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Promi-Geburtstag vom 31. Mai 2017: Sandrine Bonnaire

Berlin - Beim Filmfestival in Cannes, das letzte Woche zu Ende ging, hatte Sandrine Bonnaire alle Hände voll zu tun. Die französische Schauspielerin präsentierte zwar keinen neuen Film, wählte aber als Jury-Präsidentin der Sektion «L’œil d’or» den besten Dokumentarfilm aus.

Sandrine Bonnaire

Sandrine Bonnaire wird 50. Foto: Stephane Reix

Beim Filmfestival in Cannes, das letzte Woche zu Ende ging, hatte Sandrine Bonnaire alle Hände voll zu tun. Die französische Schauspielerin präsentierte zwar keinen neuen Film, wählte aber als Jury-Präsidentin der Sektion «L’œil d’or» den besten Dokumentarfilm aus.

Die Schauspielerin hat sich selbst als Dokumentarfilmerin einen Namen gemacht. Mit «Ihr Name ist Sabine» porträtierte sie ihre autistische Schwester. Für Arte drehte sie über die Musiker Jacques Higelin und Marianne Faithful. «Und ich verspüre immer noch den Wunsch, eine über Jaques Dutronc zu machen», sagte sie im Interview mit der Programmzeitschrift «Télé 7 Jours».

Einen Namen aber machte sich die recht eigenwillige Schauspielerin, die heute 50 Jahre alt wird, in den 80er Jahren als junge Rebellin. Unter der Regie von Maurice Pialat - damals war sie 16 - glänzte sie in dem Teenager-Porträt «Auf das, was wir lieben» (1983) und erhielt einen César als beste Nachwuchsschauspielerin. Kurz darauf folgte ihr zweiter César, diesmal für die Rolle als verwahrloste Aussteigerin in Agnès Vardas «Vogelfrei» (1985).

Schnell avancierte Sandrine Bonnaire zum Liebling der französischen Autorenfilmer. Ob Varda, Patrice Leconte oder Jacques Rivette - viele Regisseure holten sie dabei mehr als einmal vor die Kamera. «Ich finde es sehr praktisch. Da muss man nicht immer wieder von vorn anfangen», sagte sie der «Berliner Morgenpost».

Es ist keine leichte Kost, die Sandrine Bonnaire den Zuschauern bietet. In «Adieu Paris» war sie als Ehefrau eines Koma-Patienten zu sehen. In «Die Schachspielerin» ist sie ein Zimmermädchen, das sich plötzlich vom Spiel der Könige magisch angezogen fühlt - und aus ihrem erstarrten Leben ausbricht. Auch als Jeanne d'Arc, als Mörderin, Kommunistin oder Psychoanalyse-Patientin glänzte sie.

«Ein Film mit ihr kann gar nicht schlecht sein», sagen die Kritiker über die Autodidaktin, die einer 13-köpfigen Arbeiterfamilie entstammt. Vor allem das Dreiecksdrama «Die Frau des Leuchtturmwärters» (2004), in dem Sandrine Bonnaire nicht nur gegen den bretonischen Wind ankämpft, dürfte vielen noch in Erinnerung sein.

Sandrine Bonnaire ist Mutter zwei Töchter. Das erste Kind, Jeanne, stammt aus einer Beziehung mit dem Schauspieler William Hurt. Die beiden lernten sich bereits bei den Dreharbeiten zu Luis Puenzos «Die Pest»(1991) kennen.

2003 heiratete Sandrine Bonnaire den Drehbuchautoren Guillaume Laurant, 2005 wurde ihre Tochter Adèle geboren. Die beiden sind inzwischen geschieden. «Ich bin nicht für das Leben zu zweit gemacht», sagte sie im Interview mit «Paris Match». Vor allem sei sie im Laufe der Jahre egoistischer geworden: «Ich interessiere mich mehr für mich und was mir guttut, ob das nun gefällt oder nicht.»

dpa

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