Mit Twitter statt Gefängnis gegen Paparazzi

26. Juni 2013, 18:15 Uhr

Sie will Paparazzi hinter Gitter bringen: Hally Berry kämpft für ein Gesetz, das Abschüsse härter bestraft. Andere Stars haben unliebsamen Fotografen längst das Handwerk gelegt - mit Twitter und Co. Von Jens Maier

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Paparazzi würden "Chaos und Angst" verbreiten, sagte Hollywood-Star Halle Berry gegenüber Kongressabgeordneten in Kalifornien©

Sie wird nicht nur auf dem roten Teppich fotografiert, sondern heimlich beim Tanken, beim Imbiss auf einer Party oder beim Freizeitausflug nach Disneyland. Sobald Halle Berry das Haus verlässt, kann sie sich nie sicher sein, ob nicht irgendwo ein Teleobjektiv auf sie gerichtet ist. Gute Abschüsse der Oscar-Preisträgerin können Fotografen für mehrere tausend Dollar an Boulevard-Blätter verkaufen. Doch Berry hat den Paparazzi den Kampf angesagt.

Berry setzte sich am Dienstag in der kalifornischen Hauptstadt Sacramento für schärfere Gesetzte gegen Paparazzi ein. Vor Kongressabgeordneten sagte die 46-jährige Schauspielerin, dass ihre kleine Tochter ständig von Fotografen bedrängt werde. Sie würden plötzlich aus Büschen und Autos springen und "Chaos und Angst" verbreiten. "Wollen die uns töten", habe ihre Tochter im April bei einem Vorfall am Flughafen von Los Angeles gefragt, schilderte die Schauspielerin eindringlich.

Herzogin Kate oben ohne - kein Problem

Berry ist nicht die einzige Prominente, die unter heimlichen Abschüssen zu leiden hat. Im vergangenen Jahr traf es Herzogin Catherine, die Ehefrau von Prinz William, die im Urlaub in Frankreich heimlich fotografiert wurde, als sie sich oben ohne am Pool sonnte. Das Bild wurde in britischen Boulevardblättern abgedruckt und löste - 15 Jahre nach dem Tod von Prinzessin Diana bei einer Verfolgungsjagd mit Paparazzi - eine Diskussion um den Umgang mit der Privatsphäre der königlichen Familie aus.

In Deutschland sind solche Abschüsse seit dem sogenannten Caroline-Urteil des Bundesverfassungsgerichtes 1999 seltener geworden. Viele deutsche Prominente setzen sich gegen heimlich geschossene und anschließend veröffentlichte Fotos zur Wehr - meist mit Erfolg. Kinder von Prominenten werden in deutschen Boulevardblättern mit schwarzen Balken unkenntlich gemacht oder gar nicht mehr gezeigt.

Prominente verkaufen Kinderfotos für viel Geld

In Kalifornien sollen Promi-Kinder künftig nur noch mit Erlaubnis der Eltern fotografieren werden dürfen. Der Entwurf sieht bei Verstößen nicht nur Geld-, sondern sogar Haftstrafen vor. Ob der Gesetzentwurf, den Berry unterstützt, durchkommt, ist allerdings unklar. Kritiker halten eine Strafverfolgung vor allem dann für absurd, wenn der oder die Prominente zuvor Fotos von ihren Kindern freiwillig an Medien für viel Geld verkauft hätten.

Beispiele dafür gibt es genug. Angelina Jolie soll für exklusive Babyfotos von ihrer Tochter Shiloh angeblich eine siebenstellige Summe kassiert haben. Wie es besser geht, zeigte unlängst Schauspielkollege Channing Tatum. Um einer Hetzjagd oder einem Wettbieten vorzubeugen, veröffentlichte er das erste Foto lieber selbst - auf Facebook. "Paparazzi sind immer vorne dabei, um das erste Foto zu bekommen. Und wir wollten es nicht verkaufen", sagte Tatum. "Wir wollten nur den Fans und jedem, der sonst noch will, die Chance geben, es zu sehen." So kann man Paparazzi auch das Handwerk legen.

 
 
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