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12. Februar 2012, 17:22 Uhr

"Die Musik machen, die ich will"

Ivy Quainoo aus Berlin hat die erste Staffel der Castingshow "The Voice of Germany" gewonnen. Die 19-jährige sprach mit der Nachrichtenagentur dpa über ihre Zukunftshoffnungen und Sorgen - und das Leben in Berlin-Neukölln:

© Jörg Carstensen/DPA Ivy Quainoo Beinahe hätte Ivy Quainoo gar nicht erst an der Castingshow "The Voice of Germany" teilgenommen, die sie am Ende gewonnen hat. Denn eigentlich wollte die 19-jährige Berlinerin mit ghanaischen Wurzeln nach dem Abitur ein Gesangsstudium anfangen. Jetzt hofft sie, dass sie als Gewinnerin der neuen Staffel die Musik machen darf, die sie will, "dass mir jetzt nicht irgendetwas aufgedrückt wird". Ivy beeindruckte in der Show mit einer starken Soulstimme. Sie war die einzige Teilnehmerin, die immer von den Zuschauern weitergewählt wurde. Dabei hatte sie im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern kaum Bühnenerfahrung: Ihr größtes Publikum zuvor waren um die 600 Zuhörer in ihrer Schule gewesen.

Hast Du den Sieg überhaupt schon verarbeitet?

Quainoo: "Bis jetzt habe ich das alles noch nicht verarbeiten können. Vielleicht morgen, nach dem Videodreh..."

Hast Du einen Wunsch, was Du jetzt unbedingt machen möchtest?

Quainoo: "Es gibt so vieles ... Aber auf jeden Fall die Musik machen, die ich will, dass mir jetzt nicht irgendetwas aufgedrückt wird. Aber ich glaube, das wird auch nicht passieren."

Dieser Medienrummel, dem Du jetzt ausgesetzt bist, dieses Interesse für jedes Detail Deines Lebens, wie empfindest Du das?

Quainoo: "Ich habe keine Angst davor. Ich habe mich präsentiert, wie ich bin, ich habe mich nicht verstellt. Ich glaube nicht, dass es da viel zu graben gibt."

Bereitet Dir Sorge, dass die meisten Gewinner der bisherigen Talentshows relativ schnell von der Bildfläche verschwunden sind?

Quainoo: "Natürlich schwingt immer diese Castingshow-Aura mit, aber ich habe das Gefühl, dass ich mich davon abkoppeln kann. Vor allem weil es bei uns in der Show sehr um Musik ging. Ich hoffe, dass es klappt."

Du kommst aus Berlin-Neukölln, hast ghanaische Wurzeln, glaubst Du, Du könntest zu einer Gallionsfigur in der Integrationsdebatte werden?

Quainoo: "Ich bin hier geboren, ich bin Deutsche. Ich bin wie jeder andere Jugendliche hier zu Schule gegangen, hab mein Abitur gemacht. Deswegen kann ich vielleicht eine Gallionsfigur für alle Jugendlichen in Deutschland sein, aber nicht für Integration."

Berlin-Neukölln hat bei vielen das Image eines Brennpunkt-Bezirks. Wie stehst Du dazu?

Quainoo: "Kann ich nicht zustimmen. Natürlich hat Neukölln Brennpunkte, aber auch viele andere Bezirke in Berlin. Ich habe mich nie bedroht gefühlt, wenn ich nachts nach Hause gegangen bin. Außerdem widerfährt Neukölln jetzt, was auch schon Kreuzberg erfahren hat: Viele Studenten ziehen hierher, es ist schon ein halbes Kunstviertel."

Worauf freust Du Dich in den nächsten Wochen und Monaten am meisten?

Quainoo: "Ich weiß noch nicht, wie es ist, aber es wird bestimmt hart - deswegen freue ich mich dann bestimmt auf ein Bett und Schlaf."

Gibt es etwas, von dem Du Dir vorgenommen hast, dass es sich auf keinen Fall verändern soll?

Quainoo: "Ich selbst."

Interview: Andrej Sokolow und Thomas Bremser, DPA
 
 
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