Gerade hat sie noch den Deutschen Filmpreis moderiert - hochschwanger. Im Interview mit "Emotion" spricht Barbara Schöneberger über Erziehungskonzepte, Anal-Chakra und ihre Lebenspläne.

Da war der Bauch noch klein: Barbara Schöneberger Mitte Januar 2010© David Hecker/DDP
Frau Schöneberger,wie läuft es mit der
Schwangerschaft?
In erster Linie
fühle ich mich als glücklichster Mensch
der Welt. Es ist der perfekte Zeitpunkt.
Ich bin aber nicht der Typ, der ständig von
sich und seiner Situation übermäßig gerührt
ist und ins Schluchzen gerät. Dafür
gibt es auch keinen Grund: Alles ist unkompliziert,
ich habe keine Verstopfung,
kein Zahnfleischbluten, keine seltsamen
Verlangen Ich habe Rückenweh, aber
das ist halt so und man kann sich vorstellen,
warum: Ich habe zehn Kilo zugenommen.
Also, wenn ich wie am letzten
Wochenende zehn Stunden durch Rom
laufe, bin ich abends sehr müde. Ich bekomme
eben ein Baby und würde
dafür auch in Kauf nehmen, dass mir jemand
den Unterschenkel amputiert. Ich
nehme das sehr gelassen. Ich dachte
mir: Endlich, ich bin 35 und schwanger.
Das ist für Sie das perfekte Alter
fürs erste Kind?
Was mich anbelangt,
ja. Mit dem Typen, mit dem ich mit
20 zusammen war, hätte ich keins kriegen
wollen, obwohl ich das damals sicher
anders gesehen hätte. Für mich gab
es den perfekten Moment. Es ist ein
großes Privileg, dass man es sich heute
als Frau aussuchen kann.
Wie viele Schwangerschaftskurse
haben Sie belegt?
Kurse gehen
nicht, wegen der Handykameras. Die
"Bild"-Leserreporter sind auch in diesen
Gruppen präsent. Aber ich weiß viel von
meinen Freundinnen. Außerdem denke
ich, Frauen haben das Jahrhunderte
ohne Hechelkurs hinbekommen, bis in
den 60ern jemand kam und sagte: Du
musst in dein Anal-Chakra atmen, dann
wird alles leichter. Es haben so viele Idioten
ein Kind zur Welt gebracht, da werde
ich das ja wohl auch hinbekommen.
Verspüren Sie so
etwas wie Mutterinstinkt?
Es hat sich nichts verändert,
außer dass ich langsamer
Auto fahre. Es
könnte sein, dass ich
menschenfreundlicher
und warmherziger geworden
bin. Dieses Zynische,
das man sich in der Medienbranche
angewöhnt,
fällt etwas ab.
Ihre Eltern gehören zur 68er-
Generation. Wurden Sie antiautoritär
erzogen?
Überhaupt
nicht. Ich wurde bis 18 tierisch streng erzogen.
Wenn andere Teenager abends
cool am Eisbach in München rumsaßen,
musste ich um 19.32 Uhr die S-Bahn
nach Hause nehmen. Mit 15 hatte ich einen
Freund, der musste mich auch am
Wochenende um halb zehn abliefern. Ich
hatte enormen Respekt vor meinen Eltern,
aus dem Fenster zu klettern, das
wäre mir nie eingefallen.
Haben Sie schon ein Konzept
für die Erziehung?
Man orientiert
sich total an der eigenen – vermutlich
selbst, wenn die gar nicht so toll war, weshalb
es unglückliche Familien gibt. Ich
werde liebevoll, aber auch streng sein. Ich
denke, Kinder sehen es als Liebesbezeugung,
wenn man sich intensiv kümmert.
Wo werden Sie mit 60, 70 sein?
Mit 60 möchte
ich ein Eigenheim haben, vorzugsweise
auf einem bayerischen Berg, und da mit
meinem Mann unterm Obstbaum sitzen.
Aber vielleicht läuft dann Ihre
fünfte Abschiedstournee?
Ich sehe mich
nicht mehr auf einer Bühne mit 60. Aber
ich plane nie sehr weit voraus. Mit 40
sehe ich mich sicher noch da, wo ich
jetzt bin. Das ist ja praktisch übermorgen.
Man vergisst oft, wie alt man ist.
Gefunden in ... ... der Mai-Ausgabe des Magazins "Emotion". Dort lesen Sie das vollständige Interview mit Barbara Schöneberger, sowie ein Dossier die Schönheit des Unperfekten und ein Plädoyer für mehr Scham in der Gesellschaft