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Jens Lehmann und die Verkehrsdelikte: Ex-Fußballer kommt milde davon

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann scheint im Straßenverkehr nicht besonders besonnen zu sein. Wegen gleich drei Verstößen musste er sich vor Gericht verantworten. Das Urteil dürfte ihn aufatmen lassen.

Jens Lehmann

Jens Lehmann im Amtsgericht von Starnberg

Ex-Nationaltorwart Jens Lehmann, 46, hat in seinem Prozess um gleich drei Verkehrsvergehen eine erheblich niedrigere Geldstrafe bekommen als zunächst vorgesehen. Ursprünglich sollte der heutige TV-Fußballexperte für eine Nötigung samt versuchter Körperverletzung 60 Tagessätze zu je 4000 Euro zahlen, also 240.000 Euro. Dagegen legte er jedoch Einspruch ein. Das Amtsgericht in Starnberg bei München reduzierte die Strafe in der mündlichen Verhandlung auf 50 Tagessätze zu je 850 Euro, also 42.500 Euro.

Zuvor hatten sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung darauf verständigt, dass das Verfahren wegen der zwei Jahre zurückliegenden versuchten Körperverletzung eingestellt wird. Damals soll Lehmann einen anderen Autofahrer ausgebremst und am Schal gefasst haben.

Jens Lehmann wegen Beihilfe zur Unfallflucht verurteilt

Ebenso wurde ein Verfahren wegen falscher Verdächtigung eingestellt: Lehmann soll in diesem Frühjahr bei einer Geschwindigkeitskontrolle auf der Autobahn Salzburg-München (A8) geblitzt worden sein, aber einen anderen Mann als Fahrer angegeben haben.

Zu der Geldstrafe verurteilt wurde er schließlich wegen Beihilfe zur Unfallflucht. Lehmann war im vergangenen Herbst als Beifahrer in der Münchner Innenstadt in einen Auffahrunfall verwickelt worden und hatte sich geweigert, dass der Zusammenstoß von der Polizei aufgenommen wird.

Jens Lehmann soll Autofahrer am Schal gepackt haben

Im ersten Fall ging es um eine Autofahrt vor zwei Jahren nahe seinem Wohnort am Starnberger See. Laut Strafbefehl stieg Lehmann damals aus seinem Wagen aus und packte den Kontrahenten am Schal, nachdem er dessen Auto aus Verärgerung über die Fahrweise überholt und ausgebremst hatte. 

Gegen den Strafbefehl legte Lehmann Einspruch ein. Vor dem Amtsgericht (Oberbayern) schilderte er den Fall so: Er sei von seinem Kontrahenten bedrängt worden, der ganz dicht an ihm vorbeigefahren sei. "Ich hatte das Gefühl, dass er mich rammen wollte", sagte der Ex-Fußballprofi. "Ich habe mich zu Tode erschreckt."

Sein Kontrahent hielt als Zeuge dagegen, dass Lehmann ihn an der Autobahnausfahrt mit seinem ausgebremst habe. Dann sei Lehmann ausgestiegen, "hat irgendetwas gebrüllt und mich am Hals gepackt". Erst als er als Angegriffener auf die Hupe gedrückt habe, "hat er losgelassen", schilderte der Starnberger Autohändler den Vorfall aus seiner Sicht. Auf die Frage der Richterin nach dem Gemütszustand Lehmanns antwortete der Zeuge, der Ex-Fußballer sei aufgebracht gewesen.

Lehmann gab sich vor Beginn des Prozesses wortkarg und verweigerte Kamerateams jegliche Interviews. Einem Fan gab er vor dem Sitzungssaal jedoch bereitwillig ein Autogramm.

jum/DPA

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