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King Allen? Amerikaner beansprucht britischen Thron

Der US-Amerikaner Allan Verno Evans beansprucht in einer Anzeige in der Londoner "Times" den britischen Thron für sich. Binnen 30 Tagen will er seine Ansprüche geltend machen. Muss die Queen jetzt zittern?

Queen Elizabeth II.

Queen Elizabeth II. wird die Anzeige in der "Times" amüsiert zur Kenntnis genommen haben

Soviel Aufregung hat der kleine Marktflecken Maesteg am Fluß Llynfi in Südwales lange nicht erlebt: Eines seiner Einwohner schaltete eine Anzeige in der altehrwürdigen britischen Tageszeitung "The Times". Der erstaunliche Inhalt: Allan Verno Evans erhebt darin Ansprüche auf den britischen - und will Königin Elizabeth II. nachrücken.

In der 40-zeiligen , die am Mittwoch in der Zeitung abgedruckt wurde, legt Evans detailliert seine angeblichen Thronansprüche dar. Demnach sei er direkter Nachfahre eines britischen Adelsgeschlechts aus dem 3. Jahrhundert - und damit aus einer Zeit, als es die Windsors noch gar nicht gab. Für ihn Grund genug, Thronansprüche geltend zu machen.

Dabei ist Evans nicht mal Brite. Vor 13 Jahren reiste er aus den USA nach Wales. Seitdem betreibt er dort sowas wie Ahnenforschung. Seine Vorfahren stammen demnach tatsächlich ursprünglich aus Wales, genauer gesagt von der kleinen Insel Anglesey, auf der auch William und Kate Cambridge 2011 um die Zeit ihrer Hochzeit herum eine Weile gelebt haben. Evans argumentiert mit seinen zahlreichen blaublütigen Vorfahren und kommt schließlich selbst zu dem Schluss, dass er der nächste König werden müsse.


Queen Elizabeth II. dürfte Königin bleiben

Großzügigerweise will er darauf verzichten, zu stürzen. Das verbiete der Respekt vor der altgedienten Monarchin. Doch sollte sie einmal abtreten, gebühre nicht ihrem Sohn Charles, sondern ihm die Krone.

Binnen der kommenden 30 Tage will Evans seine Ansprüche geltend machen. Große Sorgen werden sich die Windsors allerdings nicht machen müssen. Denn Evans ist als Spinner bekannt.

Evans als Spinner bekannt

Er reklamiert nicht nur den Thron, sondern auch den Titel und die Ländereien des 7. Viscount Bulkeley, der 1822 verstarb, für sich. Dessen Nachfahre Sir Richard Williams-Bulkeley hat bereits vergangenes Jahr unangenehme Erfahrungen mit dem eifrigen Ahnenforscher aus Colorado gemacht: Sir Richard holte schließlich die Polizei, weil Evans nicht aufhörte, ihn mit seinen Forderungen zu belästigen.

Auch in seinem Heimatland hat der Hobby-Ahnenforscher 2012 scheinbar schon einmal versucht, einige Grundstücke und Immobilien in Twiggs County im Bundesstaat Georgia im Gesamtwert von umgerechnet 3,8 Millionen Euro als sein Eigentum zu fordern, die angeblich im 19. Jahrhundert einmal Familieneigentum gewesen seien. Er scheiterte damit aber vor Gericht, weil die zugehörigen Unterlagen 1901 bei einem Großbrand vernichtet worden waren.

Aber selbst wenn Evans, wie behauptet, in durchgehender männlicher Linie von einem walisischen Fürsten aus dem 3. Jahrhundert abstammt, wäre das immer noch keine Garantie für eine Thronbesteigung: Beim Thema Thronfolge hat in Großbritannien wegen des Systems der konstitutionellen Monarchie immer noch das Parlament das letzte Wort. Ein Ami als König? God save the Queen.

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