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21. Dezember 2007, 06:30 Uhr

Ein Sexsymbol wird siebzig

Sie war Barbarella und Hanoi-Jane, Fitnesqueen und Friedensaktivistin. Kaum eine andere hat den Spagat zwischen Erotik-Klamotten und politischen Filmen so perfekt hinbekommen wie Jane Fonda. Heute feiert die Schauspielerin ihren 70. Geburtstag.

Jane Fonda

Sie kann auf ein bewegtes Leben zurückschauen: Am 21. Dezember feiert Schauspielerin Jane Fonda ihren 70. Geburtstag© Sean Gallup/Getty Images

Jane Fonda ist älter geworden, doch ihren Vorlieben treu geblieben. Der "Barbarella"-Sexstar der 60er Jahre würde auf der Leinwand immer noch nackte Haut zeigen. "Ich möchte einen erotischen Film über eine Frau machen, die über 70 ist", sagte die Schauspielerin unlängst der US-Zeitung "USA Today". "Leider existiert dieses kulturelle Tabu, wenn man ein bestimmtes Alter überschreitet, dass man keinen Sex mehr hat. Das Gegenteil ist der Fall." Das glaubt man der attraktiven Seniorin, die an diesem Freitag70 Jahre alt wird, aufs Wort.

Die kämpferische Kriegsgegnerin und Vietnam-Aktivistin geht auch noch auf die Straße. Mit Zehntausenden Irakkrieg-Gegnern demonstrierte sie Ende Januar in Washington gegen die Kriegspolitik der Regierung. Viele Amerikaner haben der "Hanoi-Jane" bis heute nicht verzeihen, dass sie 1972 aus Protest gegen den Vietnam-Krieg die nordvietnamesische Hauptstadt besuchte und sich auf einem Flugabwehrgeschütz des Vietcong sitzend fotografieren ließ.

Drei Mal ließ sie sich scheiden, doch die Verehrer gehen der Hollywood-Schönheit nicht aus. Ihr neuer Freund, der New Yorker Geschäftsmann Lynden Gillis (73), war im Oktober bei den Filmfestspielen in Rom an Fondas Seite. Schon im Mai spazierten sie zusammen in New York über den Roten Teppich, bei der Premiere zu Fondas neuestem Film "Georgia Rule". Darin heizt sie als strikte Großmutter ihrer rebellischen Enkelin (Lindsay Lohan) ein. Zwei Jahre zuvor machte sie in der Komödie "Das Schwiegermonster" ihr zukünftigen Schwiegertochter (Jennifer Lopez) das Leben schwer. Davor hatte die Schauspielerin in Hollywood fünfzehn Jahre pausiert.

Als Jane Fonda zwölf Jahre alt war, beging ihre Mutter Selbstmord

Jane Fonda war 12 Jahre alt, als ihre Mutter Selbstmord beging und sie bei der Großmutter im US-Staat Connecticut aufwuchs. Die Schauspielerei liegt ihr im Blut, als Tochter des Bühnen- und Filmstars Henry Fonda und Schwester von Schauspieler Peter Fonda. Doch zunächst flüchtete Jane aus dem Höhere-Töchter-College Vassar nach Paris, studierte dort Malerei und Klavier und versuchte sich als Journalistin. Ende der 50er Jahre traf sie dann auf Lee Strasberg, den Gründer der berühmten New Yorker Schauspielschule Actors Studio, an der sie ihr Handwerk lernte und schnell Erfolg hatte.

1960 wurde Jane Fonda von den New Yorker Theaterkritikern als "beste Nachwuchsschauspielerin" gefeiert und stand in "Je länger - Je lieber" zum ersten Mal vor der Filmkamera. Kurz darauf folgte sie dem französischen Regisseur Roger Vadim, der zuvor Brigitte Bardot entdeckt hatte, nach Paris. Er gab Jane Fonda gleich vier Rollen, machte sie durch den erotischen Science-Fiction-Streifen "Barbarella" weltberühmt - und außerdem zu seiner Ehefrau.

Zurück in Hollywood holte sich Fonda als Marathontänzerin in dem Drama "Nur Pferden gibt man den Gnadenschuss" ihre erste Oscar-Nominierung. Den begehrten Preis gewann sie zwei Mal: 1971 als Prostituierte in dem Film "Klute" und 1978 in "Coming Home", einem Film, der sich bitter mit den Folgen des Vietnamkrieges auseinandersetzt. Doch engagierte Filmrollen und der Status Hollywoodstar reichen Fonda nicht; für ihre politischen Überzeugungen setzt sie sich immer kompromisslos ein. Mit Co-Star Donald Sutherland tourte sie gegen den erbitterten Widerstand des Pentagon mit Antikriegsparolen durch Vietnam. An der Seite ihres zweiten Ehemannes, des liberalen Politikers Tom Hayden, setzte sich die Schauspielerin lautstark für Frauen- und Bürgerrechte ein. Dann folgten wieder Starrollen und kommerziell erfolgreiche Filme wie "Das China Syndrom" und das Familiendrama "Am Goldenen See" (1981), - der erste und einzige Film, in dem Fonda an der Seite ihres bereits todkranken Vaters auftritt. Mit Gregory Peck drehte sie "Old Gringo" (1989), mit Robert DeNiro "Stanley & Iris".

Im Stretch-Outfit löste der Hollywoodstar 1982 eine nie dagewesene Fitnesswelle aus. Mit Aerobic-Videos, später auch Stretch und Yoga, schuf Fonda ein Fitness-Imperium, dessen Wert auf über 600 Millionen Dollar geschätzt wurde. Erst ihr dritter Ehemann, CNN-Gründer Ted Turner, konnte Fondas Tempo bremsen. Zehn Jahre lang spielte sie die Gattin, 2001 kam die Scheidung. Tochter Vanessa Vadim machte sie inzwischen zur Großmutter, Sohn Troy Garity ("Banditen!") setzt die Familientradition als Schauspieler fort.

Im vergangenen Mai wurde Fonda beim Filmfestival in Cannes eine seltene Ehre zuteil. Für ihr Lebenswerk und Engagement erhielt sie eine Goldene Palme. In der 60-jährigen Geschichte des Festivals wurden bisher nur an die französischen Regisseure Alain Resnais und Gérard Oury sowie an die Schauspielerin Jeanne Moreau Goldene Palmen für ihren beruflichen Werdegang vergeben. "Sie sind eine Frau, die kämpft und die gewinnt", pries Festivalpräsident Gilles Jacob den Star.

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Barbara Munker/DPA
 
 
KOMMENTARE (2 von 2)
 
Bruschetta (21.12.2007, 18:17 Uhr)
She's a real character...
...was man schwer 1:1 ins Deutsche übersetzen kann. Sie ist authentisch und glaubwürdig. Ich hatte nie das Gefühl, dass bei ihren Auftritten etwas von Karriere- oder Lifestyle-Managern vorgegeben war, was sie abspulen sollte. Klasse Frau!
guzziman (21.12.2007, 10:11 Uhr)
Jane Fonda
Eine tolle, bewundernswerte Frau, die immer zu allem stand was sie tat.
An ihr sollten sich so einige "Promi-Schlampen" ein Beispiel nehmen.
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