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Was macht eigentlich Ann Sophie Dürmeyer?

Im vergangenen Jahr sang die Hamburgerin Ann Sophie beim Eurovision Song Contest für Deutschland. Sie wurde Letzte - ihr Song "Black Smoke" bekam null Punkte.

Ann Sophie

Ann Sophie im Mai 2015 auf der Bühne beim Eurovision Song Contest in Wien

Sie wurden im vergangenen Jahr beim ESC Letzte. Wie hat sich das angefühlt?

Kacke hat es sich angefühlt. Zwar zeichnete sich schon früh ab, dass der Abend nach hinten losgeht, aber am Ende habe ich trotzdem geheult.

Wie sind Sie aus dem Tief herausgekommen?

Meine Familie, Freunde und Menschen auf der Straße haben mich aufgebaut. Den letzten Platz fand ich gar nicht so dramatisch, aber dass sich plötzlich keiner mehr für mich interessierte, war einfach nur enttäuschend. Wenn man in diesem Zirkus keinen Erfolg hat, wird man fallen gelassen. Von der Plattenfirma und von der ARD wurde mir vorher viel versprochen - nichts wurde gehalten.

Bitter?

Ich bin überhaupt nicht verbittert, aber wenn sich der Unterhaltungschef der ARD nach dem ESC noch nicht mal von mir verabschiedet, dann finde ich das peinlich.

Warum fiel Ihr Lied beim Publikum durch?

Ich glaube, "Black Smoke" hat nicht zu diesem Spektakel gepasst. Ich singe eher nachdenklich über eine verbrannte Liebe - das kann man in einer Bar oder im Radio bringen, aber nicht in der Partynacht des ESC. Dafür war der Auftritt auch nicht theatralisch genug.

Sie stehen nun in Dresden auf der Bühne und spielen Theater.

Ja. Ende März führen wir in der "Comödie" wieder das Stück "Tussipark" auf. Meine Schauspielausbildung in New York war also nicht ganz umsonst. Ich spiele eine Braut mit Bindungsängsten, und es fällt mir schwer, während der Aufführung nicht selbst laut loszulachen.

Leben Sie zurzeit von diesem Engagement?

Das allein würde sicher nicht reichen. Ich werde oft für Konzerte gebucht, und ich habe jetzt auch das Exposé für ein Kinderbuch fertig. Da geht es um Hubi, einen Marienkäfer, der all seine Punkte verloren hat. Die Idee dafür hatte ich übrigens vor meinem ESC-Auftritt.

Sie wollen als Künstlerin erfolgreich sein, aber was ist, wenn der Plan nicht aufgeht?

Eine Zeit lang dachte ich an ein Medizinstudium. Ich habe allerdings neulich ein Praktikum im Krankenhaus absolviert und schnell gespürt, dass das auf Dauer nichts für mich ist. Stattdessen beginnt bald mein Studium in Wirtschaftspsychologie. Ich freue mich sehr darauf, will aber meinen Weg als Künstlerin unbedingt weiterverfolgen.

Was ist Ihnen noch wichtig?

Ich mache fast täglich rund zwei Stunden Sport. Kraft-Ausdauer-Training in Intervallen. Ich war früher mal Leistungsturnerin, und es macht mir Spaß, mich auszupowern. Ansonsten lese ich viel. Gern im Café oder vor dem Einschlafen.

Zeit für Ihren Hund brauchen Sie aber auch noch …

… das ist meine leichteste Übung. Ella und ich sind seit zwei Jahren unzertrennlich. Ich habe damals nach "Boxerwelpen" gegoogelt und sie bei den Ebay-Kleinanzeigen gefunden. Sie ist meine große Liebe, aber ich hoffe, dass eines Tages noch der richtige Mann dazukommt. Ich bin Single und brauche jemanden, der mich inspiriert, mich zum Lachen bringt und mich so nimmt, wie ich bin.


Das Interview erschien am 18. Februar 2016 im stern

Interview: Patrick Kiefer
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