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4. April 2011, 16:45 Uhr

Wir machen durch bis morgen früh

Noch 25 Tage bis zur Hochzeit. Schon jetzt dürfen sich die britischen Untertanen auf ein kräftiges Bumsfallara freuen. Denn während hierzulande keine anständige Hochzeit ohne Ententanz und Polonaise auskommt, bekommen William und Kate am schönsten Tag ihres Lebens den Marsch geblasen. Von Jens Maier

Hochzeit, William, Kate, Royals, Buckingham, 14521

So sieht die schönste Vorfreude auf die königliche Hochzeit aus: ein Guinness vom Fass© DPA

Britanniens berühmtestes Regiments-Orchester The Band Of The Welsh Guards spielt während der Hochzeit "einige der schönsten Hymnen Englands und Wales’ sowie traditionelles Liedgut und Märsche", wie es in einer offiziellen Pressemitteilung heißt. Statt der Dudelsackvariante von englischen Saufliedern wie "What shall we do with the drunken sailor" und "Football is coming home", die Williams Bruder Prinz Harry bestimmt besser kennt als die britische Nationalhymne, erklingt allerdings "Rule Britannia" und "Land of Hope and Glory". Da viele Engländer die Zeremonie im Pub um die Ecke verfolgen werden, dürfte die Songauswahl nach dem dritten Guinness aber ohnehin egal sein. Dann wird eben "God save the queen" mitgegrölt.

Die englischen Pubs scheinen neben der Souvenirindustrie die großen Gewinner der königlichen Hochzeit zu sein. Zu Ehren von Kate und William wird im Vereinigten Königreich am 29. April, dem Tag der Hochzeit, nicht gearbeitet. Trotz des Feiertagsgeschenks scheinen die Untertanen aber undankbar zu sein. 79 Prozent aller Briten haben laut einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts ICM keine richtige Meinung zur Hochzeit, viele seien lediglich an dem zusätzlichen Feiertag interessiert. Richtig so! Denn ein weiterer Feiertag bedeutet für einen echten Briten schließlich einen Tag mehr im Delirium. Da der 2. Mai (Tag der Arbeit) in Großbritannien ebenfalls frei ist, kann sogar vier Tage - von Freitag bis Montag - durchgesoffen werden. Dank Kate und William wird es ein Trinkfest, als würden Ostern und Weihnachten zusammen fallen.

Echte Royalisten machen es sich am 29. April natürlich nicht in einer Bar bequem, sondern campieren schon Tage davor an der Route der Hochzeitskutsche, um einen Blick aufs Brautpaar zu erhaschen. Da gibt es nur ein Problem: Wo sollen all die abwartenden und Tee trinkenden Engländer nur aufs Klo gehen? Die Straßen und Parks entlang der Prachtallee The Mall drohen in den Tagen vor der Trauung in eine öffentliche Bedürfnisanstalt verwandelt zu werden. Da darf sich die Queen in ihrer Kutsche endlich mal wie beim Rosenmontagszug in Köln fühlen: et riescht, und zwar unanjenehm.

Apropos Klo: Auf vielen offiziellen Tellern und Tassen anlässlich der royalen Trauung kommt es zu einer unschönen Buchstabenkombination. Abgekürzt wird das Brautpaar nämlich mit seinen Initialen. Für William ein W, für Kate aber kein K, sondern ein von ihrem eigentlichen Namen Catherine abgeleitetes C. Das ergibt zusammen "WC", was auf Englisch die Abkürzung für "Water Closet" bedeutet. Das könnte in heimischen Wohnzimmern zu unschönen Missverständnissen führen, falls einer der WC-Teller nicht zufällig an der Klotür aufgehängt wird. Um dem vorzubeugen, hat man sich im Buckingham Palace darauf geeinigt, die Initialen umzudrehen. CW steht da jetzt auf den meisten Porzellanprodukten. Die Queen denkt eben an alles. Lang lebe die Königin.

Von Jens Maier
 
 
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