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2. März 2009, 15:55 Uhr

Schwarzer Montag für Franjo Pooth

Zwei Richtersprüche an einem Tag für Pleite-Unternehmer Franjo Pooth: Erst verurteilte ihn das Amtsgericht Düsseldorf wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung. Anschließend entschied das Landgericht, dass Pooth der Stadtsparkasse Düsseldorf eine Millionen Euro zahlen muss.

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Kommt um einen öffentlichen Prozess herum: Franjo Pooth, hier mit Ehefrau Verona© Jörg Carstensen/DPA

Der Pleiteunternehmer Franjo Pooth muss eine Million Euro an die Stadtsparkasse Düsseldorf zahlen. Das teilte am Montag das Düsseldorfer Landgericht mit. Der Hintergrund: Der Ehemann von Werbestar Verona Pooth hatte sich im August 2006 verpflichtet, für die Geschäftsverbindlichkeiten seiner später Pleite gegangenen Firma Maxfield GmbH bis zu einem Betrag von 8,5 Millionen Euro selbstschuldnerisch zu haften. Die Stadtsparkasse hatte im Wege der Teilklage deshalb die Zahlung von einer Million Euro verlangt.

Das Gericht erklärte, Pooth habe die eingeklagte Teilforderung am Montag schriftlich anerkannt. Die Kammer habe deshalb im schriftlichen Verfahren ein Anerkenntnisurteil erlassen. Der ursprünglich für den Mittwoch angesetzte Verhandlungstermin wurde aufgehoben.

Das Amtsgericht Düsseldorf hat Pooth ebenfalls am Montag wegen Bestechung und Insolvenzverschleppung zu einem Jahr Haft auf Bewährung verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Unternehmer als Inhaber der Elektronikfirma Maxfield, die in finanzielle Schieflage geraten war, einem Sparkassen-Vorstand eine Heimkinoanlage im Wert von über 8.800 Euro geschenkt hatte, um schneller an neue Kredite zu bekommen.

Die Richter werteten dies als "Vorteilsgewährung". Das Vorstandsmitglied sollte auf diese Weise "bei Laune gehalten werden", hieß es in der Urteilsbegründung.

Ein entsprechender Strafbefehl gegen Pooth sei am Montag ergangen, teilte das Amtsgericht Düsseldorf mit. Der Ehemann von Verona nahm den Strafbefehl an, eine öffentliche Hauptverhandlung bleibt ihm somit erspart. Franjo Pooth ist nun vorbestraft. Die Bewährungszeit beträgt drei Jahre.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 17)
 
Countryjoe (03.03.2009, 13:53 Uhr)
Im Namen der Seilschaft..
..sollte es wohl besser heißen. Ein Nichtpromi wäre da wesentlich härter angefasst worden. Aber das ist ja mittlerweise Usus in unserer Demokratie? geworden. Alle sind gleich, aber manche gleicher.
Bei der "Strafe" macht Verona ein, zwei Werbespots mehr und der Fisch ist gegessen.
sebale1 (03.03.2009, 12:51 Uhr)
Dumm gelaufen ?
Was yahbluez da von sich gibt, ist unsinnig und dumm; wenn ich nichts von Recht verstehe, soll er die Kommentare sein lassen.
Bin selber 20 Jahre GmbH - Geschäftsführer - Pooth ist mehr als gut davon gekommen; andere, weniger Prominente wären anders bestraft worden ! Hinzu kommt, dass der Nichtskönner betrogen und nachgewiesen bestochen hat. Wer fragt nun nach den Opfern - die Mitarbeiter von maxfield, die Lieferanten, der Steuerzahler ...?
Franjo ist "Opfer" ??? Ein schwarzer Montag war das in der Tat - aber nicht für ihn, sondern für das Recht.
Die Strafe ist mal wieder ein Schlag ins Gesicht jeden ehrlichen Menschen, ein weiterer Spatenstich bei der Beerdigung von Recht und Gleichheit.
yahbluez (02.03.2009, 23:16 Uhr)
Wer hier einen Promi Bonus sieht...
...hat vom Rechtssystem der BRD keine Ahnung. Das Urteil ist vollkomen normal, absolut üblich. Wo hier ein Promibonus sein soll mögen mir die hirnarmen Neidhammel mal erklären. Eher ist es so das ein Nichtpromi noch weniger hätte zahlen müssen. Auch sind 3 Jahre Bewährung ein gutes Jahr mehr als zu erwarten gewesen wäre bei der geringe der Schuld.
mfg
yahbluez (02.03.2009, 23:11 Uhr)
Was sind eine "Millionen" Euro???
Solche Fehler sollten einem stern nicht passieren, das ist Hauptschulniveau.
ziu1 (02.03.2009, 21:31 Uhr)
Eine Bewährungsstrafe
ist für viele ein Freispruch zweiter Klasse. Damit läßt sich's locker leben. Was die Million betrifft, die hat er natürlich nicht. Also - es ist nix passiert. Und Franjo geht mit seiner Vroni erst mal Urlaub machen, er hat ihn ja schwer genug verdient.
Erek (02.03.2009, 20:51 Uhr)
Wie soll er ?
Herr Pooth hat sicher einen anderen als den gesetzlichen Güterstand. Mein Mitgefühl für ihn hält sich in Grenzen. Wenn es aber stimmt, dass quasi alles, was zu "kriegen" war, herangezogen wurde, dann stellt sich für mich die Frage: Woher soll er die 1 Million € hernehmen? Oder ist es nur eine Art Rechtstitel, dessen Einlösung in den sternen steht?
1Stejn (02.03.2009, 20:16 Uhr)
...und der pöbel schreit::
"verbrennt sie!"
wynmuck (02.03.2009, 19:18 Uhr)
Was macht das Sparkassen-Vorstandsmitglied?
Er hat der Sparkasse wohl einige Millionen Miese gemacht wegen einer Heimkinoanlage, wie wird oder wurde er belangt? Kenne mich in der Düsseldorfer Szene nicht so aus.
NewWorld (02.03.2009, 19:06 Uhr)
@Juris
Zitat: "Stammtischparolen nutzen nicht."
Und warum verbreiten Sie dann hier welche?
Juris1 (02.03.2009, 18:39 Uhr)
Mal wieder ein Promi-Bonus ...
Tja, in unserem Rechtssystem, dass ja ach sooo gut ist, gibt es eben Gleich und Gleicher. Und da muss man eben genauer hinschauen, Legislative macht Gesetze, die Judikative formt diese dann ein wenig aus - meist zwar in eine Richtung ... zumindest, wenn es um Promis geht, und in eine andere, wenn es um den Bürger geht. Da wird fix ein Exempel statuiert. Natürlich traut sich kaum ein Richter, dies bei Promis zu machen.
Dieser würde sich ja fix Feinde im eigenen Lager machen.
Immer mehr Menschen spüren, dass in unserem Lande schon lange einiges nicht mehr stimmt. Passieren wird aber nichts. Weil der einfache Bürger dumm ist. Er wählt doch diese Politiker brav alle Jahre wieder in ihre Ämter. Zugegeben, an der Alternative mangelt es derzeit... Aber wer möchte, dass es so weiter geht wie bisher, soll sich nur weiter so verhalten wie bisher. Stammtischparolen nutzen nicht.
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