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1. Juli 2007, 13:20 Uhr

Aus Liebe in den Tod getrieben

Im Augenblick ihres Todes war der Mythos geboren: Aus Lady Diana wurde die "Prinzessin der Herzen". Ihre Volksnähe und ihr Einsatz für Benachteiligte verschaffte ihr zu Lebzeiten die Liebe, die ihr Schicksal werden sollte.

Kam vor zehn Jahren bei einem Autounfall ums Leben: Prinzessin Diana© John Stillwell/DPA

Die kleine Diana Spencer reckt keck ihr Kinn nach vorne, wirft der Kamera einen verführerischen Blick zu und posiert wie ein Filmstar. Schon früh wusste das Mädchen, das später einmal Prinzessin von Wales werden würde, ihre Reize einzusetzen. Die Kameras liebten sie und sie liebte die Kameras. Doch genau diese Beziehung trieb Diana vor zehn Jahren in den Tod. Von Paparazzi gejagt kam sie bei einem Autounfall am 31. August 1997 in Paris mit ihrem Freund Dodi Al-Fayed ums Leben. Durch den tragischen Tod wurde die "Prinzessin der Herzen" weltweit zum Mythos.

Diana Frances Spencer kam am 1. Juli 1961 als Tochter einer Adelsfamilie auf Gut Sandringham in Ostengland zur Welt. Das Glück, in einer intakten Familie aufzuwachsen, blieb ihr verwehrt. Ehebruch und Scheidung waren Wörter, die Diana schon früh kennen lernte. Dianas Beziehung zu ihrer Mutter war alles andere als herzlich, ihre Stiefmutter konnte Diana nie leiden. "Wir alle haben sie so gehasst, weil wir glaubten, dass sie uns Daddy wegnehmen würde", sagte Diana einst.

Travolta fühlte sich wie ein Frosch

Diana bekam keine gute Ausbildung und in der Schule war sie nur mittelmäßig. "Dumm wie Bohnenstroh, das bin ich", soll sie oft über sich selbst gesagt haben. Diesen "Mangel" bügelte sie jedoch mit der Gabe aus, auf andere Menschen zuzugehen. Sie erkannte diejenigen mit sicherem Instinkt, die ihr weiterhalfen, und bezauberte vor allem Männer mit ihrem Charme und guten Aussehen. US-Star John Travolta, mit dem die Prinzessin einst im Weißen Haus einen flotten Tanz aufs Parkett legte, erinnert sich heute schwärmerisch, er habe sich damals "wie ein Frosch" gefühlt, der wachgeküsst wird.

Auch einer der begehrtesten Junggesellen seiner Zeit geriet in die Fänge von Lady Di: Prinz Charles. Ob es letztlich Königin Elizabeth, die für den Thronfolger eine Jungfrau gesucht haben soll, oder andere Kräfte waren, die hinter der Ehe steckten, wird wohl für immer unklar bleiben. Fest steht, dass es nicht die große Liebe war, die die 20 Jahre alte Diana und den 13 Jahre älteren Charles im Juli 1981 vor den Altar brachte.

Erbarmungsloser Rosenkrieg um die "Ehe zu dritt"

Trotz Märchenhochzeit stand die Beziehung unter einem schlechten Stern, auch die Geburt der Söhne William und Harry konnte daran nichts ändern. 1992 zerbrach die Ehe nach einem erbarmungslosen Rosenkrieg, der - zum Entsetzen des Königspalasts - in aller Öffentlichkeit ausgetragen wurde. Charles Daueraffäre mit Camilla Parker Bowles war dabei genauso Dauerthema der Schlagzeilen wie Dianas diverse Liebhaber vom Reitlehrer bis zum Leibwächter. In einem spektakulären Fernsehinterview enthüllte Diana selbst die Abgründe der "Ehe zu dritt" wie sie sie in Anspielung auf Camilla nannte.

Auch zehn Jahre nach ihrem Tod kommen immer weitere Details ans Licht. Wer denkt, er habe schon alles über Dianas Leben und Leiden erfahren, der irrt. Zwar weiß die Menschheit bereits, dass Diana einen pinkfarbenen Vibrator in ihrer Tasche mitführte, ihr Mann schlecht im Bett war und die eisige Kälte des Hofs Dianas Bulimie auslöste. Doch das Interesse an ihr scheint nie zu versiegen.

Keinerlei Berührungsängste mit Armen und Kranken

Für viele war sie der Gegenpol zu dem harten Regiment, das Königin Elizabeth II. führte, der Inbegriff von Wärme und Wohltätigkeit. Zeit ihres Lebens setzte sich Diana für die Armen und Kranken ein und hatte keinerlei Berührungsängste. Helfen war für sie auch Ersatz für die Liebe, nach der sie sich stets so gesehnt hatte.

Dianas Tod versetzte das Land in eine Art Dauertrauer und löste Pilgerströme nach London und Althorp, wo Diana begraben liegt, aus. "Sie hat uns Gefühle gegeben", sagt eine Frau, die zum Kensington-Palast, Dianas damaligen Wohnsitz in London, gekommen ist, um "der Prinzessin nahe zu sein". Premierminister Tony Blair beschrieb es so: "Diana hat uns eine neue Art gelehrt, Briten zu sein." Und sie "modernisierte" auf ihre Art die britische Monarchie. Selbst wenn es heute nicht mehr Massen sind, die Dianas Lebens- und Wirk-Stätten aufsuchen: Diana bleibt für immer die "Prinzessin des Volkes", wie Blair sie nannte.

Annette Reuther/DPA
 
 
KOMMENTARE (1 von 1)
 
AliceWalsh (03.07.2007, 10:29 Uhr)
Are we done yet?
Ich kann es nicht mehr hoehren. Sie ist seit 10 Jahren tot und immer noch berichten wir ueber sie. Finden Sie nicht auch es sei an der Zeit fuer RIP?
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