Ein Gespräch mit dem Moderator Hape Kerkeling und seiner ehemaligen Deutschlehrerin Christa Hupe.

Seit einem Abi-Treffen per Du: Hans-Peter Kerkeling, 39, und seine einstige Lehrerin Christa Hupe, 63© Thomas Rabsch
Taugt dieser Mann für eine Rechtschreib-Show? Ein Gespräch mit dem Moderator und seiner ehemaligen Deutschlehrerin Christa Hupe.
Kerkeling: Um Gottes willen, nein. Wir wollen in spaßiger Form testen: Wie gut beherrschen wir unsere Sprache? Es geht nicht nur um die neue deutsche Rechtschreibung, es geht auch darum, welche Bedeutung einzelne Wörter haben.
Kerkeling: Also dare, das kommt von "geben", darauf bezieht es sich auch. Dativ ist, wenn ich jemandem etwas gebe. Wie heißt dieser Fall noch mal in Deutsch? Hupe: "Wem"-Fall. Kerkeling: Danke. Ich glaube, die Prominenten, die bei der Show mitmachen...
Kerkeling: Ich denke schon. Frau Stahnke hat immerhin mal die "Tagesschau" moderiert. Aber die Chance, dass die Kandidaten sich blamieren, ist groß. Schon weil das Diktat, das sie schreiben müssen, so kompliziert ist. Ich könnte das nicht. Ich schreibe so, wie ich es gelernt habe.
Kerkeling: Ja. Allerdings schreibe ich grundsätzlich alles klein und finde das sehr fortschrittlich. Soweit ich weiß, haben alle unsere Nachbarländer die Kleinschreibung. Nur der Satzanfang und bestimmte Substantive werden groß geschrieben. Dass wir "Es tut mir Leid" nun mit einem großen L schreiben, ist nicht modern, sondern antiquiert.
Hupe: Hans-Peter war der Zeit voraus und hatte damals schon ein ähnlich gestörtes Verhältnis zu dieser Normierung wie die meisten heute nach der Rechtschreibreform auch. Kreativität und Witz waren ihm wichtiger, als auf Groß- oder Kleinschreibung zu achten. Wenn man heute sieht, nach welchen Maßgaben E-Mails oder SMS geschrieben werden, ist das weit entfernt von dem, was ich euch damals beibringen sollte. Wie hast du dich denn in Erinnerung?
Kerkeling: Vielleicht rede ich mir das schön, aber die meisten Fächer haben mir Spaß gemacht. In Deutsch war ich auch ganz gut - bis auf die Schrift und die Zeichensetzung. Kommata gehen mittlerweile, aber ich weiß bis heute nicht, wo ein Semikolon hingehört und wofür das steht.
Hupe: Wenn man die Trennschärfe zwischen zwei Aussagen nicht überbetonen, aber signalisieren will, dass zwei verschiedene Gedanken kombiniert werden, dann steht da ein Semikolon.
Hupe: Ich habe mal nachgeschaut in meinen alten Unterlagen. Sie lagen im Zweier-Bereich, es gab aber auch mal eine Fünf. Das muss im Diktat gewesen sein. Am Ende der sechsten Klasse schrieb ich über dich: "Sehr vernünftig, geistig hervorragend, schriftlich nicht so interessiert."