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Hollywoods Tricks in puncto Nacktverbot

Von J.Los extremer Beinfreiheit bis hin zu Katy Perrys Dekolleté: Das Nacktverbot des Senders CBS bei den Grammys forderte die Kreativität der weiblichen Gäste heraus.

Von Frank Siering, Los Angeles

  Von wegen züchtig: Musikerin Katy Perry zeigte, wie einige ihrer Kolleginnen bei der Grammy-Verleihung, durchaus Haut

Von wegen züchtig: Musikerin Katy Perry zeigte, wie einige ihrer Kolleginnen bei der Grammy-Verleihung, durchaus Haut

  • Frank Siering

Rihanna hatte angekündigt, dass sie die vorgeschriebene Kleiderordnung "geflissentlich ignorieren" werde. Auf dem roten Teppich der 55. Grammys vor dem Staples Center von Los Angeles stellte sich die Sängerin dann aber doch artig zugknöpft den Fotografen.

Ganz anders Jennifer Lopez. Die launische Diva hat das Nacktverbot (Genitalien, Brüste und Hintern durften nicht zu sehen sein!) geschickt umgangen, indem sie Angelina Jolies Oscar-Auftritt des vergangenen Jahres nachahmte und in einem Kleid mit "extremer Beinfreiheit" auftauchte.

Schnell waren Blogger und Kritiker mit einer neuen Wortkreation zur Stelle. Statt "Jolie’ing" kursierte "Lopez’ing" in Windeseile durchs Netz. Die Entertainerin selbst zu ihrem gewagten Schlitz im Kleid: "Über Beinfreiheit stand in der Kleiderordnung nichts geschrieben. Somit habe ich gegen keine Regel verstoßen."

Die Braven und die Unzähmbaren

J.Lo war an diesem Abend nicht der einzige Star, der die Mahnung des TV-Senders CBS nicht ganz ernst genommen hatte. Auch Katy Perrys hautenges Kleid und das extrem pralle Dekolleté sorgten für einiges Tuscheln hinter den Kulissen. Perry im Interview: "Das Kleid erinnert mich an Priscilla Presley in den 70er Jahren." Ebenfalls freizügig auf dem roten Teppich unterwegs waren Kelly Rowland, Kat Dennings, Ashanti und Natasha Bedingfield.

Schon am Abend vor der größten Musikshow der Welt hatte Miley Cyrus, 20, mit dem Aufblitzen des verbotenen Seitenbusens bei der Clive-Davis-Party gezeigt, dass auch sie einige Probleme mit dem Nacktverbot hat. Anders ihre ältere Kollegen Nicole Kidman. Brav ließ die Oscar-Gewinnerin ihr Vera-Wang-Kleid mit einer neuen Innennaht versehen, damit man auch ja nicht zu viel sehen kann.

Ungewöhnlich brav - sowohl garderoben- als auch verhaltenstechnisch - zeigte sich der in den Tagen vor den Grammys erneut in die Schlagzeilen geratene Sänger Chris Brown. In einem Anzug in unschuldigem Schneeweiß tauchte Hollywoods Bad Boy bei der Veranstaltung in Downtown Los Angeles auf. Noch am Samstag vor den Grammys war er mit seinem Porsche in einen Unfall verwickelt. Angeblich hatten Paparazzi ihn in die Enge getrieben. Brown jedenfalls will klagen.

Grammys für 81 Sparten

Seinem Widersacher, R&B-Musiker Frank Ocean, den er vor Kurzem noch auf einem öffentlichen Parkplatz verprügelt haben soll, gratulierte er zwar nicht persönlich zu seinem Gewinn für das "Contemporary Urban Album", aber er hatte zumindest so viel Anstand, dass er zusammen mit den anderen Gästen im Staples Center applaudierte.

In insgesamt 81 Sparten wird der Grammy jedes Jahr vergeben. Den Auftakt des Musikabends machte Taylor Swift. Sir Elton John und Ed Sheeran stellten mit ihrem Duett den Hit “The A-Team” den emotionalen Höhepunkt der Veranstaltung dar. Weitere Highlights des Abends: Adele, 24, zuvor noch ob ihres sehr unvorteilhaften "Teppich"-Kleids von einigen Modeexperten verulkt, gewann den Grammy in der Kategorie "Best Pop Solo Performance". Sie nahm den Preis für ihren Hit "Set Fire to the Rain" entgegen.

Richard Wagner gewinnt für Deutschland

Der "Song des Jahres" ging wie erwartet an "We are young" von Fun. Und das Album "El Camino" von den Black Keys wurde zum besten Rockalbum gekürt.

Bewegend auch der Tribut für den 1981 verstorbenen Bob Marley. Bruno Mars, 27, und Rihanna, 24, sangen einige seiner berühmten Songs. Zuvor hatte Justin Timberlake, 32, seine Rückkehr in die Musikwelt mit einer weiteren Präsentation seines Songs "Suit & Tie" fortgesetzt. Mit auf der Bühne sein Kollaborateur und an diesem Abend gleich mehrfacher Grammy-Gewinner Jay-Z.

Die deutschen Stars gingen in diesem Jahr so gut wie leer aus. Der für seine Filmmusik zum Batman-Streifen "The Dark Knight Rises" nominierte Komponist Hans Zimmer und auch die nominierte Chanson-Sängerin Ute Lemper mussten ohne Trophäe von dannen ziehen. Nur gut, dass Zimmer schon vier Grammys auf seinem Kaminsims hat. Der einzige Grammy mit deutscher Beteiligung in diesem Jahr: Die Deutsche Grammophon gewann für die beste Opernaufnahme des Jahres. Der Preis wurde verliehen für die Produktion von Richard Wagners "Der Ring der Nibelungen".

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