. .
Leute - Stars und Promis
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
3. September 2010, 10:52 Uhr

Das Mädchen, das beim Film zu Hause ist

Sie hat schon als Kind den tiefen Absturz erlebt, sich dann wieder hoch gekämpft: Drew Barrymore. In ihren Filmen strahlt sie und findet die Liebe. Und im wirklichen Leben? Von Jochen Siemens

Drew Barrymore, Barrymore, Verrückt nach Dir, Filmstart, Kino, Drew, Justin Long, Long

Ihr neuer Film "Verrückt nach dir" ist gestartet: Drew Barrymore bei der Premiere in Los Angeles© Mario Anzuoni/Reuters

Es liegt an diesem Sonnenschein, den Drew Barrymore in ihren Filmen verbreitet, dass man denkt, gleich dem Sonnenaufgang die Hand zu geben. Man würde am liebsten fragen, warum sie sich in allen ihren Rollen immer Namen wie Rosie, Mary, Sophie oder Erin ausdenkt und nicht einfach überall Drew heißt. Wäre viel einfacher, denn die Filmnamen vergisst man sowieso immer gleich, wenn es doch Drew Barrymore ist, mit der man sich Kino trifft wie mit einer Freundin.

Und nun das. In London ist der Himmel Wolken verhangen und da ist kein Sonnenaufgang, wenn Drew Barrymore einen anschaut. Ihr Lächeln ist beinahe geizig und ihr Blick beobachtend, als könnte das hier jetzt auch ein Bewerbungsgespräch sein. Ihre blonden Haare hängen herunter und schon nach einer Minute ist klar, dass hier jetzt keine Sonnenstrahlen zu erwarten sind, schon gar nicht in dieser rauhen Stimme, mit der sie langsam spricht. Mein Gott, denkt man wieder mal, was ist das Kino für eine Illusionsmaschine. Wie konnte man glauben, dass eine 35-Jährige, die seit ihrem dritten Lebensjahr die Kamera vor dem Gesicht kennt, hier das Popcorn-Theater weiterspielt?

Drew Barrymore nickt. "Yeah, das ist Arbeit, und ich bin nicht so eine Schauspielerin, die sich wie ein Mönch wegschließt, um in ihrer Rolle komplett aufzugehen. Ich geh in eine Szene und tue so, als ob ich die Rolle bin." Unter den über 49 Filmen, die sie gedreht hat, sind die romantischen Komödien ihr Markenzeichen. Das Muster ist immer gleich: Frau trifft Mann, es funkt, man landet im Bett, und dann gibt es Funkstörungen, und es wird lustig und traurig zugleich. Beziehungskiste eben. Im Kino fiebern alle mit, ob sie sich am Ende finden oder nicht. Früher gehörte diese Rolle einmal Meg Ryan und nun Drew Barrymore.

Eine Mauer ist spürbar

Die neueste Folge dieses Spiels heißt "Verrückt nach Dir" und ist ein Fernliebe-Dramolett um eine Journalisten-Praktikantin und einen Musikproduzenten, die sich in New York treffen und verlieben. Der ganze Film wird mal wieder erleuchtet und gerettet von Drew Barrymore, die selbst sturzbetrunken und rülpsend unfassbar sexy sein kann.

"Na ja", sagt sie, "ich bin selbst sehr viel unterwegs, ich kenne es, wenn man versucht, ferne Beziehungen am Leben zu halten." Nun könnte man einhaken und fragen, ob ihr Filmpartner Justin Long noch oder wieder ihr Freund ist, und ob ihre Liebe an der Ferne und so weiter gescheitert ist. Aber Drew Barrymore sagt das so routiniert, dass man die Mauer spürt, die sie vor sich hochgezogen hat. Öffentlich war ihr Leben lang genug. Die Tochter der mäßig erfolgreichen Schauspieler-Eltern Barrymore aus Kalifornien dreht schon mit drei Jahren erste Filme und hat ihren weltweiten Durchbruch mit sechs Jahren als Gertie, der kleinen Freundin in Spielbergs Außerirdischen-Märchen "E.T". Nach weiteren Mädchenrollen stürzt Drew Barrymore in die Frühreifen-Hölle Hollywoods: Mit neun Jahren ist sie volltrunken, mit zehn raucht sie Haschisch und mit zwölf kommt das erste Kokain in ihre Nase. Es folgen: ein gescheiterter Selbstmordversuch, ein Schulabbruch und viele Monate in Entzugs- und Nervenkliniken. Als Drew Barrymore 14 ist, hat Hollywood sie schon aufgegeben. Ein überfahrenes Küken, ach Gott, die Stadt ist voll davon.

Der Barrymore-Weg zurück ans Licht war hart. In den 90er Jahren spielte sie die Sexbombe, zog sich für den Playboy aus und hob bei US-Talkmaster David Letterman kurz das T-Shirt. Gleichzeitig spielte sie in vielen Filmen, schlechten und weniger schlechten. Genau aus diesen Jahren stammt der enorme Fundus, den Barrymore auf ihrem Gesicht inszenieren kann. Ende der 90er Jahre wurde sie immer mehr zu einer festen Größe Hollywoods und gründete schon 1994 ihre eigene Produktionsfirma Flower Films. Mit Action-Komödien wie "Drei Engel für Charlie" und eben Romanzen wie "Ungeküsst" oder "Mitten ins Herz" baute sich das Patenkind von Steven Spielberg ein Reich auf und kassiert heute bis zu 15 Millionen Dollar pro Film. Und genau über dieses Thema kommt man ihr näher.

Seite 1: Das Mädchen, das beim Film zu Hause ist
Seite 2: Der Job ihres Lebens
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
"Verrückt nach dir" Liebe lieber echt

So dämlich der Titel auch klingt, "Verrückt nach dir" ist eine wirklich gelungene romantische Komödie. Drew Barrymore, Justin Long und ein wunderbarer Soundtrack verschaffen dem Sommer ein liebevolles Ende. mehr...

 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft