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16. Juni 2010, 09:40 Uhr

Dr. Murray darf weiter praktizieren

Michael Jacksons Leibarzt Conrad Murray darf in Kalifornien weiterhin seinen Beruf ausüben. Das Gericht wies einen Antrag auf Berufsverbot zurück. Der eigentliche Prozess gegen Murray steht noch immer aus.

Conrad Murray, Michael Jackson, King of Pop, Leibarzt

Darf weiter Patienten behandeln: Dr. Conrad Murray© Damian Dovarganes/AP

Vielen Michael-Jackson-Fans gilt dessen Arzt als Mörder des gefeierten Popstars. Ein gefordertes Berufsverbot für Conrad Murray hat die kalifornische Justiz nun jedoch zum zweiten Mal abgelehnt. Der wegen fahrlässiger Tötung angeklagte Privatarzt von Michael Jackson darf in Kalifornien weiterhin Patienten behandeln.

Richter Michael Pastor vom Superior Court in Los Angeles wies den Antrag der Staatsanwaltschaft auf ein Berufsverbot für den 57-jährigen Murray zurück. Die Anklage habe kein Recht, Murray an der Ausübung seines Berufes zu hindern, so die Begründung. Murray hatte angegeben, nicht in Kalifornien praktizieren zu wollen, aber in Texas und Nevada.

Ob und wann sich der Kardiologe wegen des Todes von Michael Jackson am 25. Juni 2009 vor Gericht verantworten musss, ist weiterhin unklar. Richter Pastor hat in dieser Sache für den 23. August eine Voranhörung anberaumt. Wie der Onlinedienst "tmz" berichtet, könnte der Termin jedoch verschoben werden.

Fans fordern "gerechte Strafe"

Der Kardiologe soll Michael Jackson nach einer schlaflosen Nacht am Morgen des 25. Juni 2009 erst Beruhigungs- und Schlafpillen gegeben und ihm dann ein Narkosemittel gespritzt haben. Letzteres, das zur Betäubung bei Operationen eingesetzte Propofol, habe zu Jacksons Tod geführt, so der Befund der Gerichtsmedizin. Murray ist gegen eine Kaution von 75.000 Dollar auf freiem Fuß. Er praktiziert seit dem Tod von Jackson nur noch in Texas und Nevada. Seine Anwälte fürchteten, dass beide US-Bundesstaaten folgen würden, sollte Kalifornien ihm die ärztliche Zulassung entziehen.

Fans des "King of Pop" hatten sich anlässlich des Gerichtstermins schon am frühen Montagmorgen (Ortszeit) vor dem Gerichtsgebäude in Los Angeles versammelt. Auf Plakaten und in Sprechchören verlangten sie "eine gerechte Strafe" für "Michaels Mörder". Wegen der großen Nachfrage von Journalisten aus aller Welt verloste das Gericht die Sitzplätze in Richter Pastors Kammer.

Vorwürfe gegen Mutter Jackson

Wie schon bei früheren Gerichtsterminen waren auch diesmal die Eltern des Popstars, Katherine und Joe Jackson, sowie die Geschwister La Toya, Jermaine und Randy anwesend. Vater Joe hatte seiner Frau in einem Interview des britischen Boulevardblattes "News of the World" vorgeworfen, den Tod des berühmten Sohnes nicht verhindert zu haben. Er habe sie mehrfach gebeten, zu Michael zu ziehen und ihn von seiner Tablettensucht zu befreien. Katherine Jackson wies die Kritik über ihren Anwalt als Unfug zurück.

Conrad Murray plädiert nach wie vor auf "nicht schuldig".

DPA/sal
 
 
KOMMENTARE (4 von 4)
 
Hans-aus-Brasil (17.06.2010, 03:15 Uhr)
Genie und Wahsinn
Genie mit Sicherheit nicht. Eher hoch talentiert. Ansonsten stimme ich Noctim zu.
Zum Thema Arzt: Wer das Geld hat schafft an. Wie überall in der Wirtschaft. Und leider stellen manche das dieses über ihren hypokratischen Eid. Bei den plastischen Chirurgen sowieso fürn A...
Noctim (16.06.2010, 09:53 Uhr)
MJs
Lebensstil war ja grundsätzlich nicht wirklich gesundheitsfördernd. Für mich nur das logische Ende eines Lebens zwischen Genie und Wahnsinn.

Ich würde die Umstände des Todes ebenfalls als fahrlässigen Unfall bezeichnen, aber niemals als Tötung oder gar Mord.
giangastone (16.06.2010, 06:20 Uhr)
Corazito3333 (15.06.2010, 22:04 Uhr)
Eine Sicht, denen sicher viele "moderne" Ärzte zustimmen: Für Geld machen diese Mediziner alles, auch wenn sie wissen, dass es den Patienten schädigt, auf lange Zeit umbringt. "Wenn es ich nicht mache, dann macht es eben XYZ". Murray war Teil dieses Systems. Medizin als Dienstleistung, hier ein paar Drogen rein, dort Entzug: kostet soundsoviel. Hier ein Embryo rein, dort ein paar raus, macht dann....
Corazito3333 (15.06.2010, 22:04 Uhr)
was soll der Unsinn...Dr.Murray war der Leibarzt und vielleicht der Spender der Kinder?????
Mikel Jackson war ein Künstler, ja...
aber drogensüchtig, kaputt.... und wollte sich nie helfen lassen. Sein Vater hat ihn kaputtgemacht und seine bigotte Familie nicht der Arzt.
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