Sein Name bleibt auf ewig mit James Bond verbunden. Jetzt hat er ein Buch über seine Heimat Schottland geschrieben. Im stern.de-Interview erzählt Sean Connery, wie er mit 007 seinen Frieden geschlossen hat, was er von Daniel Craig hält - und warum er beinahe Fußballprofi bei ManU geworden wäre.

Schotte mit Leib und Seele: Mit diesem Foto engagiert sich Sean Connery für die Kampagne "Homecoming" anlässlich des 250. Geburtstages des schottischen Dichters Robert Burns© AP
Ich verstehe nicht, warum einige Leute ihr Privatleben hinausposaunen. Das ist doch, offen gesagt, nicht wirklich interessant. Mein Buch ist nicht nur ein Liebesbrief an Schottland, sondern auch ein Brief an den Rest der Welt über die Rolle der Schotten. Zusammen mit meinem Freund, dem Autor Murray Grigor, wollte ich Sachen über Schottland herausfinden, die wir nie in der Schule gelernt haben. Über wichtige und übersehene Landsmänner, die unsere moderne Welt geprägt haben. So wie Donald Dinnie, der im 19. Jahrhundert als bester Athlet galt. Oder die Ursprünge der Fotografie in den Dunkelkammern von Hill und Adams.
Macbeth hat die Tür für mich geöffnet - auch in Sachen Schauspielerei. Ich bekam Anfang der sechziger Jahre einen Anruf, für einen TV-Produktion nach Kanada zu fliegen. Mein Honorar betrug 500 kanadische Dollar, meine einzige Bedingung: ein Zimmer mit anständigem Bad. Der Regisseur war überrascht, dass ich Macbeth kaum kannte, in Kanada gehört das Theaterstück zur schulischen Pflichtlektüre. Mein Interesse an dem alten König war also geweckt und nun kann ich sagen, dass er wirklich eine schlechte Presse hatte.
Weil ich den Leuten immer offen meine Meinung sage! Echte Staatsmänner müssen sich mit jeder Menge Unsinn rumschlagen, bevor sie ihren Job erledigen können. Dazu fehlt mir die Geduld.
Zu anderen Zeitpunkten meines Lebens wäre die Reihenfolge eine andere. Vielleicht.
Ich hatte gerade eine Rolle in dem Musical "South Pacific" und wir machten ein Freundschaftsspiel gegen das Juniorteam von ManU. Einer der Späher des legendären Managers Matt Busby bat mir danach ein Probetraining an. Ich habe mich natürlich sofort gefragt, ob ich von der linken Seite der Bühne auf die linke Seite des Fußballfeldes wechseln sollte. Aber ein amerikanischer Theater-Kollege überzeugte mich letztlich davon, dass eine Karriere als Schauspieler länger anhält als eine Fußballkarriere. Damit bin ich gut gefahren. Also nein, ich bedaure nichts.
Nicht wirklich. Ich musste Golf lernen, als ich "Goldfinger" drehte und war sofort süchtig. Und als wir "Das Russlandhaus" in Moskau filmten, wurde ich eingeladen, auf dem ersten Golfplatz der Sowjetunion zu spielen. Eine Zehn-Minuten-Fahrt vom Roten Platz entfernt. Wenn ich bedenke, dass Golf in der UdSSR lange verboten war - Stalin hätte sehr grimmig reagiert. Was ich am Golf besonders mag: Man kämpft die meiste Zeit gegen sich selbst, das Spiel ist irgendwie nackt und man muss sehr bedächtig vorgehen, wenn man sich den nächsten Schlag vorstellt.
Ganz genau. Beides erfordert jede Menge Geduld.