Während Kate und William in Borneo durch den Regenwald stapfen, nimmt der Skandal um die Oben-ohne-Bilder der Herzogin neue Dimensionen an. Auch ein italienisches Magazin will die Fotos jetzt drucken.

Ungeachtet des Skandals setzten William und Kate ihre Asien-Reise am Samstag fort. Sie besuchten in Malaysia einen der letzten noch unberührten Regenwälder der Welt.© Vincent Thian/DPA
Die französische Klatsch-Postille "Closer" hat nach eigenen Angaben weitere "intime Fotos" von Prinz Williams Ehefrau Kate in der Schublade. "Closer"-Chefredakteurin Laurence Pieau schloss in der britischen Boulevardzeitung "The Sun" nicht aus, dass "andere Zeitungen sich entschließen werden, diese zu veröffentlichen". Ihr Blatt wolle es aber nicht tun, versicherte Pieau. "Wir haben sie nicht veröffentlicht und werden sie nicht veröffentlichen."
Diese "anderen Zeitungen" scheinen bereits gefunden: Das italienische Klatschblatt "Chi" hat am Samstag bekannt gegeben, die umstrittenen Bilder in einer 26-seitigen Sonderausgabe zeigen zu wollen. Beide Magazine gehören zum Medienimperium des früheren italienischen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi. Die Verlagsgruppe Mondadori, in der beide Magazine erscheinen und die zum Berlusconi-Konzern Fininvest gehört, führt Berlusconis Tochter Marina. Die Fotografen, die für Mondadori arbeiten, gelten als rücksichtslos. Im Internet kursieren sogar Paparazzi-Bilder, die angeblich die Verlagschefin selbst oben ohne zeigen, veröffentlicht in ihrem eigenen Magazin. Das deutsche "Closer"-Magazin, das in der Verlagsgruppe Bauer erscheint, ist unabhängig von den beiden Titeln. Das Blatt will die Bilder laut Pressestelle nicht drucken. Dennoch veröffentlichten erboste Leser im Internet Boykottaufrufe gegen das deutsche Magazin.
Die bisher bekannten Fotos zeigen Kate nur mit einer Bikinihose bekleidet während eines Urlaubs Anfang September mit William in Südfrankreich. "Closer" hatte eines der insgesamt 15 Fotos auf der Titelseite abgedruckt, die anderen waren auf fünf weiteren Seiten zu sehen. Darauf ist auch zu erkennen, wie der 30-jährige William seiner gleichaltrigen Frau Sonnencreme aufträgt.
Die britischen Royals versuchen unterdessen, die weitere Verbreitung der Fotos zu verhindern: Am Freitag hatte das Büro von Prinz William in London angekündigt, man wolle rechtliche Schritte gegen die Veröffentlichung einleiten und versuchen, in Frankreich eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Ein Sprecher des Buckingham-Palastes sagte, es sei noch keine Entscheidung gefallen, wie sich das Königshaus zu den Ankündigungen aus Italien verhalten werde.
Clarence House, das Londoner Büro des Prinzen, hatte am Freitagabend erklärt, die Veröffentlichung der Paparazzi-Bilder sei ein Bruch der Privatsphäre. Die Veröffentlichung sei "grotesk und nicht zu rechtfertigen". Laurence Pieu beteuerte hingegen, die Aufnahmen seien harmlos und zeigten lediglich ein verliebtes, frisch vermähltes Paar. Millionen junger Frauen badeten an Frankreichs Stränden oben ohne. Angeblich wurden die Bilder von einer öffentlich befahrbaren Straße aus geschossen.
Für das britische Königshaus ist es der zweite Nacktskandal innerhalb weniger Wochen. Prinz Harry war vor seiner Abreise in den Afghanistan-Einsatz in einem teuren Hotel in Las Vegas fotografiert worden, als er unbekleidet mit nackten Frauen Strip-Billard spielte. Die Bilder waren unter anderem in der "Sun" veröffentlicht worden.