Fürst Albert II. von Monaco feiert heute mit 7700 Monegassen seinen 50. Geburtstag. Doch alle Welt will eigentlich nur wissen: Heiratet der oberste Grimaldi endlich seine bildhübsche Charlene? Fürts Albert II. ist ein moderner Regent, engagierter Umweltschützer und ein Mann, der seine Mama über alles liebt. Von Sylvie-Sophie Schindler

Fürst Albert II. mit seiner Lebensgefährtin Charlene Wittstock© Festival Organization via Getty Images
Sollten TV-Rateonkel Günther Jauch irgendwann einmal die 500-Euro-Fragen ausgehen, dann liefern wir gerne Nachschub. Wie wäre es mit "Wie viele Kinder hat Fürst Albert von Monaco?" Klatschgeschichten-Junkies können da nur müde lächeln. Derlei Wissen gehört für sie zum kleinen Adels-Einmaleins. Doch Vorsicht, Stolperfalle, hier verrechnet man sich ruckzuck. Albert kann zwar zwei uneheliche Kinder vorweisen, Alexandre, 4 Jahre alt und Jazmin Grace, 16, aber damit muss das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht sein.
Vor zwei Jahren wirbelte Daniel Fiedler, Sohn von Sexsternchen Bea Fiedler und damals 18 Jahre alt, jede Menge Staub auf. Behauptete er doch felsenfest, er sei der Sohn des Monegassen-Oberhaupts. Der Fürst dementiert bis heute vehement. Ein inoffizieller Vaterschaftstest aus dem Jahr 1992 habe längst das Gegenteil bewiesen. Die Fiedlers argwöhnen, der Test sei manipuliert worden. So das vorläufige Ende der Geschichte. Apropos, Frage in die Runde: Sonst noch jemand, der in Fürst Albert seinen Erzeuger sieht? Immerhin wird dem Monarchen nachgesagt, er solle an die 200 Frauen gehabt haben, darunter Beauties aus der A-Liga wie Claudia Schiffer, Gwyneth Paltrow und Naomi Campbell. Albert, der Schwerenöter. Die Gerüchte, er sei homosexuell, hielten sich weniger hartnäckig.
Aber auch ein Don Juan kommt in die Jahre: Am 14. März wird Fürst Albert II. von Monaco 50 Jahre alt. Der ideale Zeitpunkt für einen Mann, um sein Lotterleben endlich hinter sich zu lassen - es sei denn er wäre noch mittendrin in der Midlife-Crisis. Doch bei Seiner Hoheit drängt sich ein anderer Verdacht auf: leidet Albert etwa unter einer Ehephobie? Ist er der Bräutigam, der sich nicht traut? Eigentlich hätte der Monarch ein leichtes Spiel, er müsste nur Charlene Wittstock, seit 2006 seine bildhübsche Dauerbegleiterin, um das Ja-Wort bitten und schon wäre die Sache erledigt.
Doch der eiserne Junggeselle lässt sich nicht kirre machen, auch wenn Monegassen und Journalisten immer lauter nach einer Märchenhochzeit schreien. Gefühlte hundert Mal hat der Fürstenpalast angebliche Trauungs-Termine dementiert. Jüngst hat Albert Spekulationen, er wolle im September mit der südafrikanischen Schwimmerin vor den Traualtar treten, den Garaus gemacht. Doch das Volk hofft weiter: Wird sich Charlene zum Geburtstag an Alberts Seite zeigen? Und wenn ja, ist das vielleicht doch ein Indiz dafür, dass die Hochzeitsglocken bald läuten werden?
Dabei hat der Mann, der mit geerbten zwei Milliarden Euro und jährlichen Alimenten in Höhe von 25 Millionen Euro als die international beste Partie nach Prinz William gilt, nichts gegen den Bund fürs Leben einzuwenden. Auf die Frage, ob er plane zu heiraten, antwortete Fürst Albert im Juli 2006 in einem stern- Interview: "Ja, ich werde heiraten, auch wenn die ideale Frau nicht existiert." Und: "Aber ich lasse mich nicht von den Medien in die Ehe hetzen." Zu einer Reporterin von "Paris Match" sagte er, er werde eine Familie gründen, wenn die Zeit reif dafür sei.
Die Messlatte für die First Lady in spe liegt hoch. Albert scheint auf eine Frau zu hoffen, die seiner geliebten Mutter, der im September 1982 verstorbenen Fürstin Gracia Patricia, ähnelt. Kann eine Frau es überhaupt schaffen dieses Ideal zu erreichen? Ist Charlene die ideale Kandidatin? Die skandalfreie Blondine jedenfalls hatte als Kind ganz andere Träume. Während sich ihre Freundinnen als Prinzessinnen verkleideten, verwandelte sich die kleine Charlene am liebsten in Zorro. Das Faible für Abenteurer liegt ihr im Blut: Charlene stammt von dem Seeräuber Klaus Störtebeker ab. Nur ein seltsamer Zufall, dass unter Alberts Ahnen ausgerechnet der Genueser Seeräuber Francesco Grimaldi auftaucht?
Nach weiteren Gemeinsamkeiten des Paares muss man nicht lange suchen. Beide teilen ihre große Leidenschaft für den Sport. Die 30-jährige Hochleistungsschwimmerin holte unter anderem 2001 den Weltcupsieg über 100 Meter Rücken. Albert, NOK-Präsident seines Landes und Mitglied im Internationalen Olympischen Komitee (IOC), nahm als Bobfahrer viermal an den Olympischen Winterspielen teil und fuhr zweimal bei der Autoralley Paris-Dakar mit. Auch sonst verausgabte sich der Monarch gerne beim Sport: er spielte Handball, Tennis und Squash, betrieb Judo, Fechten und Leichtathletik, ging zum Segeln und zum Skifahren. Mittlerweile ist tägliches Training nicht mehr drin, immerhin drei Mal die Woche versucht sich der oberste Grimaldi mit Rudern, Radfahren und Krafttraining in Form zu halten. Den kritischen Blicken der Salatknabber-Fraktion hält sein Ex-Hochleistungssportler-Körper trotzdem nicht mehr stand: der Monarch ist fülliger geworden.