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"Trump ist der erste Internetmensch" - so erklärt Langhans die US-Wahl

Wir sind alle virtuelle Menschen, und Donald Trump ist der erste große Internetmensch: Ex-Kommunarde Rainer Langhans hat seine eigene Erklärung über den Wahlerfolg des US-Milliardärs. Die sind gar nicht so blöd, wie sie zunächst klingen.

Rainer Langhans äußert sich zu Donald Trump

Rainer Langhans erklärt den Wahlerfolg von Donald Trump

Es ist leicht, sich über lustig zu machen. Jener Mann, der in der Kommune 1 lebte, seit Jahrzehnten ein Harem um sich schart und im Dschungelcamp zumeist Kopfstand machte. Zweifellos lebt der 76-Jährige geistig in seiner eigenen Welt. Was bei allem Spott viel zu oft übersehen wird: Mitunter hat Langhans durchaus Kluges, Nachdenkenswertes über unsere Gesellschaft gesagt. 

In einem von seiner Harems-Gefährtin Christa Ritter auf Youtube veröffentlichten Video äußert sich Langhans zum Wahlerfolg - und hat ein paar erstaunliche Erklärungen über dessen Wahlerfolg parat. Er mache für viele sichtbar, "dass wir ein ganzes Stück weit virtuelle Menschen sind." Der Verstand habe das bisher kaum mitbekommen, doch der frisch gewählte US-Präsident zeige uns das.

Klingt erst einmal skurril. Doch mit seinen weiteren Erklärungen zu dem Politiker, der wie kein Zweiter das Internet für seinen Wahlkampf nutzte, verdeutlicht er seine These: Trum sei der erste große Internetmensch. Politik funktioniere heute anders. Langhans bringt nun eine alte Parole aus der 68er-Jahre wieder ins Spiel: "Das Private wird Politisch." Während damit in den 70er Jahren emanzipative Ziele verbunden waren, etwa die Frauenbewegung sich den Slogan zueigen machte, ist die Pointe nun aber eine andere. Langhans deutet den Begriff negativ: "Wie hässlich dieses Private ist, das sagt der Trump uns hemmungslos ins Gesicht." 

Donald Trump wird vom alten Establishment diffamiert

Neo- wie Linksliberale seien entsetzt über diese neue Wirklichkeit, die nun langsam deutlich werde, sie diffamierten Trump deshalb als Nazi oder als Irren. Langhans hat dafür nur ein müdes Lächeln übrig: "Klar, ihr Geschäftsmodell geht unter." 

Der Ex-Kommunarde hat die Realität dagegen akzeptiert und sagt: "Wir sind tatsächlich schon in dieser neuen Welt, und diese Wahl macht das nun das erste Mal entsetzlich deutlich." Trumps Tweets seien Ausdruck dieser neuen - hässlichen - Realität. Sie stehen stellvertretend für die meisten Menschen: "Ja, wir haben in unserer Privatsphäre immer nur eine Mördergrube gehabt und haben verdruckst irgendwelche Kriege geführt." 

Langhans ist aber nun ein unverbesserlicher Optimist und sieht das Gute an der Situation. Denn durch die Trump-Wahl entstehe langsam ein Bewusstsein für die neue Realität. Und eröffne damit die Chance, etwas daran zu ändern. "Wir werden mit ihm darüber reden, was das für eine Mördergrube ist. (...) Das möchten wir nicht so." Sein Fazit: "Wir werden alle zusammen im Internet bessere Menschen werden."

Es ist dieser an Naivität grenzende Optimismus, der dazu führt, dass Rainer Langhans zumeist doch nur Kopfschütteln erntet. Dabei waren im Anschluss an die US-Wahl weitaus dümmere Analysen über Trumps Wahlerfolg zu vernehmen.


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