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Das verlogene Ende einer bitteren Hollywood-Scheidung

Sieben Millionen Dollar für sie, dafür kein Verfahren gegen ihn: Die Scheidung von Amber Heard und Johnny Depp ist durch. Es war eine Schlammschlacht, wie sie Hollywood schon lange nicht mehr gesehen hat. Gewonnen hat sie keiner von beiden.

Johnny Depp, Amber Heard

Johnny Depp und Amber Heard waren nur 15 Monate verheiratet.

Vielleicht war es das Video, das Johnny Depp angeblich wütend und betrunken zeigte. Oder die Fotos von seiner Verletzung am Finger, die den Ausschlag gaben. Jedenfalls sind die Anwälte von Johnny Depp und Amber Heard am Dienstag zu einer außergerichtlichen Einigung gekommen - gut drei Monate, nachdem Heard die Scheidung eingereicht und Depp häusliche Gewalt vorgeworfen hatte. Was folgte, war der hässlichste Rosenkrieg, den Hollywood seit langem gesehen hat. 

Heard berichtete von brutalen Angriffen und grundlosen Eifersuchtsszenen, Freundinnen bestätigten die Vorfälle in diversen Boulevard-Blättern. Depps Anwälte warfen der Schauspielerin hingegen vor, manipulativ und auf Geld aus zu sein. Seine Tochter und seine Ex-Freundin stellten sich öffentlich vor ihn und bezeugten seinen sanftmütigen Charakter.


"Keiner hat falsche Anschuldigungen gemacht, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen"

Nun haben Depp und Heard gemeinsam eine offizielle Erklärung abgegeben wie unter anderem das Klatschportal "tmz.com" berichtet. Darin heißt es: "Unsere Beziehung war extrem leidenschaftlich und manchmal unberechenbar, aber wir waren immer in Liebe verbunden. Keiner hat falsche Anschuldigungen gemacht, um sich einen finanziellen Vorteil zu verschaffen. Es hat nie den Vorsatz gegeben, den anderen körperlich oder psychisch zu verletzen. Amber wünscht Johnny für die Zukunft das Beste. Amber wird finanzielle Gewinne aus der Scheidung einer Charity spenden."

Dass in offiziellen Statements von Promis nicht immer die Wahrheit steht, ist bekannt. Jüngstes Beispiel dafür sind Taylor Swift und Calvin Harris, die bei ihrer Trennung erst von bleibendem Respekt und Liebe füreinander sprachen - und nur kurz später öffentlich übereinander lästerten.

Weder Johnny Depp noch Amber Heard haben gewonnen

Doch in diesem Fall ist es komplizierter. Dass Heard und Depp sich nicht mehr grün sind, haben die vergangenen drei Monate gezeigt. Da helfen auch keine Floskeln mehr. Mit dem gemeinsamen Statement dürfte nun keine Seite zufrieden sein - ganz zu schweigen die Öffentlichkeit, die immer noch nicht weiß, was wirklich passiert ist. Die Formulierungen sind bewusst schwammig gewählt: Gab es keine falschen Anschuldigungen oder gab es nur keine, die von finanziellem Interesse motiviert waren? Keiner hatte die Absicht, zu verletzen - aber verletzt wurde doch jemand? Angeblich soll die 30-jährige Heard von Depp sieben Million Dollar bekommen, will "tmz.com" wissen.

Die Formulierungen deuten auch darauf hin, dass beide Beteiligten um ihr öffentliches Image fürchten: So kann keiner der Lüge bezichtigt werden, beide wahren ihr Gesicht. Doch das ist in Anbetracht der Schwere der Vorwürfe sowohl für als auch für Amber Heard kein Sieg, sondern eine Niederlage. 

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