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11. Februar 2008, 07:06 Uhr

Amy kam nicht und siegte trotzdem

Amy Winehouse und Kanye West sind die großen Gewinner der diesjährigen Grammy-Verleihung. Die britische Sängerin, die nach dem Hick-Hack um ihr Visum nur aus London zugeschaltet war, schien überwältigt von ihrer Auszeichnung, während sich Preisträger West etwas muffelig zeigte. Von Frank Siering, L.A.

Ihr Auftritt wurde per Satellit übertragen: Grammy-Gewinnerin Amy Winehouse© Kevork Djansezian/AP

Die große Gewinnerin des Abends war nicht da. Amy Winehouse saß in London und freute sich zusammen mit ihrer Mutter über die fünf Grammys, die sie gestern gewann. Mit Ausnahme des Albums of the Year - hier ging der Grammy überraschend an Herbie Hancock - hat die mit Einreise- und Drogenproblemen kämpfende Winehouse so ziemlich alles abgeräumt, was man als Musikerin bei den Musik-Oscars abräumen kann. Kanye West muffelig Nicht weniger erfolgreich war Kanye West: acht Nominierungen, vier Siege. Aber im Gegensatz zu Winehouse, die sich tatsächlich herzlich über ihre Ehrungen freute, schien Kanye ein bisschen muffelig. Seine Dankesrede überzog er, weil er nicht schnell genug lobende Worte für sich selbst finden konnte. Und der im Vorfeld angekündigte Tribut an seine kürzlich verstorbene Mutter fiel der Pausenmusik zum Opfer. Sehr zum Leidwesen von Kanye. "Wenn ihr mich nicht ausreden lassen wollt, dann stellt wenigstens auch die Pausenmusik ab", so der schwierige Künstler, der nicht nur mit seiner leuchtenden Jacke, sondern auch wegen seiner Frisur auffiel: West hatte sich ein großes "MAMA" in die Haarpracht scheren lassen.

Die Grammys waren aber dennoch in diesem Jahr die Veranstaltung, auf die die Entertainment-Welt das ganze Jahr gewartet hatte. Glanz und Glamour gab es im Staples Center. Viele große Stars waren angereist: von Fergie über Seal bis hin zu Cyndi Lauper, Ringo Starr und Tony Bennett. Sogar Yoko Ono war gekommen, um sich die Beatles-Performance des Cirque du Soleil live anzuschauen. Einer der absoluten Höhepunkte des Abends: Cher kündigte ein Duett von Beyonce mit Tina Turner an. Das Publikum jubelte, als die schon seit einiger Zeit in Rente lebende Turner noch einmal ihre gewohnt feurige Energie auf die Bühne brachte. Mit 68 Jahren sang sie noch einmal "What's love got to do with it". Ganz in Silber gekleidet und fast faltenlos. Kein Auftritt von Michael Jackson Mit dem Sieg von Herbie Hancock in der "Best Album"-Kategorie wurde Kanye West übrigens im dritten Jahr hintereinander in der Königsklasse ausgelassen. Ein Umstand, der den Musiker im Anschluss an die Veranstaltung wurmte. "Natürlich habe ich den Grammy in der Klasse verdient. Und ich weiß auch, dass das arrogant klingt. Aber ein Künstler in der besten Zeit seiner Karriere sollte auch als ein solcher Künstler geehrt werden."

Geplant war ursprünglich auch ein Tribut an Michael Jackson. Das hatte der austragende Fernsehsender CBS in Werbepausen im Vorfeld der Veranstaltung immer wieder angekündigt. Zwischenzeitig hieß es sogar, Michael selbst würde bei den Grammys zusammen mit Madonna auftreten. Aber zu diesem Tribut kam es dann doch nicht. Der Fernsehsender CBS war wohl auf massiven Widerstand aus Kreisen von Künstlern und Managern gestoßen. Michael Jackson, einst ein Großer im Musikgeschäft, heute ein Vergessener, der bei den Grammys keinen Platz mehr findet.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (10 von 14)
 
friedolin (11.02.2008, 23:10 Uhr)
oh doch, frau winehouse ist suchtkrank
ich kann sehr gut einschätzen, dass amy winehouse ihre 5 (!) grammys nicht wegen ihres künstlerischen talents bekommen hat. sondern einzig und allein weil sie die beste "show" und bekanntheitsgrad liefert. die leute geilen sich doch nur daran auf wenn eine suchtkranke fixerin die an der nadel hängt genau das auch noch öffentlich auf mtv-bühnen zelebriert.
man hätte der frau mehr geholfen wenn man sie ehrlich beurteilt hätte (vielleicht ein grammy für die schönste zahnlücke) und sie lieber sozialpädagogisch betreut in einem heimfür suchtkranke und magersüchtige borderline frauen.
vondervogelwheyde (11.02.2008, 19:35 Uhr)
@Clamaria und @luke888
Volle Zustimmung! Der künstlerische Wert ist das Maß aller Dinge, auch bei der Verleihung der Grammies. Deswegen hat Amy Winehouse zu Recht abgeräumt! @friedolin: wer sind Sie? der Mastermind des Musikjournalismus? Selten so einen Schwachsinn gelesen: "abgemagerte Fixergestalt als Werbeträger".....
abgeschmackt (11.02.2008, 14:06 Uhr)
Kauft sich BMW jetzt Amy Winehouse?
http://abgeschmackt.blog.volksfreund.de/p1750.html
friedolin (11.02.2008, 11:50 Uhr)
Jahrhunderttalent???
Die Platten vom Amy habe ich mir 1 mal bei der Freundin angehört. Die Stimme ist wirklich nett und die erste Platte auch ganz gut. Aber es ist keine Musik, die Bestand hat, die man beim mehrmaligen Hören immer besser findet.
Die neueren Sachen sind aber mit billigen Hiphop und Bibob Zitaten dermassen kaputtgemischt um aus dem Drogenwrack wenigstens ein bisschen was hippes zu machen, dass es zum heulen ist.
Amy Winehouse würde mit ihrem Talent sicherlich irgenwo in der top100 sichere Treffer landen, die Grammys gibt man ihr aber nur, weil sie durch ihre Drogen-News und abgemagerte Fixergestalt ein "guter" Werbeträger ist.
Peinlich, unnötig und die Krankheit einer Drogenabhängigen zu Gold machend.
sanni86 (11.02.2008, 11:04 Uhr)
@mydia82
Ich denke es ist ja wohl klar das sich nicht Amy in die Medien drängt, sondern die Medien sie einfach nicht in Ruhe lassen können. Ich lebe in London und hier wird gleich am nächsten morgen berichtet wenn Amy mal nachts auf's Klo gegangen ist.
RegiFecht (11.02.2008, 10:31 Uhr)
@pops und clemens,
es müßte mehr von euch geben.
Von den ewigen Nörglern und Miesmachern gibt es leider zu viele.
luke888 (11.02.2008, 10:11 Uhr)
Völlig verdient!!
Mensch Leute... in der Musik geht es nunmal in erster Linie um die Stimme. Und die wurde auch verdient ausgezeichnet. Falls wir in der Vergangenheit jeden drogenabhängigen Musiker von der Bühne verbannt hätten, wäre diese Welt leider um ne ganze Menge fantastischer Songs ärmer. Ich hoffe, dass Winehouse von den Drogen wegkommt, damit sie uns auch weiterhin mit dieser unverwechselbaren Musik unterhalten kann.
sportartmakler (11.02.2008, 10:00 Uhr)
@clemens - talent unterschreibe ich dir
leben nicht wirklich, zumindest keines mit realen sinneseindrücken
Clemens1964 (11.02.2008, 09:48 Uhr)
na, ihr kleinen nullen hier
an euren schreibtischen aus billigem hellholzfurnier - ganz schön frustig, wenn eine 24jährige ohne ende talent und ein leben hat, oder?! d
mydia82 (11.02.2008, 09:39 Uhr)
ja klar.. ein Jahrhunderttalent
ein Jahrhunderttalent, das sich in die Medien drängte und jedem der es hören wollte erzählte, sie sei Bulimikerin, nehme Drogen, etc. Welch Talent.. Danke lieber Gott, dass Du Amy Winehouse mit sooo viel Talent ausgestattet hast.. Als du Amy mit soo viel Talent und einer - zugegebener Maßen- guten Stimme ausgestattet hast, warfst du Perlen vor die Säue...
mydia - die von Amy, Pete und Britney langsam genervt ist!
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