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Der Sohn eines amerikanischen Besatzungssoldaten war in den siebziger Jahren der erste farbige deutsche Fußballer, der in der Nationalmannschaft spielte. Heute ist der 55-Jährige arbeitslos.
Eine kaputte Hüfte und gescheiterte Bauherrenmodelle: Der ehemalige Nationaltorwart Eike Immel stürzte nach Ende seiner Profilaufbahn ab. Die Teilnahme am TV-Klamauk "Ich bin ein Star - holt mich hier raus" ist für ihn der letzte Rettungsanker. So wie ihm erging es vielen Profis nach ihrer aktiven Zeit.
Erwin Kostedde, Sohn eines afroamerikanischen GI, meinte einst: "In Münster war es schon schlimm, wenn man sonntags in Jeans rumlief, aber ich trug das ganze Jahr die falsche Hautfarbe." Kostedde war 1974 der erste dunkelhäutige deutsche Nationalspieler. Wegen seiner Hautfarbe habe er immer besser sein müssen als die anderen, sagt Kostedde. Heute ist das längst passé. Gott sei Dank. Oder sagen wir es so: Sie sind sowieso besser! Schwarze heißt es, sind die eleganteren Fußballer, sie sind geschmeidiger, sie können in jeder Situation exzellent mit der Kugel umgehen. Denken wir nur an Clarence Seedorf, an John Utaka, an Henri Camara, an Demba Ba, an Wilfried Sanou, an Godfried Aduobe, an Didier Drogba. Waren farbige Kicker früher exotisch, sind sie im heutigen Multi-Kulti-Zeitalter schlichtweg Normalität. Sie sind ein belebendes Element. Sie machen Zirkus. Sie machen Laune. Sie sind irgendwie unverzichtbar. Aber was denken die hartgesottenen Fans, die wirklich Treuen, wenn plötzlich acht, neun Schwarze für "ihren" Verein auflaufen: Unverständnis? Entfremdung? Sind sie irritiert? Machen sie Witze darüber? Oder ist es ihnen egal? Hauptsache, die Jungs können was! Der belgische Klub KSK Beveren hatte vor zwei Jahren mal 18 Spieler aus der Elfenbeinküste in seinem Kader. Dem Alltagsrassismus war dadurch Tür und Tor geöffnet. Diese Gefahr besteht beim Hamburger SV hoffentlich nicht. Die Stadt präsentiert sich weltoffen. In Hamburg sind immerhin 13 von 29 Lizenzspielern dunkelhäutig. Das entspricht 45 Prozent. Rekord in der Bundesliga! Und es sind nicht immer die einfachsten Menschen. Denken wir nur an Atouba, den Eintänzer. Aber es sind großartige Fußballer. Manchmal sogar Künstler. Sie heißen Demel, Boateng, Kompany und Castelen. Benjamin kann grätschen, Pitroipa ist schon Publikumsliebling, Choupo-Moting gehört die Zukunft. Nur einen Knipser gibt es nicht unter ihnen. Den muss HSV-Trainer Jol noch finden. Einen wie Tony Yeboah (spielte 1997-2001 an der Alster). Oder wie Kostedde eben. Der schoss für Stade Laval mal 21 Tore und wurde Torschützenkönig der ersten französischen Liga, noch vor einem ganz Großen des europäischen Fußballs: Michel Platini. www.footage-magazin.de
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