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17. März 2008, 12:02 Uhr

"Kidman sieht aus wie eine Fledermaus"

Wenn Patientinnen beim Schönheitschirurgen Fotos von Promis zücken, dann meist um genau diese Nase, Brüste oder Lippen zu bekommen. Doch es geht auch andersherum: Ein kanadischer Arzt erzählte nun, dass Bilder von Nicole Kidman als abschreckendes Beispiel dienen. Von Jörg Isert

Kidmans schockgefrosteten Look schade seiner Branche, kritisierte der kanadische Schönheitschirurg Martin Braun© Anthony Harvey/Reuters

Einst spielte sie eine der Hauptrollen in "Batman forever". Nun ist Nicole Kidman erneut auf dem Fledermaus-Trip. Allerdings nicht ganz freiwillig. Auf der australischen "Cosmetic Medicine Conference" ist die schwangere Schauspielerin, die sich bisher als Naturschönheit verkauft hat, unter starken Beschuss geraten. Und zwar von einem kanadischen Schönheitschirurgen, der sich mit Botox besser auskennt als die meisten Mediziner. Martin Braun ist einer der bekanntesten Anwender des Nervengifts auf dem amerikanischen Kontinent. Im Westen von Kanada gibt es keinen anderen Arzt, der mehr Botox pro Jahr spritzt.

Braun hat die 40-jährige Kidman nun in aller Deutlichkeit kritisiert: Mit ihrem schockgefrosteten Look schade die Schauspielerin seiner Branche. Sie sei mit absoluter Sicherheit eine "enthusiastische Benutzerin" von Botox. Das Problem sei: Stars wie Kidman erhielten offenbar trotz ihres Ruhms und vielen Geldes eine mangelhafte schönheitschirurgische Beratung. "Nicole bekommt ihre Botox-Behandlung offenbar immer erst zwei oder drei Wochen, bevor ein großes Ereignis ansteht. Als sie zum Beispiel ihren Oscar entgegen nahm, sah sie wie tiefgekühlt aus, einfach seltsam. Sie weinte, ohne dass sich irgend etwas in ihrem Gesicht bewegt hat", sagte Braun.

Kidman "botoxe" zu viel zur falschen Zeit. Schönheitsexperte Braun kritisierte: "Mit den außen viel zu weit oben befindlichen Augenbrauen, die mittig viel weiter unten hängen, ähnelt sie einer Fledermaus." Für seinen Berufsstand sei das kontraproduktiv: "Wir haben heutzutage Frauen, die zu uns kommen mit dem Wunsch: So möchte ich ganz sicher nicht aussehen."

Wer ist eigentlich nicht gebotoxt?

Um den Joker-Look mit den hochgezogenen Augenbrauen zu vermeiden, empfiehlt Braun den Stars und Sternchen folgendes: Botox nicht erst zwei oder drei Wochen, sondern schon zwei oder drei Monate vor den Golden Globes oder Oscars spritzen lassen. Dann passe es auch mit dem Aussehen. "Im Fernsehen werden eventuelle Mängel ja noch viel stärker akzentuiert, weshalb Stars um einiges gemäßigter an die Sache heran gehen sollten. Sonst sehen sie wirklich wie von Autoscheinwerfern aufgeschreckte Rehe aus." Eine australische Kollegin von Braun schlug auch noch auf Kidman ein: "Sie ist viel zu faltenfrei für eine Australierin mit dieser Art von Haut", so die Schönheitschirurgin Gabrielle Caswell. "Und sie benutzt zu viel Botox, besonders um die Stirn herum."

Kidman zu Beginn ihrer Karriere 1992 mit wallenden Locken und natürlichem Look© Patrick Riviere/Getty Images

Caswell glaubt, dass 99 Prozent aller Stars in Hollywood Botox benutzen: "Sie wollen es nur nicht zugeben, das war es dann auch schon." In ihrer Branche herrsche eine große Übereinstimmung, dass auch das frühere Supermodel Elle Macpherson und die Sängerin Kylie Minogue gebotoxt seien. Noch schlimmer: Auch Miss Schönheitsideal schlechthin sei definitiv eine Nervengiftlerin. Angelina Jolie.

Kein Botox in der Schwangerschaft

Fakt ist: Vergangenes Jahr werkelten sogar digitale Chirurgen an einem Film, in dem Nicole Kidman die Hauptrolle spielte. Die US-Effektefirma "Lola VFX", die sich auf Schönheitsoperationen im Computer spezialisiert und in "X-Men 3" den Schauspieler Patrick Stewart um 20 Jahre verjüngte, war an "The Invasion" beteiligt. Kaum einer weiß, dass die Lola-Trickser auch dann Hand an die Maus legen, wenn es Hollywood-Stars mit ihren Verschlimmbesserungen übertrieben haben. Unter anderem dann, wenn Augenbrauen durch Botox-Missbrauch verzogen sind. In vielen Einstellungen des Science-Fiction-Films von Oliver Hirschbiegel gab es digitale Auffälligkeiten im Areal um Kidmans Augen. Offenbar wurden die Brauen im Nachhinein überarbeitet, damit die Schauspielerin wieder mehr nach sich selbst aussah.

Dass Kidman momentan wie ein normaler Mensch wirkt, ist übrigens keinem besonders guten Chirurgen zu verdanken. Viel mehr ist die Darstellerin schwanger. Das auch Botulinumtoxin genannte Botox gilt als ein äußerst starkes Nervengift. Ärztin Caswell meint: "Es ist ziemlich offensichtlich, dass sie momentan kein Botox verwendet. Wahrscheinlich weil sie ein Kind bekommt. Das Mienenspiel in ihrem Gesicht ist derzeit viel intensiver."

Nach einer gerade erschienen Statistik wurden 2007 2,7 Millionen Botox-Eingriffe in den USA durchgeführt. Selbst wenn man alle im vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten vorgenommenen Brustvergrößerungen, Lippen-Aufspritzereien und Hautstraff-Prozeduren zusammenaddiert, bleibt man unter dieser Zahl.

Von Jörg Isert
 
 
KOMMENTARE (6 von 6)
 
figaroo (18.03.2008, 14:25 Uhr)
und zur ergänzung..
wer hollywood-schauspieler als vorbilder ansieht, hat eh nicht lange nachgedacht.. vielelicht versucht man es selbst mal vorbild zu sein...
peterhamburg (17.03.2008, 22:03 Uhr)
an Badmax:
Wer fünf Schreibfehler in zwei Zeilen stopft sollte nicht über die mangelnde Vorbildfunktion anderer lästern.
ritchie (17.03.2008, 19:10 Uhr)
Immer feste weiter!
Ich find`s klasse; hoffentlich tut es irgendwann einen Schlag und diese ganze Hollywood-Bagage implodiert in ihrem eigenen Schleim!
Jedem, der sich einen Hollywood-blockbuster von diesen Zombies anschaut gehört an der Kinokasse noch 10Euro extra abkassiert und für einen guten Zweck gespendet.
Silbador (17.03.2008, 19:01 Uhr)
1992
Sah die echt gut aus, inzwischen ist das Gesicht tot!
Badmax (17.03.2008, 18:51 Uhr)
Krank
die sin doch alle krank! und sowas soll dann als Vorbild für unsere Kinder gelten?
Was für eine kranke dekadente Gesellschaft!
Sinibaldi (17.03.2008, 18:12 Uhr)
Perhaps love.
Two young birds,
while a soft
wind alights near
the sound of
a fountain, are
singing again, and
even a sadness
comes back
in a moment in the
smile of his heart,
in a beautiful
dream now forgetting
the past and there,
after all, where
a sorrow delights.
Francesco Sinibaldi
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