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1. Juli 2009, 17:25 Uhr

Klammer Student wollte tausende Euro erpressen

Er wollte damit sein Studium finanzieren: Ein junger Mann aus Köln ist mit dem Versuch gescheitert, den Ehemann von Verona Pooth zu erpressen. Der Medizinstudent hatte sich als russischer Detektiv ausgegeben und verlangte tausende von Euro.

Erpressung, Franjo, Pooth

Wurden von einem klammen Studenten erpresst: Franjo und Verona Pooth© Marcus Brandt/DPA

Um seine Studiengebühren bezahlen zu können, hat ein verschuldeter Student aus Köln den Pleite-Unternehmer Franjo Pooth erpresst. Der Medizinstudent sei bei einem zum Schein vereinbarten Treffen mit dem Anwalt von Franjo und Verona Pooth von Zivilpolizisten festgenommen worden und habe den Erpressungsversuch gestanden. Das berichteten Polizei und Staatsanwaltschaft am Mittwoch in Düsseldorf und bestätigten einen Bericht der "Bild"-Zeitung.

Der 25-Jährige hatte sich als russischer Detektiv ausgegeben und behauptet, es seien auf Pooths Namen ohne dessen Wissen Schwarzgeldkonten in Luxemburg angelegt worden. Gegen eine Summe zwischen 30.000 und 60.000 Euro würde er dafür sorgen, dass die Konten gelöscht würden. Andernfalls aber müsse Pooth mit einem weiteren Skandal rechnen, denn dann würden die Medien und die Steuerfahndung von den Konten erfahren. Familie Pooth schaltete aber sofort die Polizei ein, nachdem Pooths Mutter den Anruf des Erpressers angenommen hatte.

Der Student wohnt noch bei seinen Eltern im 17. Stock eines Hochhauses im sozialen Brennpunkt Köln-Chorweiler. Seine Eltern sind arbeitslos, und er selbst ist nach seinen Angaben mit 10.000 Euro verschuldet. Weil er kein Geld mehr für die anstehende Semestergebühr hatte, ersann der chronisch klamme Student, der 1999 aus Usbekistan mit seinen Eltern nach Deutschland gekommen war, seinen Plan.

Fix hatte er sich aus dem Internet Daten, Fakten, Bilder und Dokumente über Pooth zusammen gesammelt und montiert. Im Internet gab er einen Notariats-Stempel mit Landeswappen in Auftrag. Schon waren Konto-Auszüge von einer Bank auf den Bermudas über Fantasie-Beträge von 82 Millionen Euro und angeblich notariell beglaubigte Kopien des Personalausweises von Franjo Pooth gebastelt. "Mit diesen Unterlagen wollte er Franjo konfrontieren", berichtete ein Ermittler am Mittwoch. "Er hat das Ganze aber etwas überzogen."

Auf einer Liste, die am Dienstag bei der Wohnungsdurchsuchung gefunden wurde, hatte sich der Student die Namen weiterer potenzieller Opfer notiert: Kai-Uwe Ricke, Klaus Zumwinkel und Boris Becker etwa. Doch schon beim ersten Opfer, Franjo Pooth, lief für den angehenden Arzt mit Wunschberuf Gerichtsmediziner alles schief. Pooths Anwalt Benedikt Pauka ging zum Schein auf die Offerte ein und traf sich mit dem jungen Usbeken am Dienstag in einem Café am Kölner Friesenplatz, während sich die Polizei auf die Lauer gelegt hatte.

Als vereinbartes Geheimzeichen klappte der Anwalt nach etwa 20 Minuten Gespräch sein Laptop zu - und der Student wurde festgenommen. "Der Mann kam aus Usbekistan - der Plan kam aus Absurdistan", sagte Staatsanwalt Johannes Mocken. Nun muss sich der Student wegen versuchter Erpressung, versuchten Betruges und Urkundenfälschung verantworten. Dafür drohen ihm maximal fünf Jahre Haft.

Pooth ist nicht das erste Mal Ziel dubioser krimineller Umtriebe. Vor dem Düsseldorfer Landgericht muss sich derzeit ein Mann verantworten, der versucht haben soll, den Pleite-Unternehmer zu betrügen. Er hatte behauptet, amerikanische Interessenten für die Marke von Pooths inzwischen insolventem Unternehmen Maxfield zu vertreten und eine sechsstellige Provision verlangt.

DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Sanjoaquin (01.07.2009, 18:24 Uhr)
Gleich und gleich gesellt sich gern
So wie man wirtschaftet, so wird man erpresst.
Gott sei Dank, hamse den verhaftet, wenn der als Arzt so agiert hätte wie als Erpresser. Schrecklicher Gedanke.
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