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1. März 2007, 09:47 Uhr

Möchtegern-Model betrügt Gucci

Was riskieren manche Leute nicht alles, um berühmt zu werden: Ein Betrüger hat Werbeanzeigen mit sich als Gucci-Model in zwei Züricher Zeitungen geschaltet. Die Rechnung über 60.000 Franken ließ er an Gucci schicken.

Juan Isidro Casilla gab sich als Sänger und Model für Gucci, Armani und Pepe Jeans aus© privat

Ein dreister Betrüger hat sich als Gucci-Model groß in Szene gesetzt. Er platzierte sein Bild als Inserat mit Parfüm-Fläschchen gleich doppelseitig in zwei Schweizer Zeitungen und ließ die Rechnung Gucci in Zürich zukommen. Das Bild kann durchaus als Parfüm-Werbung durchgehen: Ein Latino-Typ mit nacktem Oberkörper, auf die Ellbogen gestützt, mit schmachtendem Blick und Dreitagebart. Davor ein Parfüm-Fläschchen von Gucci.

Für dieses Foto buchte der 22-Jährige, der sich in "Watson" nannte, als angeblicher "PR-Product-Manager von Gucci International" vergangene Woche eine farbige Doppelseite in der "SonntagsZeitung". Christoph Zimmer, Leiter der Unternehmenskommunikation beim Tamedia-Verlag, bestätigte einen entsprechenden Bericht der Schweizer Tageszeitung "Blick". Die Rechnung von rund 60.000 Franken ließ Watson an die offizielle Adresse von Gucci in Zürich schicken.

Gucci, Armani, Pepe - das falsche Model Watson machte sich nicht schlecht auf den Anzeigen© privat

Laut Zimmer überlistete der Mann die Anzeigenredaktion, indem er praktisch im letzten Moment buchte und es zu spät war, die Echtheit des Inserats noch zu verifizieren. Abgesehen davon habe die Buchung einen professionellen Eindruck gemacht, und es habe kein Anlass bestanden, übertrieben vorsichtig zu sein. Mit derselben Masche hatte sich der Betrüger wenige Tage zuvor bereits doppelseitig in die Freitagsausgabe der Ringier-Gratiszeitung "heute" gebracht. Die "SonntagsZeitung" erfuhr dann Anfang der Woche, dass man einem Schwindler aufgesessen war. Der Verlag habe sich darauf bei Gucci für den Fehler entschuldigt und erwäge, gegen den Betrüger vorzugehen, sagte Zimmer.

Angeblich auch Armani-Model

Das Möchtegern-Model hat schon mehrmals versucht, sich Firmen als Dressman oder Sänger zu verkaufen: Dem Lifestylemagazin "SI Style" schob er im Dezember eine ganzseitige Armani-Anzeige unter. Im "Blick" sollte vorgestern ebenfalls die Gucci-Anzeige erscheinen. Verhindert wurde der erneute Betrug durch die Zeitschrift "gay.ch", die darauf aufmerksam machte, dass Casilla Ende 2006 auch bei ihnen versucht hatte, gefälschte Werbeanzeigen unterzubringen - von Pepe Jeans und Armani.

An "gay.ch" hatte Casilla neben der Armani-Anzeige einen Lebenslauf geschickt und sich darin als der Latino-Sänger "Chayanne" ausgegeben. Als Absender gab er das Plattenlabel Sony BMG an, Abteilung "Latin USA". Als "gay.ch" den "Sänger" einlud, um über ihn zu berichten, erzählte er von Auftritten mit Britney Spears, Jennifer Lopez und Justin Timberlake - alles gelogen, wie sich später herausstellte. Der selbsternannte "Chayanne" wurde verhaftet, bald aber wieder auf freien Fuß gesetzt.

Die "Hamburger Morgenpost" zitierte einen Sony BMG-Sprecher: "Wir schlagen uns seit Jahren mit dem Mann herum. Er bucht in unserem Namen Veranstaltungen und Werbespots." Gucci prüft inzwischen rechtliche Schritte und hat die Polizei eingeschaltet.

aw mit Material von AP
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
aureolus (01.03.2007, 17:19 Uhr)
hahahahah
Das ist ja wirklich koestlich, natuerlich ist das Betrug aber mein Mitleid fuer dir betroffenen Zeitungen und Firmen haelt sich in Grenzen.
Dieser Mann fuehrt uns die ganze Absurditaet der Mode- und Musikbranche vor Augen wo Leute fuer gar nix beruehmt werden . Dieser ganze laecherliche Image Zirkus bekommt mal eine Watsche, super.
Ich hoffe der Mann bekommt einen anstaendigen Model Vertrag damit er seine Rechnungen bezahlen kann.
Genial. Schon lange nicht mehr so gelacht !
bR4iNST0RM (01.03.2007, 15:48 Uhr)
hmm..
.. also hübsch ist was anderes. Strunzend Dumm und höchst Eingebildet trifft es da eher. Strafe: Die Anzeigen darf er „hübsch“ selbst bezahlen und er bekommt eine lebenslange Auflage, den Rest der Welt mit seinen bizarren „Selbstdarstellungen“ zu verschonen.
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