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31. März 2008, 16:57 Uhr

Auf der Schleimspur

Am Wochenende fand eine der lustigsten Preisverleihungen Amerikas statt: die Kid's Choice Awards. Die Prominenz trat gleich reihenweise an, um sich in grünem Schleim zu suhlen. Nur Cameron Diaz machte einen auf Spaßbremse. Von Frank Siering, L.A.

Cameron Diaz redete sich in Rage, die anwesenden Kinder ließen sich von ihrer Umweltrede weniger mitreißen© Mario Anzuoni/Reuters

Einmal im Jahr wird's in Hollywood recht schleimig. Dann lädt der amerikanische Kindersender Nickelodeon zu den Kid's Choice Awards nach Los Angeles. Ein Ereignis, bei dem sich die sonst eher zugeknöpfte Filmprominenz mal von einer ganz anderen Seite sehen lassen kann.

Harrison Ford zum Beispiel, in der Branche als einer bekannt, der Reporter in Interviews gern mal anknurrt, ließ sich ganz bereitwillig im Pauley Pavillion auf dem Campus der UCLA vor 10.000 kreischenden Kids mit grünem Schleim einseifen. Indiana Jones nahm's gelassen, wischte sich die dicke Sauce aus dem Gesicht und grinste in die laufenden Kameras. Nicht weniger amüsant war der Einsatz von Supermodel Heidi Klum. Immer für einen PR-Gag zu haben, ließ sie sich als "menschlicher Dartpfeil" verkleiden und gegen eine mit Schleim gefüllte Luftballon-Drehscheibe schleudern. Mit dem Allerwertesten musste Frau Klum dann die Ballons kaputtmachen, um Schleim fürs große Finale der Show zu sammeln. Grüner Schleim, oranger Teppich Der Schlussakt war die gemeinsame Schleimaktion von Gastgeber Jack Black und Überraschungsgast Orlando Bloom. Ein achtarmiger Krake betätigte den Hebel einer sehr futuristisch anmutenden Maschine, die literweise grünen Glibber über die Stars ausschüttete.

Was tut man nicht alles für die lieben Kleinen: Moderator Jack Black© Frank Micelotta/Getty Images

Die Kid's Choice Awards, jeder Gewinner erhält einen orangenfarbenen, zeppelinförmigen Blimp, beenden jedes Jahr eine lange Award-Saison in Hollywood und zogen auch dieses Mal unzählige A-Listler an: Janet Jackson, Eddie Murphy, Jessica Alba und Disney-Superstar Miley Cyrus taperten über den orangen Teppich. "Diese Show ist für die Kids, und da ich selbst Kinder habe, bin ich natürlich auch sehr gerne hier", so Will Smith, der zwei seiner drei Kinder gleich mitgebracht hatte. Die Gewinner werden von den Fans ermittelt, spielen aber im Rahmen der Show eigentlich eine eher untergeordnete Rolle. Viel witziger sind die Pauseneinlagen der eingeladenen Stars. Da rülpsen Ashton Kutcher und Jodie Foster um die Wette, Hannah Montana rauscht im knallroten Smart Auto über die Bühne und Shia LaBeoauf (er spielt im neuen Indiana Jones Film den Sohn von Ford) wedelt mit einer Plastikschlange vor den Augen von Indiana höchstpersönlich herum. "Das Schöne an dieser Veranstaltung ist doch, dass sich keiner so wirklich ernst nehmen muss", sagt Ford und fürchtet keineswegs um seine seriöse Reputation, wenn er sich seinen legendären Indy-Hut auf den grün-geschleimten Kopf setzt.

Spaßbremse Diaz

Etwas merkwürdig in diesem Jahr war nur der Auftritt von Cameron Diaz. Sie gewann den begehrten "Wanna be"-Award und nutzte ihren Auftritt, um die anwesenden Zehn- bis Zwölfjährigen umweltpolitisch zu erziehen. Nach einem kurzen Einspielfilm, in dem auf die Probleme der Umwelt aufmerksam gemacht wurde, forderte sie die Zuschauer tatsächlich in ernstem Ton auf, folgenden Satz ganz leise zu wiederholen: "We are the future and the future is bright" - "Wir sind die Zukunft und die Zukunft ist rosig". Als es plötzlich unangenehm still wurde im Saal, merkte dann auch Diaz, dass ihr Ton etwas zu dramatisch für Anlass und Publikum war.

Aber Gastgeber Jack Black half über diesen Holperer hinweg, indem er Musiker Usher in einem kleinen Rennauto über den Parkplatz des Campus hetzte und ihn schnell einschleimen ließ. "Das wirkt bei den Fans noch immer am besten", erklärte der Host anschließend in einem Interview. Und fasste damit zusammen, was viele hinter vorgehaltener Hand ohnehin den ganzen Abend getuschelt hatten.

Vielleicht hätten auch die Oscars endlich wieder eine bessere Zuschauerquote, wenn dem einen oder anderen Gewinner nach dem Überreichen der Goldstatue ein Kübel grüner Schleim über den Kopf geschüttet würde. "Ein bisschen mehr Selbstironie könnte dem einen oder anderen Superstar sicherlich ganz gut tun", fand auch Jack Black.

Von Frank Siering, L.A.
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
Sinibaldi (31.03.2008, 18:35 Uhr)
Le charme d'un regard.
Je suis le charme
d'un aimable
regard, je trouve la
jeunesse où la
naturelle voix rappelle
quelque chose pour
parler avec toi,
je contemple la poésie,
et alors, quand
le vent disparaît,
un son très heureux
me trouve tendrement.....
Francesco Sinibaldi
Thanks Germany.Bye.
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