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21. Mai 2008, 19:30 Uhr

Promi-Paare trauen sich jetzt

Nach einem Spruch des Obersten Gerichtshofes in Kalifornien dürfen jetzt auch im Sonnenstaat gleichgeschlechtliche Partner heiraten. Und Hollywoods Prominenz verschwendet keine Zeit im Sprint zum Traualtar. Nur Arnold Schwarzenegger knurrt noch gegen das Urteil an. Von Frank Siering

Ellen DeGeneres und Portia de Rossi turteln schon lange in der Öffentlichkeit. Nun steht der Heirat nichts mehr im Wege© Kevin Winter/Getty Images

Amerikas Talkqueen Ellen DeGeneres, 50, verschwendete keine Zeit. In ihrer eigenen TV-Show kündigte sie an, dass sie das jüngste Urteil des obersten Gerichtshofes in Kalifornien sehr begrüße und ihre Lebenspartnerin, die Schauspielerin Portia de Rossi, 36, demnächst heiraten werde. Der Oberste Gerichtshof in Kalifornien hat nach jahrelangen Grabenkämpfen verschiedener Lobbygruppen einer Änderung des "Same Sex Marriage Law" zugestimmt. Bisher mussten Schwule und Lesben nach Kanada oder Massachusetts reisen, um legal heiraten zu können. Seitdem Massachusetts 2004 als erster US-Bundesstaat die gleichgeschlechtliche Ehe per Gerichtsbeschluss erlaubt hatte, haben sich dort mehr als 10.000 homosexuelle Paare das Ja-Wort gegeben.

Von nun an definiert auch Kalifornien den Bund der Ehe als eine Vereinigung zwischen zwei "Personen" und nicht zwischen "Mann und Frau" und lehnt sich damit noch weiter aus dem Fenster als die Bundesstaaten Vermont und Connecticut, die bisher nur sogenannte "civil unions", also juristisch nicht rechtsgültige Verbindungen zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern erlauben. Gegenüber einer solchen eingetragenen Lebenspartnerschaft hat die Heirat jedoch erhebliche soziale und finanzielle Vorteile: Schwule und lesbische Ehepaare sind dazu berechtigt, im Notfall über die medizinische Versorgung des Partners zu entscheiden, Erbschaften können viel unbürokratischer abgewickelt werden und die Sozialversicherung wird als legal anerkannte Familie deutlich günstiger.

Dass Homosexuelle in vielen Lebenslagen gegenüber Heterosexuellen benachteiligt sind und durch den gesellschaftlichen Druck stark in ihrer Freiheit beschränkt werden, bleibt jedoch weiterhin unbestritten. Die vielleicht größte Einschränkung ist dabei wohl die Tatsache, dass sich viele Schwule oder Lesben genötigt fühlen, ihre Homosexualität zu verheimlichen. Der britische Schauspieler Ian McKellen, selber homosexuell, äußerte sich bei der Berlinale 2006 darüber, wie altmodisch Hollywood in dieser Hinsicht sei: "Es ist für einen homosexuellen amerikanischen Schauspieler, der eine erfolgreiche Filmkarriere anstrebt, sehr, sehr schwer, offen über seine sexuellen Neigungen zu sprechen. Noch schwieriger ist es für lesbische Schauspielerinnen." McKellen, bekannt für seine Rolle des Gandalf in der Trilogie "Der Herr der Ringe", engagiert sich seit Jahren für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Schwules Raumschiff Enterprise

In der Tat bekennen sich nur wenig Hollywood-Stars zu ihrer Homosexualität. Umso überraschender war es, als nur einen Tag nach dem Hochzeitsouting von DeGeneres ein weiterer Prominenter in Hollywood seine Heiratspläne mit einem Partner des gleichen Geschlechts offenbarte. Auf seiner Website kündigte "Mr. Sulu" George Takei, 71, an, dass für ihn und Lebenspartner Brad Altman "der kalifornische Traum endlich Realität wird". Der Mann, der einst Captain Kirk auf der Brücke von Raumschiff Enterprise zur Seite stand, fährt fort: "Endlich ist die Mauer, die zwischen der gleichgeschlechtlichen Eheschließung stand, niedergerissen."

Andere werden folgen. Davon geht auch Michael Musto aus. Er ist Kolumnist der Village Voice. Wurde die sexuelle Ausrichtung von Stars über Jahrzehnte von Publizisten und Managern in Hollywood beschützt wie der eigene Augapfel - unvorstellbar, dass einer wie Rock Hudson zu seiner Zeit zugeben konnte, schwul zu sein - so "dürfte das Outing wie auch das Eheversprechen heute keiner Karriere in der Entertainment-Industrie mehr schaden", fährt Musto fort und widerspricht damit den Einschätzungen McKellens. "Es gibt Momente in der Geschichte, da werden entscheidende Steine umgedreht. Mit dieser Entscheidung des Obersten Gerichtshofes ist ein solcher Moment gereift", sagt auch Geoff Kors, der Direktor von Equality California, einer Lobby-Gruppe für die Rechte von Schwulen und Lesben.

Gouvernator gegen den Beschluss

Dennoch, auch die Kritiker halten nicht hinterm Berg. Einer heißt Arnold Schwarzenegger. Er war gegen diese Gesetzesänderung und wird schon im November versuchen, via Votum das Gesetz rückgängig zu machen. Bis dahin allerdings hat der Gouvernator angekündigt, den Richterspruch vom Supreme Court zu akzeptieren.

Von Frank Siering
 
 
KOMMENTARE (7 von 7)
 
TheSteck (22.05.2008, 12:37 Uhr)
Es gibt doch wichtigeres
Ist doch OK !
Aber der Papst ist dagegen !
So what ?
Ich bin gegen den Papst und darf ja auch meine Meinung sagen.
Bingo hat absolut recht und dem ich wirklich nichts hinzuzufügen.
Love eachother ! The Steck
Known (22.05.2008, 10:45 Uhr)
@jedifreund82
Meinungsfreiheit gibt es nur für Liberale, oder was ? Ich bin übrigens nicht katholisch; das Sie Millionen von Katholiken (oder generell Gläubige) über einen Kamm scheren, spricht auch nicht unbedingt für Sie. Schon mal nachgedacht? "Evolutionstechnisch" machen Schwule und Lesben gar keinen "Sinn".
jedifreund82 (22.05.2008, 10:30 Uhr)
@Known
Was ist dabei wenn schwule und lesbische Paare heiraten dürfen? Sicher römlisch katholisch, hm? Naja, sind eh die größten Heuchler.
Known (22.05.2008, 09:59 Uhr)
Hmmmm.....
Da werden sich die Scheidungsanwälte jetzt aber freuen: mehr Klientel. Hoffe, dass es Schwarzenegger schafft, dieses Gesetz doch noch zu kippen.
Echoes (22.05.2008, 08:42 Uhr)
bingo
man sollte froh sein, dass sich auf dieser welt überhaupt 2 menschen liebhaben.
es ist völlig egal, was sie für ein geschlecht haben.
und punkt.
SabineRebecca (22.05.2008, 03:10 Uhr)
Gut
Mit einem solchen Gesetz wird niemandem geschadet aber vielen geholfen. Und ich hoffe, dass Menschen daraus lernen.
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Ich habe in meinem Bekanntenkreis eine Anzahl Homosexueller und freue mich fuer sie, dass nach und nach ihr Leben einfacher wird.
.
Meine Tochter ist auf einer sehr guten Schule. Leider wird dort noch immer jaehrlich als "Parent Education" eine mehrteilige Dr. Dobson DVD Reihe gezeigt deren Inhalt den Eltern klarzumachen versucht, dass Homosexualitaet durch ordentliche Erziehung vermeidbar ist. Es ist schlimm, dass betroffenen Eltern, die Rat im Umgang mit ihren - ganz normalen - Kindern suchen, so ein Unsinn suggeriert wird.
.
Und Dr. Dobson steht offensichtlich noch immer auf der wissenschaftlichen Hoehe der Doktoren, die in Canada Ende der 60er Jahre aus einem bei einem Unfall verstuemmelten Jungen einfach ein Maedchen gemacht haben und dieses durch "Erziehung" zum Maedchen machen wollten.
Sie haben ein Leben zersoert.
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Nun, Bravo Californien - und bravo an alle die, die im Rampenlicht stehen und sich nun Trauen, sie geben den anderen Mut!
Bruce (21.05.2008, 23:16 Uhr)
Editors got it wrong: Schwarzenegger says he respects court's marriage ruling
Please note, your editors got the story wrong:
From the Los Angeles Times.
Gov. Arnold Schwarzenegger is vowing to uphold the California Supreme Court's ruling striking down a state ban on gay marriage.
The Republican governor issued a brief statement shortly after the court announced its decision today.
The governor said, "I respect the court's decision and as governor, I will uphold its ruling."
He also reiterated his previously stated opposition to an anti-gay marriage initiative proposed for the November ballot. That initiative would write a ban on same-sex unions into California's constitution.
Last month, Schwarzenegger told a gathering of gay Republicans that he would fight the initiative.
http://www.latimes.com/news/local/inland/la-me-govreax15-2008may15,0,3621864.story
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