Israels Militär will Bar Refaeli absetzen

18. März 2013, 11:27 Uhr

Schön und erfolgreich: Bar Refaeli wäre das perfekte Aushängeschild für ihre Heimat Israel. Doch das Militär hat eine alte Rechnung mit dem Model offen und durchkreuzt die Pläne des Außenministeriums.

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Sympathisch und gutaussehend: Trotzdem ist Bar Refaeli manchen als Werbebotschafterin für ihre Heimat Israel unerwünscht©

Sie lächelt verführerisch. Auf der Internetseite ihrer eigenen Wäschemarke "Under.me" ist Bar Refaeli das Aushängeschild. Ob in langen Schlafanzughosen mit BH oder in knappen Dessous - das israelische Supermodel ist immer ein Hingucker. Kein Wunder, dass auch ihr Heimatland mit der blonden Schönheit werben möchte. Das Außenministerium hat Refaeli für eine Kampagne gebucht. Doch statt sich über die gutaussehende und sympathische Botschafterin zu freuen, versucht das Militär, Refaeli zu verhindern.

Die 27-Jährige sei keine Patriotin und deshalb ungeeignet. So lautet der Vorwurf von ranghohen Vertretern des israelischen Militärs. Grund: Refaeli hat keinen Wehrdienst geleistet. Nach Angaben der israelischen Tageszeitung "Haaretz" schickte ein Sprecher der Streitkräfte einen Beschwerdebrief an die für die Kampagne verantwortliche Stelle im Außenministerium. Refaeli als Werbebotschafterin für das Land einzusetzen erwecke den Eindruck, dass Israel Wehrdienstverweigerung ignoriere und vergebe. Sie sei aber ein schlechtes Beispiel für alle Jugendlichen, heißt es darin.

Refaeli entzog sich durch Hochzeit dem Wehrdienst

In Israel sind Frauen und Männer verpflichtet, Wehrdienst zu leisten. Männer werden für drei Jahre, Frauen in der Regel für zwei Jahre einberufen. Ausnahmen gibt es nur für ultraorthodoxe Juden und Angehörige der arabischen Minderheit. Die strenge Einberufungspolitik hat Refaeli jedoch umgangen. Kurz vor ihrer Einberufung heiratete sie mit 21 Jahren einen Amerikaner und musste daraufhin vom Wehrdienst befreit werden. Da sie sich nur kurze Zeit später wieder scheiden ließ, wird ihr bis heute vorgeworfen, sie habe sich gedrückt.

Ihr Clinch mit dem israelischen Militär führte 2010 sogar zu einem Boykottaufruf von Armee-Personalchef Avi Samir. "Ich kann nicht gegen Bar Refaeli kämpfen, aber Sie können das", sagte der General und rief zum Boykott aller Produkte auf, für die Refaeli Werbung betreibt. Ende vergangenen Jahres löste das Model einen Shitstorm im Internet aus. "Ich bete für die Sicherheit der Zivilisten auf beiden Seiten und für den Tag, an dem wir in Frieden und Harmonie zusammenleben. Amen", hatte Refaeli gepostet, kurz nachdem der Krieg zwischen Israel und Gaza wieder aufflammte, und sich damit den Vorwurf eingehandelt, auch für die "Feinde Israels" zu beten.

Keine Reaktion aus dem Ministerium

Der Beschwerdebrief ist nun der vorläufige Höhepunkt der Auseinandersetzung zwischen Refaeli und führenden Militärs. Bislang hat das Außenministerium nicht offiziell darauf reagiert. Würde das blonde Supermodel aber tatsächlich aus der Kampagne abgezogen werden, wäre dies zwar ein Sieg für die Armee, aber der Gau für die PR-Strategen des Außenministeriums. Denn die Schlagzeile "Israel feuert Supermodel" ist alles andere als schmeichelhaft für ein weltoffenes und tolerantes Land.

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