30. Juli 2012, 16:06 Uhr

Ex-Mitarbeiter wirft Günther Wallraff Sozialbetrug vor

Enthüllungsjournalist Wallraff soll einen Mann illegal beschäftigt haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zwar noch nicht. Falls sich die Vorwürfe erhärten, droht jedoch beiden ein Strafverfahren.

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Erst kürzlich hatte der Enthüllungsjournalist Günther Wallraff die Arbeitsbedingungen beim Paketdienst GLS angeprangert. Jetzt wird ihm selbst Betrug vorgeworfen©

Die Betrugsvorwürfe gegen den Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff haben bislang nicht zu Ermittlungen geführt. Das sagte ein Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft am Montag der Nachrichtenagentur DPA. Laut einem "Spiegel"-Bericht soll Wallraff einen Mitarbeiter jahrelang illegal beschäftigt haben. Das Gehalt von anfangs 1000 Euro im Monat soll der Autor weder dem Finanzamt noch der Arbeitsagentur gemeldet und dem damaligen Mitarbeiter bar und ohne Beleg ausgezahlt haben. Der Autor hat die Vorwürfe bereits am Sonntag zurückgewiesen: Er habe dem Mann helfen wollen, ihn gelegentlich beschäftigt, aber nie fest angestellt und ihm auch kein monatliches Festgehalt bezahlt.

Sollten sich die Vorwürfe gegen Wallraff erhärten, könnte gegen ihn wegen Beihilfe zum Betrug ermittelt werden. Dem ehemaligen Mitarbeiter könnte dann ein Strafverfahren wegen Steuerbetrugs und Sozialhilfebetrugs drohen. Eine Anzeige der Steuerfahndung lag der Staatsanwaltschaft am Montag aber nicht vor.

Laut "Spiegel"-Bericht erstattete der Mann am 10. Juli beim Finanzamt Köln-Nord Selbstanzeige. Er gab außerdem an, während seiner Zeit als Mitarbeiter Wallraffs längere Zeit zusätzlich Hartz IV bezogen zu haben. Nach Wallraffs Darstellung wollte der Mitarbeiter bar bezahlt werden, da ihm das Gehalt sonst gepfändet worden wäre.

Günter Wallraff ("Ganz unten") hat in der Vergangenheit oft soziale Missstände aufgedeckt. Zuletzt warf er dem Paketzusteller GLS unzumutbare Arbeitsbedingungen und Dumpinglöhne vor.

 
 
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