiben ....
rettiner (09.01.2008, 04:10 Uhr)
unmoeglich
ich kann maryan nur zustimmen und moechte ergaenzen, dass ich es unmoeglich, ja eine frechheit finde, dass frauen in der oeffentlichkeit sich dieser unsachlichen kritik ihres aeusseren im jahr 2008 noch immer aussetzen muessen.
vondervogelwheyde (08.01.2008, 23:16 Uhr)
Herr Morbach Wichtig
Na, Herr Morbach!? Macht Ihnen sichtlich Spass, sich über andere lustig zu machen. Ist ja alles nur Show, werden Sie wahrscheinlich entgegnen.-gibt gutes Honorar von stern.de...- Aber so weit ist die Journaille schon gesunken: das eine Redaktion meint, auch jeden Mist, und damit meine ich wirklich jeden Mist, abzudrucken.
Maryan (08.01.2008, 16:46 Uhr)
Keine Haare?
Lieber Herr Morbach,
ich nehme an, der Hut auf Ihrem Kopf verdeckt die obligatorische "Plät"? Nur kein Neid - Frauen sind da einfach besser dran.
Was ich aber einfach ätzend finde, ist, dass sich Politikerinnen immer über ihr Äußeres beschreiben lassen müssen. Ich vermisse eine Zeitreihe Clinton und seine Haare, Schuhe, Anzüge, was auch immer. Auch Angela Merkel muss sich so etwas dauernd gefallen lassen. Dass z.B. manche männlichen Politiker locker als Vogelscheuche durchgehen könnten, hat überhaupt nichts mit ihrer Kompetenz zu tun, und wenn einer wie Kurt Beck sein Gewicht nun überhaupt nicht in den Griff kriegt, ist das keine Zeile wert. Aber wenn Frau Clinton ihre Frisuren ändert (was alle Frauen ständig tun!) dann wird gleich ein Zusammenhang mit ihrer Politikfähigkeit und ihrer Konsequenz unterstellt. Männer, überlegt Euch doch mal, was ihr sagt oder schreibt. Selbst wenn Euch der haarlose Neid umtreibt.
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