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13. August 2008, 09:57 Uhr

Keinen Bock auf Babyfotos

Als Unterwäsche-Model wurde Mark Wahlberg bekannt und als Hollywood-Schauspieler wurde er für den Oscar nominiert. Im Interview mit stern.de erzählt der bald dreifache Familienvater von Babyfotos, wilden Ehen, eigenen Fehlern, seiner harten Jugend und wie es ist, Nachbar von David Beckham zu sein.

Mark Wahlberg mit seiner Frau Rhea Durham, mit der er seit 2001 liiert ist© Kevin Winter/Getty Images

Herr Wahlberg, Sie sind zurzeit recht beschäftigt. Nach "The Happening" läuft demnächst die Comic-Verfilmung "Max Payne" an, in der Sie die Hauptrolle übernommen haben.

Ja, und dann erwartet meine Frau Rhea auch noch unser drittes Kind, das im Herbst auf die Welt kommen wird. Sie haben Recht, es ist momentan viel los in meinem Leben.

Wenn Sie es schon ansprechen, wie bringen Sie das bloß alles unter einen Hut?

Ich weiß, meine Zeit gut einzuteilen und verbringen nicht den ganzen Tag auf dem Set. Das muss als Antwort genügen.

Viele prominente Hollywood-Paare verkaufen zurzeit ihre Babyfotos für viel Geld an Klatschmagazine. Werden Sie diesem Trend folgen?

Nein, von unserem Baby wird es keine Fotos geben. Das ist nichts für uns.

Wie finden Sie denn die Idee, die Fotos von Promi-Kindern zu verscherbeln?

Wissen Sie, dass überlasse ich jedem selbst. In den meisten Fällen wird das eingenommene Geld ja einem guten Zweck gespendet. Und das ist auch gut so. Denn die meisten meiner Kollegen, die Geld für Babyfotos bekommen, brauchen die Kohle ohnehin nicht mehr.

"Max Payne" basiert auf einem Videospiel. Haben Sie den Film deshalb gemacht?

Nein, das war der Grund, warum ich den Film fast nicht gemacht hätte. Ich wollte keinen Streifen drehen, der auf einem Videospiel basiert. Aber ich habe ein bisschen recherchiert, und als ich das Spiel gesehen habe, da habe ich gemerkt, dass der Charakter sehr komplex ist. Das hat mir gefallen.

Würden Sie sich als einen komplexen Menschen bezeichnen?

Ich bin ein Mensch, der glaubt, dass manchmal zwei Seelen in meiner Brust schlagen.

Können Sie das genauer erklären?

Nun, ich stamme aus einer recht rauhen Gegend in Boston. Da wird nicht lange gefackelt und du kriegst einen auf die Schnauze, wenn du das falsche Wort sagst. So bin ich groß geworden. Ich habe noch heute eine recht enge Beziehung zu meiner alten Heimatstadt.

Und was ist die andere Seele, die in der Brust von Mark Wahlberg schlägt?

Das ist wohl die des gläubigen Familienvaters. Ich habe viel aus meinen Fehlern in der Vergangenheit gelernt, Gott und Familie leiten mich heute durchs Leben. Sie sind die Stützen, die ich gebraucht habe.

Deuten Sie damit an, dass Sie ohne Gott und Familie vielleicht eine andere Richtung eingeschlagen hätten?

Ich war ein recht wilder Typ, deshalb kann ich mir gut vorstellen, dass meine Leben einen sehr negativen Einschlag hätte haben können.

In "Max Payne" dürfen Sie ja zumindest Teile ihrer Jugend wieder ausleben. Rauh, roh, robust. So wurden Sie von Kritikern in diesem Film beschrieben.

Ich war total aufgeregt, als ich wieder durch die Straßen meiner alten Nachbarschaft laufen durfte. Das hat mir gegenüber meinen düsteren Freunden aus der Vergangenheit wieder ein bisschen Respekt verschafft.

Warum? Gelten Sie sonst als verweichlichter Hollywood-Star?

So ungefähr. Hollywood kommt im Ghetto ohnehin nicht so wirklich gut an. Aber seien wir doch einmal ehrlich, die Filmwelt ist keine Welt, die mit der Wirklichkeit viel gemeinsam hat.

Interessant, dass diese Aussage ausgerechnet von einem der bestbezahlten Filmstars unserer Zeit kommt.

Na ja, das will ich mal dahingestellt lassen, ob ich einer der bestbezahlten Schauspieler bin, aber ich bin sicherlich besser bezahlt als viele meiner alten Freunde. Genau das meine ich ja auch mit Hollywood als surreale Welt.

Ist es nach der Oscar-Nominierung für "The Departed" heute für Sie schwieriger, einen Popcorn-Film wie "The Happening" oder "Max Payne" zu machen?

Nein, weil ich niemals mit der Nominierung gerechnet hatte. Ich bin ein arbeitender Schauspieler. Und als solchen sehe ich mich auch noch heute.

Mr. Wahlberg, wie hat sich ihr Leben als Vater verändert?

Es beeinflusst alle Aspekte meines Lebens. Ich arbeite im Moment an einigen TV-Projekten. Da mache ich die Anrufe morgens, weil der Nachmittag für die Kinder reserviert ist.

Hört sich so an, als seien Sie recht glücklich im Moment?

Ja, das ist absolut richtig. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut. Wir danken dem lieben Gott jeden Tag.

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KOMMENTARE (1 von 1)
 
manndernichtdaist (14.08.2008, 10:13 Uhr)
Mit Wahlberg...
würde ich gerne mal einen Kaffee schlürfen gehen. Eine unglaublich coole Sau.
Für mich einer der besten Schauspieler derzeit in Hollywood. Auch vor Departed hab ich ihn immer gern gesehen.
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